Helmut Jaschke

Prof. Dr. Helmut Jaschke

Amselweg 3

76149 Karlsruhe

Tel.: 0721/707859

Fax.: 0721/786496

Biographische Notizen

Geboren wurde ich, als die Welt durch Hitlers Machtrausch in Flammen stand und die deutsche Armee kurz vor einer ihrer bittersten Niederlagen, der von Stalingrad, am 18. Dezember 1942.

Ich habe mich oft gefragt, welchen Einfluss die Tatsache, ein Kriegskind zu sein, auf mein Leben hatte, zumal ich der zweite eines Zwillingspaares war und in der Geschwisterfolge bereits die Nummer vier. Nach mir kamen noch einmal zwei Schwestern.

Wie viel von der Angst, die meine Mutter ausgestanden haben musste, die ihren Mann im „Feld“ wusste, mein Lebensgefühl mit geprägt hat, weiß ich nicht. Aber das Thema „Angst“ hat mich schon immer beschäftigt, und Quellen der Angst aufzuspüren und Wege zum Vertauen als Gegenkraft dazu ausfindig zu machen ist bis heute ein wesentliches Ziel meiner Arbeit als Theologe und Therapeut.

Dabei hat mich als Religionspädagoge besonders auch das Thema Angst in der kirchlichen Sozialisation, die Drohung mit der Hölle als „ewige Strafe“ herausgefordert, auf die ich seit dreißig Jahren – solange begleite ich bereits Menschen in Krisensituationen - in vielen Gesprächen gestoßen bin.

Gehorsam und Strafe, die Eckpfeiler der traditionellen kirchlichen Predigt, habe ich allerdings auch als Kind im Elternhaus von Seiten eines „allmächtigen Vaters“ – so empfand es das wehrlose Kind! – erlebt. Das fehlende Selbstwertgefühl versuchte ich durch „Frömmigkeit“ auszugleichen, mit der ich die Anerkennung und Zuwendung der Mutter zu gewinnen wusste.

So war es kein Wunder, dass ich Priester werden wollte und es dabei immerhin bis zum Konvikt brachte, bis ich 1963 meine Frau kennen lernte, die drei prächtigen Kindern das Leben schenkte. Inzwischen sind sie alle im Beruf, und wir sind bereits Großeltern.

Die Theologie ließ mich auch nach dem Ausscheiden aus dem Konvikt nicht los, und ich studierte in Freiburg neben Theologie noch Geschichte und Wissenschaftliche Politik, machte die notwendigen Lehramtsprüfungen und war danach zehn Jahre im Schuldienst tätig, bevor ich 1978 an die Pädagogische Hochschule in Karlsruhe als Dozent, seit 1980 als Professor berufen wurde.

Als Lehrer merkte ich sehr schnell, wie wenig die herkömmliche akademische Theologie mit den konkreten Menschen zu tun hatte, so dass ich bald mit mir selbst und den Schülerinnen und Schülern in eine Sackgasse geriet.

So fand ich aus eigenem schmerzlichen Erleben langer depressiver Phasen den Weg zur Psychotherapie, von der Auseinandersetzung mit den bisher verleugneten Seiten meiner selbst hin zu der Aufgabe, andere Menschen zu begleiten.

Es waren und sind vor allem solche, die wie ich aus einem „religiösen Elternhaus“ kommen und um die Lebensmitte herum sich auf die Suche nach sich selbst und ihren wahren Gefühlen machen.

Erst die Tiefenpsychologie half mir, mich von den Fesseln verinnerlichter Ängste und Zwänge allmählich zu befreien und die Botschaft Jesu zu entdecken.

Sehr viel verdanke ich dabei bereits meinem Lehranalytiker Dr. Hans Böhringer, der leider schon tot ist.

Nach meiner Ausbildung zum Gesprächstherapeuten vor etwa dreißig Jahren

habe ich auch immer wieder einmal zur Feder gegriffen , um die heilende Botschaft des Jesus von Nazareth aus den Texten des Neuen Testaments heraus suchenden Menschen erschließen zu helfen, zuletzt in meinem Buch „Jesus, der Mystiker“.

Es ging und geht mir seither um eine christliche Spiritualität im Alltag, ohne Verleugnungen und Verbiegungen, um den Mut, zu sich zu stehen und den anderen so zu nehmen wie er ist. Das finde ich bei Jesus.

Dem gilt auch meine langjährige Mitarbeit bei Kursen, die sich die Einübung einer solchen Spiritualität und einer lebensnahen Bibelauslegung zum Ziel gesetzt haben. In ihnen habe ich mit Frauen und Männern über den Weg zu intensiverem Mensch- und Christsein gesprochen und ihnen von tiefenpsychologischen Einsichten her Wegschneisen in ein Dickicht aus Ängsten und Blindheiten zu bahnen versucht.

In meiner Arbeit mit Studierenden der Pädagogischen Hochschule wollte ich den angehenden Lehrerinnen und Lehrern vor allem Anregungen geben, sich selbst mit den wesentlichen Fragen nach dem Sinn und Urgrund unseres Lebens auseinander zu setzen und ihnen eine zeitgemäße Religionspädagogik vermitteln.(Vgl. dazu mein Buch: „Feste im Kirchenjahr. Erzählbausteine für Religionsunterricht und Kindergottesdienst“, Kösel 2000).

Inzwischen bin ich im "Ruhestand", habe mich zum Trauma-Therapeuten (EMDR)

ausgebildet und freue mich jedes Jahr auf eine Fortbildung zusammen mit meinem Sohn Clemens, der als Psychotherapeut in der Roseneck-Klinik in Prien am Chiemsee arbeitet.

Die Begleitung von Menschen in Krisensituationen oder als geistlicher Begleiter während Exerzitien bedeutet mir nach wie vor sehr viel.

Wenn es meine Zeit erlaubt, schreibe ich. Alle meine Bücher sind bei Amazon zu finden.

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