Das Schreiben ist für mich ein Weg, eine direkte Verbindung zu mir selbst zu fühlen. Im Schreiben kann ich mich mitteilen und Dinge, die in mir entstehen, mit mir und anderen teilen. Dies sind meist Dinge, die mich entweder berühren oder faszinieren. Ich liebe das Leben und seine vielen Facetten, daher schreibe ich in sehr unterschiedlichen Welten:
Eine Welt ist die medizinisch-mikrobiologische Welt. Ich interessiere mich also für die Kleinsten der Kleinen, und war schon immer voller Bewunderung für all die Dinge, die Bakterien, Protozoen, Pilze und andere kleine Lebensformen leisten können. So studierte ich in Bonn Biologie mit Schwerpunkt Mikrobiologie. Später, als ich mich während meiner Promotion intensiv mit bakteriellen Krankheitserregern beschäftigte, faszinierte mich vor allem, wie Bakterien es immer wieder schaffen, den von anderen Mikroben oder dem Menschen ausgetüftelten Strategien der Vernichtung (Antibiotika) zu begegnen. Ein Bakterium, also eine einzige Zelle, kann ein Antibiotikum inaktivieren, indem sie es bindet, spaltet oder auf andere Weise verändert. Manche Zellen können Antibiotika auch wieder aus ihren Zellkörpern hinaus transportieren oder andere Dinge mit ihnen anstellen, sodass sie keine Wirkung mehr zeigen. Seit 2001, unmittelbar nach Abschluss meiner letzten Forschungsarbeiten, arbeite ich freiberuflich als Wissenschaftsautor für Medizinische Mikrobiologie mit den Schwerpunkten bakterielle und virale Infektionskrankheiten. Mein 2009 erschienenes mikrobiologisches Lehrbuch beschreibt meine Faszination für die Welt der Krankheitserreger auf wissenschaftliche Weise. Das Lehr- und Handbuch eignet sich besonders für Pharmazeuten, Mediziner und Biologen.
(Buch: Bakterien, Viren, Wirkstoffe, Govi-Verlag 2009).
Eine völlig andere Welt findet sich im Schreiben von Worten, die direkt aus meinem Herzen geschrieben werden. Worte, die sich aus mir drängen und die erst dann ihre Ruhe finden, wenn sie endlich ihren Ausdruck auf einem Blatt Papier (oder im Speicher in den Tiefen eines PCs) gefunden haben. Solche Worte werden von mir vor allem aus starken Emotionen heraus und in meinen Gefühlen geboren. Liebe, Traurigkeit, Freude und Wut erschaffen ein buntes Meer von Texten.
Liebe und Freude fühle ich beispielsweise beim Wandern, auf Wegen, die ich entdecke, beim Innehalten an einem schönen Ort, beim Betrachten einer kleinen Schönheit, die sich mir offenbart. So schrieb ich einen Wanderführer über die Region, in der ich lebe und die ich liebe: Das Rheinland. Dieses soeben erschienene Buch begleitet den Lesenden auf zehn wunderschönen Wanderungen, auf deren Wegen es eine Menge zu entdecken gibt. Neben einer facettenreichen Tier- und Pflanzenwelt, die jeder mit offenen Augen Wandernde entdecken kann, habe ich auch kleine Mythen beschrieben, die den Wanderer entlang seiner Wege begleiten.
(Buch: Wanderungen im Naturpark Rheinland. Wanderwege, Pflanzen, Tiere, Landschaften, Mythen. Mercator-Verlag 2010).
Auszug: „Über das Wandern und die kleinen Schönheiten.
Schritt um Schritt trugen sie ihre Füße in neue Welten. Ihre Augen strahlten und ihre Träume hatten unter den sanft reflektierenden Lichtern des Waldes ihre Heimat gefunden. Wanderungen sind mit Worten schwer zu erfassen. Es sind unbekannte Wege, die uns neu oder vertraut erscheinen. Und sie sind niemals so, wie sie waren, als wir sie das letzte Mal betraten. Es gibt von uns nie gesehene Wege in einer fremden oder vertrauten Region, und es gibt welche, die wir immer wieder gehen und die doch so neu sind, als hätten wir sie nie gefunden. Jahreszeiten, Morgen und Abend, Sonne und Regen, Ströme von Wasser und Gedanken, ein aufgeregt davon springendes Reh, ein Fisch, der nur ein einziges Mal für uns auftauchte. Wanderungen sind Richtungswechsel, neue Blicke, Nahes, Weites, Seelensonne, Fühlen und Berühren.“