Sven Michaelsen studierte Literatur und Geschichte, war Autor beim »Stern« und Chefreporter von »Vanity Fair«. Seit 2011 interviewt er für das »Süddeutsche Zeitung Magazin« die kulturellen Leitfiguren und Idole unserer Zeit. Er wurde zwei Mal mit dem »Deutschen Reporterpreis« ausgezeichnet und schrieb zehn Bücher.
In seinem 2006 erschienenen Buch »Starschnitte« versammelt er die Essenz aus Begegnungen mit mehr als 100 Kulturgrößen - darunter Roman Polanski, John Updike, Helmut Newton, Peter Zadek, Robert De Niro, Robert Wilson, Arthur Miller, Kirk Douglas, Luc Bondy, Heiner Müller, Friedrich Dürrenmatt, Arnold Schwarzenegger, Elfriede Jelinek, Peter Handke, Michael Caine, Wolfgang Köppen, Christoph Schlingensief, Salman Rushdie, George Tabori und Bernhard Minetti.
Der Schriftsteller Rainald Goetz schrieb über »Starschnitte«: »Ein unglaublich gutes Buch mit furiosem Tempo. Jeder Satz ein Treffer.«
Der »FAZ«-Journalist Peter Lückemeier urteilte: »Ein wunderbares Buch, das ich nachdrücklich zur Lektüre empfehle.«
2012 erschien Michaelsens Buch »Ist Glück Glückssache?«.
Ebenfalls 2012 erschien das Buch »Wendepunkte«, in dem 36 Leitfiguren aus Kultur und Entertainment vor Michaelsens Mikrofon über die entscheidenden Momente ihres Lebens nachdenken - darunter Tom Ford, Michel Houellebecq, Rupert Everett, Joachim Kaiser, Claudia Schiffer, Vivienne Westwood, Tomi Ungerer, Jorge Semprún, Margarete Mitscherlich, Erika Pluhar, André Heller, Oswalt Kolle, Hans Neuenfels, Inge Feltrinelli, Fernando Botero, Gottfried Helnwein, Daniel Kehlmann, Ken Follett, Wolf Wondratschek, Ulrich Tukur und Martina Gedeck.
Der Schriftsteller Paul Nizon schrieb über »Wendepunkte«: »Michaelsen hat eine immens interessante Skalp-Sammlung zusammengetragen. Mehr muss man über die Hirne von unsereins nicht wissen. Ein erhellendes, inspirierendes, großartiges Buch!«
2018 erschien Michaelsens Buch »Das drucken Sie aber nicht!«.
In der Verlagsankündigung hieß es: »Keinen Satz hört Michaelsen öfter als: ›Das drucken Sie aber nicht!‹ Doch jedes Mal siegt die Sehnsucht der Interviewten, vor den Spiegel zu treten und sich darüber klar zu werden, wie sie wurden, wer sie sind. Und so erzählt der Schauspieler Rupert Everett von seiner Vergangenheit als Callboy. Der Publizist Fritz J. Raddatz erinnert, wie ihn mit elf Jahren die eigene Stiefmutter vergewaltigt. Der Kunst-Tycoon Simon de Pury fragt sich, ob man ein Bild lieben kann, dessen Schöpfer ein Scheusal ist. Jeff Koons durchlebt noch einmal seine Schlammschlachten mit der Pornodarstellerin Cicciolina. Peter Handke begründet, warum er Journalisten ohrfeigt. Und sein Lektor Raimund Fellinger offenbart, wieso er Schriftsteller für Kotzbrocken hält. Michaelsens Buch bringt ans Licht, was berühmte Menschen im Innersten ausmacht und zu welchen Wahrheiten sie gefunden haben.«
Der Philosoph Peter Sloterdijk urteilte: »Mit seinen Interviews schadet Sven Michaelsen der Dummheit.«
Der Schriftsteller Martin Walser schrieb: »Wenn ich an die Gespräche mit Sven Michaelsen denke, kommt es mir vor, als sei es immer die durch ihn bestimmte Distanz gewesen, die das Gespräch so erträglich gemacht hat. Eine Distanz, glaube ich, die auf Freundlichkeit gestimmt war. Eine Distanz ohne Vorurteil. Also kein bisschen zudringlich. Eigentlich ist er ein Intellektueller, der die Sachlichkeit zum Blühen bringt. Und das mit einer mühelos wirkenden Eleganz. Unsereiner kann froh sein, dass es ihn gibt.«
André Heller schrieb: »Man hat es bei Interviewenden ja so häufig mit schlampig vorbereiteten Deppen zu tun, dass Sven Michaelsen's Professionalität und sein Charme, einen in unverlogene, substanzielle Gespräche zu locken, die Seltenheit einer Marienerscheinung hat.«
Die Filmemacherin und Schriftstellerin Doris Dörrie meinte: »Sven Michaelsen ist wirklich der König des Interviews.«
2019 erschien Michaelsens Buch »Warum hat das Unglück mehr Phantasie als das Glück?«.
