Andreas Kilian

Andreas Kilian ist Historiker und erforscht seit 1992 die Geschichte der jüdischen "Sonderkommandos" im nationalsozialistischen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Nach zwei Studienfahrten in die polnische Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau in den Jahren 1991 und 1992 sowie nach der Ausstrahlung von Filip Müllers Zeugnis in Claude Lanzmann's Dokumentarfilm "Shoah" im März 1992 begann Kilian sein Studium der "Sonderkommando-Historie und arbeitete 1993-1995 als Freiwilliger der Aktion Sühnezeichen in Auschwitz. Anschließend studierte er Mittlere und Neuere Geschichte sowie Germanistik. Im Jahre 2003 gründete er die "Unabhängige Arbeitsstelle zur Erforschung der Geschichte der jüdischen Sonderkommandos im KL Auschwitz-Birkenau" und das erste Internetportal zum Thema, "Sonderkommando-Studien". Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen, darunter der ersten Monografie "Zeugen aus der Todeszone" (mit Eric Friedler und Barbara Siebert, 2002) und in der "Encyclopaedia Judaica" ("Sonderkommando, Jewish", mit Gideon Greif, 2nd Ed. 2006) sowie wissenschaftlicher Berater der ersten Fernseh-Dokumentation zur "Sonderkommando-Historie" mit dem Titel "Sklaven der Gaskammer" (von Eric Friedler, 2000). Kilian bearbeitete die Neuausgabe von Miklos Nyiszlis Erinnerungsschrift "Im Jenseits der Menschlichkeit. Ein Gerichtsmediziner in Auschwitz" (2005) und ist Herausgeber der überarbeiteten und erweiterten Edition (mit Friedrich Herber, 2024). Kilian trug zudem wesentlich zur Überarbeitung von Gideon Greifs Pionierarbeit "Wir weinten tränenlos..." für Walter H. Pehle's Buchreihe im Fischer Taschenbuch Verlag (1999) und ferner zur zweiten überarbeiteten Edition (erweiterter Anmerkungsapparat) in Israel bei (1999). Kilian war auch Bearbeiter von Pavel Polians Standardwerk „Briefe aus der Hölle. Die Aufzeichnungen des jüdischen Sonderkommandos Auschwitz“ (2019 und 2024) und Mitarbeiter der von Aurelia Kalisky unter dem Titel „Die Zertrennung“ herausgegebenen Edition von Salmen Gradowskis Manuskripten (2019). Weitere Beiträge verfasste er u.a. für Filip Müllers autobiographische Erinnerungsschrift "Sonderbehandlung" und über die Zeugnisse von Marcel Nadjary und Herman Strasfogel. Seit 1997 beschäftigt sich Kilian zudem mit Luftbildinterpretationen und seit 2003 mit der Erstellung und Veröffentlichung von Schema-Plänen der Vernichtungszonen in Auschwitz-Birkenau sowie seit 2002 mit der Überarbeitung und Erstellung von Lageplänen des KL Auschwitz-Birkenau.

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