Kurt Lupp

Ich bin gebürtiger Bruchsaler(Jahrgang 1935). Studium Malerei und Kunstgeschichte. Über viele Jahre war ich bei der Bauverwaltung des Landes Baden-Württemberg für die konservatorische Betreuung der landeseigenen Kulturdenkmäler zuständig. Bei der Stadt Bruchsal gehörte ich seit ihrer Gründung der Historischen Kommission an. Neben Publikationen und Vorträgen zu baugeschichtlichen Themen und historischen Bautechniken habe ich mich besonders der Geschichte meiner Heimatstadt gewidmet.

Größere Veröffentlichungen:

2003 Schloss Bruchsal - Bau, Zerstörung und Wiederaufbau (Verlag Regionalkultur)

2005 Einige Anmerkungen zu Rastatter Baugefunden (in der Dokumentation des Kolloquiums zur Baugeschichte der Barockresidenz Rastatt) (Staatsanzeiger Verlag Stuttgart)

2009 Ausbau und Dekoration von Gebäuden im 18. Jahrhundert (Fraunhofer IRB Verlag)

2012 Versalzene Geschäfte (G.Braun Verlag)

Rezensionen:

DENKMALPFLEGE

IN BADEN -WÜRTTEMBERG

NACHRICHTENBLATT DER LANDESDENKMALPFLEGE

36. JAHRGANG 1/2007

Kurt Lupp: Schloss Bruchsal.

Bau, Zerstörung und Wiederaufbau

(Veröffentlichungen der Historischen Kommission der Stadt Bruchsal, 21),

Verlag Regionalkultur Heidelberg-Ubstadt-Weiher-Basel, 2003

Das Buch von K. Lupp ist so dicht gefüllt mit Informationen, dass eine Rezension sie nicht einmal aufzählen, noch viel weniger alle würdigen kann. Über keines der nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wiederaufgebauten oder restaurierten deutschen Schlösser ist bisher so umfassend in einem Band berichtet worden. Erst neuerdings tritt dem Bruchsaler Bericht der in fünf Broschüren geteilte über die Restaurierung des -unzerstörten - Ludwigsburger Schlosses zur Seite. Sehr viel kürzer und summarischer ist der Teil "Das Neue Schloss 1919-1964" von Franz Josef Talbot in einer Veröffentlichung der Deutschen Burgenvereinigung zum Stuttgarter Schloss. Kurt Lupp war mit der Restaurierung/Rekonstruktion von Schloss Bruchsal aufs Engste verbunden. Die hierzu besprechende Veröffentlichung ist nur die eine Hälfe eines opus magnum, die andere ist manifestiert im Ergebnis praktischer Einflussnahme auf die Art und Weise der wiederherstellenden Arbeiten am Schloss seit 1973 und schließlich viele Jahre lang auf die Restaurierung aller historischen Bauten im Bereich der OFD Karlsruhe.

Die bereits unmittelbar nach der Wiederherstellung des Bruchsaler Schlosses geplante umfassende Dokumentation kam damals nicht zustande. Dass sie nun, gefördert vor allem von der Stadt Bruchsal, als Buch erschien, ist ein Umstand, den man nicht genug loben kann. Im ersten Teil dieses Buches breitet Lupp die Baugeschichte des Schlosses aus. Sie endet nicht mit einer - ohnehin nicht sinnvoll festzulegenden -

"Fertigstellung", sondern umfasst alle Bauvorgänge am Schloss bis zur Zerstörung 1945. Dabei wird die frühere grundlegende Renovierung durch Fritz Hirsch 1900-1909 objektiv und umfassend dokumentiert. Erwähnung findet, dass Hirsch 1910 ein Mappenwerk zur Baugeschichte und Restaurierung von Bruchsal herausgab und im Schloss einen Dokumentationsraum dazu einrichtete. Hirschs Erkenntnis, dass "neben dem Tagewerk der Bauausführung eine Durcharbeitung des gesamten... Akten- und Planmaterials vorzunehmen sei" (S.116), bestimmte glücklicherweise auch die Wiederaufbau- und Rekonstruktionsarbeiten am Schloss durch die Staatliche Hochbauverwaltung ab 1960 und die Tätigkeit Kurt Lupps im Rahmen dieser Arbeiten. Dass die scheinbar ideale Ab¬folge Forschung - Untersuchung - Ausführung nur ausnahmsweise einzuhalten war und in dem vorliegenden Buch etwas idealer erscheint als in Wirklichkeit, wird jedem Eingeweihten klar sein. Eine strikte Trennung der drei Komponenten wäre bei einem so komplexen und von so vielen Einflüssen abhängigen Bauvorgang wie der Restaurierung eines ganzen Schlossensembles auch kaum angemessen.