2020 erschien Michaelsens Buch »Am Anfang steht der Größenwahn, am Ende die Demut«.
In der Verlagsankündigung hieß es: »Sven Michaelsen führt uns die Reflexionen, Katastrophen und Glücksmomente großer Frauen und Männer vor. Mit verblüffendem Wahrheitsdrang erzählen sie dem Autor, was sie über sich und die Welt gelernt haben – vom Feuer des Neids über den Durst nach maßloser Liebe bis zur Gier nach Geld und Glamour. Indem sie Einsichten und lebensentscheidende Momente beschreiben, entsteht ein ebenso kluges wie höchst vergnügliches Lehrstück über die Kunst, aus den eigenen Komplexen Kapital zu schlagen und ein gelingendes Leben zu führen.«
Christine Westermann (»Das literarische Quartett«, »Stern«-Kolumnistin) schreibt in ihrem Buch »Die Familien der anderen. Mein Leben in Büchern«: »Sven Michaelsen ist ein brillanter Journalist, ein genialer Frager. Nie arbeitet er einen Fragenkatalog ab. Er hört zu, wenn er einem Menschen gegenübersitzt, fragt nach. Und nie überschreitet er jene unsichtbare Grenze, an der es zu privat, zu direkt, zu schmerzhaft, zu nahe sein könnte. In seinem sehr beeindruckenden Buch ›Am Anfang steht der Größenwahn, am Ende die Demut‹ hat Sven Michaelsen die Essenz aus Hunderten seiner Interviews zusammengetragen. Bekannte, berühmte Männer und Frauen erzählen aus ihrem Leben, öffnen sich, ich glaube, ohne es wirklich zu merken. Der Journalist hat ihr Vertrauen gewonnen. Und er wird, das spürt man beim Lesen sehr deutlich, dieses Vertrauen und damit die Menschen, mit denen er spricht, nie enttäuschen. Beim Lesen der Interviewpassagen passiert etwas Überraschendes. Ich habe gemerkt, wie ich die Perspektive wechseln, auf das Leben mit all seinen Unwägbarkeiten und Facetten ein bisschen anders gucken konnte. Wenn Margarete Mitscherlich, die berühmte Psychoanalytikerin, von ihrem berühmten Mann Alexander spricht, ihn einen ›Frauentyp‹ nennt und überzeugend darlegt, warum sie seine Affären gutheißen konnte. Oder Mario Adorf ebenso gewinnend dafür wirbt, in Beziehungen nicht ehrlich zu sein, er hält das für katastrophal. Wenn man das liest, spürt man sie, die etwas andere Perspektive. Und kann ihr durchaus etwas abgewinnen. Je älter die Befragten, desto klarer ihre Botschaften - etwa die von Martin Walser: ›Wer meint, seine Pubertät liege hinter ihm, der interessiert mich nicht. Für mich ist Pubertät lebenslänglich. Ich werde nicht reif.‹«
Micky Beisenherz urteilte über das Buch: »Die perfekte Mischung aus Klugheit und Entertainment. Mein Lieblingsbuch!«
2021 erschien Michaelsens Buch »›Sie sind wohl übers Ufer getreten, Sie Rinnsal!‹ - Wenn berühmte Künstler hassen, lieben und lästern«.
