#RAUSSCHREI
Es gibt Leben, die verlaufen schon von Anfang an scheiße...Meins ist so eins.
Wenn du in der Berliner Platte aufwächst und das fette Kind bist, dass sich in Bücher flüchtet, weil es sich gegen seinen cholerischen Bruder nicht wehren kann, dann hast du nicht viele Freunde - und cool bist du erst recht nicht. Und wenn dann noch die ganzen Leute in deinem Viertel auf einmal zu Glatzen werden und es geil finden, "Ausländer klatschen" zu gehen, dann weißt du, hier stimmt irgendwas ganz gewaltig nicht. Also gab es für mich nur einen Weg: Raus!
Doch wie es manchmal so ist: Du haust ab, willst nie mehr zurücksehen. Doch verarbeitet hast du überhaupt nichts. Und innerlich bist du so abgestumpft, dass du Abstürze brauchst, um überhaupt etwas zu fühlen. Und ich meine die richtigen. Die, die weh tun. Wenn du nicht mehr weißt, wo du bist, was du die Nacht zuvor gemacht hast und wer die Leute in deiner Bude sind. Bei mir waren es so viele, dass ich mit Mitte Zwanzig aufgehört habe, daran zu glauben, dass es besser werden könnte.
Und doch gibt es diesen einen Moment, in dem du merkst, dass du deine Wut rauslassen musst, damit die anderen am Ende doch nicht gewinnen. Das war der Moment, in dem ich begonnen habe zu schreiben, meine Wut rauszulassen, es herauszuschreien: #RAUSSCHREI