Uli Oesterle wurde 1966 als Sohn eines Markisenvertreters und einer Buchhalterin in Karlsruhe geboren. Seine Eltern zogen 1969 mit dem dreijährigen Oesterle an den westlichen Stadtrand von München, ins triste Germering.
Bald nach seiner Ausbildung zum Grafik-Designer in München, entfernte er sich vom reinen Grafik-Design und spezialisierte sich auf Illustrationen und das Zeichnen und Schreiben von Comics. Seit Anfang der 1990er-Jahre ist er als freiberuflicher Illustrator, Wimmelbildzeichner und Comiczeichner- und Autor für Werbeagenturen, Verlage und Eigenkunden, wie etwa die Süddeutsche Zeitung, Finanztest, Playboy, den Heye Verlag oder die Stadt Berlin tätig.
1995 gründete er gemeinsam mit Benjamin von Eckartsberg, Marc Herold und anderen die Ateliergemeinschaft »Die Artillerie«, die mittlerweile bis auf neun Illustratoren, Concept-Artists und Comiczeichner angewachsen ist.
Seit den frühen 1990er-Jahren veröffentlichte Uli Oesterle, neben seinen kommerziellen Arbeiten zahlreiche Comics für Comic-Magazine wie Strapazin, Moga-Mobo und den Comicstrich. Seine bislang einzige Comic-Veröffentlichung auf dem amerikanischen Markt erschien in der Anthologie "The Dark Horse Book of Hauntings" und später in seiner Kurzgeschichtensammlung "Kopfsachen". Mit der Veröffentlichung eigener Bücher begann er 1999.
Buchveröffentlichungen:
- 1999: Schläfenlappenphantasien, Zwerchfell-Verlag Hamburg
- 2000: Frass, Edition 52 Wuppertal
- 2009: Hector Umbra, Carlsen-Verlag Hamburg
- 2017: Kopfsachen, Carlsen-Verlag Hamburg
- 2020: Vatermilch, Buch 1: Die Irrfahrten des Rufus Himmelstoss, Carlsen-Verlag Hamburg
Auszeichnungen:
2000: Nominierung Max & Moritz Preis auf dem internationalen Comic-Salon Erlangen für sein Debütalbum Schläfenlappenphantasien.
2004: Nominierung beim grössten europäischen Comic-Festival im französischen Angouléme für die Einzelveröffentlichung des ersten Kapitels von Hector Umbra.
2004: ICOM Independent Comic Preis für die Einzelveröffentlichung des ersten Kapitels von Hector Umbra.
2010: Nominierung beim grössten europäischen Comic-Festival im französischen Angouléme für die den Gesamtband von Hector Umbra.
2016: Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung für sein Graphic Novel Projekt "Vatermilch". Der dotierte Förderpreis soll Künstlern schon geraume Zeit vor der Veröffentlichung helfen, die meist stark unterbezahlte Arbeit an ihren engagierten Graphic Novel Projekten weiterzuführen.
2017: Rudolph Dirks Award für die Kurgeschichtensammlung "Kopfsachen".
2018: Schwabinger Kunstpreis für seine künstlerische Arbeit in München.
Uli Oesterle lebt und arbeitet in München. Seine Arbeiten wurden bisher in sieben Sprachen übertragen.