2022 erschien Michaelsens Buch »Mitten im Leben - wo mag das sein?«.
Der »SPIEGEL« urteilte: »Mit einem guten Buch verhält es sich wie mit einem guten Therapeuten: Es gibt keine Antworten, es stellt die richtigen Fragen. Sven Michaelsens Buch ›Mitten im Leben – wo mag das sein‹ stellt gleich 777. ›Hätten Sie Angst davor, sich in einen Menschen zu verlieben, der so ist wie Sie?‹ - ›Halten Gedanken länger als Gefühle?‹ Der Journalist Michaelsen sucht nach der Wahrheit, er ist keiner, der behauptet, er habe sie gefunden. Vielleicht gilt er deshalb als einer der besten Interviewer Deutschlands, ein Meister des in Fragen gekleideten Pathos, aber auch der Pointen. ›Ist Glücklichsein am Ende eine Frage der Phantasie?‹, heißt es einmal. Und direkt danach: ›Oder ist Glück, wie Snoopy sagt, eine Beilage von Pommes frites?‹ Michaelsen beherrscht die Kunst, Befragte zu Geständnissen anzustupsen und sie perplex verstummen zu lassen. Das tollste Interview, hat Heiner Müller mal gesagt, wäre eines, ›das alle Fragen sammelt, auf die man überhaupt keine Antwort hat‹«.
2023 erschien das Buch »Hätte ich das bloß nie gesagt!«. 20 Kulturgrößen erzählen Michaelsen von ihren Psychopathologien und wie diese durch Kompensation zum Schlüssel ihres Aufstiegs wurden. Ob David Hockney oder Joachim Meyerhoff, ob Anselm Kiefer oder Edgar Selge, ob Alexander Kluge oder Helene Hegemann - sie alle eint ein Satz von Jean Cocteau: »Wenn mein Haus in Flammen stünde, was würde ich retten? Zuerst das Feuer.«
2024 erschien das Buch »Muss man das Schöne in sich tragen, um es in der Welt zu erkennen?«. Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG schrieb: »Der Philosoph Martin Heidegger hielt Fragen für ›die Frömmigkeit des Denkens‹, und der Lyriker Günter Eich beschrieb seine Arbeit einmal mit dem Satz: ›Mit List die Fragen aufspüren hinter dem breiten Rücken der Antwort.‹ Der Journalist Sven Michaelsen hat aus 777 Fragen ein Buch gemacht über Lebensthemen wie Liebe und Trennungen, Begehren und Treue, Einsamkeit und Alter. Seine These: Nicht Meinungen und Behauptungen führen zu Einsichten, sondern das kurvige Fragezeichen mit seiner Macht, die immer gleichen Gedankenschleifen in unserem Kopf zu durchbrechen und die toten Winkel unserer Wahrnehmung zu offenbaren. Die Fragen in seinem Buch reichen von ›Können Sie eher Sie selbst sein, wenn Sie mit Menschen des eigenen oder des anderen Geschlechts zusammen sind?‹ über ›Wie würde sich die Welt verändern, wenn die Penisgröße von Männern so sichtbar wäre wie die Brustgröße von Frauen?‹ bis zu: ›Jemand gibt Ihnen einen Behälter mit allem, was Sie je verloren haben: Wonach suchen Sie zuerst?‹ Wo denn bitteschön die Antworten blieben, wurde die Schriftstellerin Gertrude Stein einmal gefragt. Sie entgegnete: ›Es gibt keine Antwort. Es wird keine Antwort geben. Es hat niemals eine Antwort gegeben. Das ist die Antwort.‹«