Lupps Ausführungen zur Baugeschichte können hier nicht resümiert werden. Sie stecken voller Informationen über Bauvorgänge im 18. Jahrhundert, wie sie sicher nicht nur in Bruchsal, sondern auch an anderen Barockschlössern abgelaufen sind, etwa die Übernahme von Dekorationsmaterialien und Gussformen von Bauten anderer Bauherren (Fliesen aus Favorite, 5.20; Stuckformen wie in Würzburg, S. 78), die "optische" Fertigstellung eines Raumes mit Provisorien, die aber einem Künstler anvertraut werden (Altäre der Schlosskirche, S. 27), Einsparung von Fensterbeschlägen (S. 27).

Lupps Interesse am Detail und sein intensives Studium der Quellen wirkt sich hier höchst segensreich für den interessierten Leser aus. Wolfgang E. Stopfe/

Kurt Lupp

Versalzene Geschäfte

BNN Bruchsal Freitag 19.10.2012

Lehrreich und spannend: der historische Bruchsal-Krimi "Versalzene Geschäfte

Das Lesen lohnt sich, für Bruchsaler allemal, Denn das 274-seitige Buch des Bruchsaler Autors und Kunsthistorikers Kurt Lupp, "Versalzene Geschäfte", ist mehr als eine "Kriminalgeschichte aus dem alten Bruchsal". Zwei brutale Morde und ein blutiger Selbstmord im eher verschlafenen Brusl, wenn auch im Jahr 1753, verdienen durchaus, in einem Taschenbuch beleuchtet zu werden. Aber der unterhaltsame Regionalkrimi ist zugleich ein Gang durch die Stadtgeschichte des 18. Jahrhunderts, ein Wegweiser durch das fürstbischöfliche Bauwesen und eine Exkursion an die Stätten der Salzgewinnung in der damaligen Bruchsaler Saline. Übrigens, an die Produktion zwischen 1721 und 1824 erinnert heute noch die Salinenstraße.

Mit Kurt Lupp geht ein Fachmann ans Werk, der mit Detailkenntnisseil in Bau-geschichte punktet. Alles Historische ist einwandfrei recherchiert, wie es von einem Mitglied der Historischen Kommission erwartet wird. Obwohl sich die "Versalzenen Geschäfte" an wenigen Märztagen im Jahr 1753 abspielen, darf der Leser viele (inzwischen wohl vergessene) Baulichkeiten in Bruchsal kennen-lernen und überaus Fundiertes über die Stadtgeschichte erfahren. Wer auf den Spuren des Mörders ist, wird, so nebenbei, mit den historischen Gegebenheiten in dem etwa 3 000-Einwohner-Städtchen vertraut gemacht und lernt auch manche bedeutende Persönlichkeit kennen, so Fürstbischof Franz Christoph von Hütten, Hofarchitekt Johann Stahl und Baumeister Balthasar 'Neumann. Alte Stiche und alte Fotografien im Buch helfen, sich bei der Zeitreise zurechtzufinden. Zum Schmunzeln verführt der mitunter verwendete Brusler Dialekt, der wohl 250 Jahre unverändert geblieben ist,

Zurück zum Mordgeschehen, das in 50 übersichtliche Kapitel aufgeteilt ist: Ein Hilfsbeamter seiner Hochfürstlichen Eminenz wird erdrosselt im Bruchsaler Kalkofen aufgefunden. Ein Erpresser? Bald, darauf baumelt der Lagerverwalter der Saline am Gradierwerk. Ein Mitwisser? Die beiden beauftragten fürstbi-schöflichen "Derricks" erkennen rasch den Zusammenhang mit den laufenden Aktenfälschungen und Unterschlagungen im einträglichen Salzgeschäft. Zu guter Letzt kommen sie dem Übeltäter auf die Schliche. Eingebettet in die schaurige Kriminalgeschichte ist eine anrührende Liebesromanze. Der liebenswürdige Bauaspirant Johannes und das brave Advokatentöchterlein Marie finden am Ende zueinander.

Werner Schmidhuber

BuchInfo

Ins JAHR 1753 entführt der Krimi " Versalzene Geschäfte" seine Leser

"Versalzene Geschäfte" von Kurt Lupp ist im G. Braun. Buchverlag erschienen und für 14,90 Euro im Buchhandel sowie in der Bruchsaler BNN-Geschäftsstelle, Friedrichstraße 6, erhältlich