Im Sommer 1963, als die Möwen über Malchow kreischten und die Urlaubsstimmung an der Müritz in der Luft lag, erblickte Peter Fleischmann (alias Weißbart) das Licht der Welt – ein echtes Urlaubskind. Doch seine Wurzeln waren in Magdeburg, ein waschechter Machdeburcher mit Herz und Humor.
In der Schule war Peter (k)ein Multitalent: Zehn Jahre lang balancierte er zwischen Matheaufgaben und Streichen, die selbst die Lehrer ins Schwitzen brachten. Nach dem Abschluss stürzte er sich in die Welt der Polstertechnik – ein Facharbeiter mit goldenen Händen, der Sofas und Sessel in Kunstwerke verwandelte. Fünf Jahre lang polsterte er, was das Zeug hielt, doch das Schicksal hatte Größeres mit ihm vor.
Schon ehrenamtlich hatte Peter in einem Magdeburger Jugendklub die Massen begeistert – mit Ideen, die so wie verrückt als auch genial waren. Als die Chance kam, hauptamtlicher Leiter zu werden, sagte er: „Warum nicht?“ Und so wurde er zum Kapitän eines chaotischen, aber herzlichen Schiffes voller Teenager.
Die Wende brachte Wandel: Nach seiner Pflichtzeit bei der NVA und dem Fall der Mauer zog Peter die Immobilienjacke an. Selbständig als Makler jagte er Häuser, schloss Deals und bewies, dass er nicht nur Polster, sondern auch Verhandlungen fest im Griff hatte. Doch 2010 schlug sein Herz plötzlich für die erneuerbaren Energien: Als Projektentwickler wurde er zum Ritter der Windräder und Solarpanels – ein Mann, der die Welt nicht nur lustiger, sondern auch nachhaltiger machen wollte.
Früh im Leben setzte er sich Ziele, die wie ein persönliches Abenteuerbuch klingen: Einen Baum pflanzen? Erledigt – irgendwo in Magdeburg steht ein stolzer Stamm, der seinen Namen flüstert. Ein Haus bauen? Check – mit Schweiß, Witz und wahrscheinlich ein paar schiefen Nägeln steht es da, ein Zuhause für seine Familie. Kinder? Oh ja, viele – eine muntere Truppe aus Weiblein, Männlein und Enkelkinder die schnell ein eigenes Fußballteam abbilden könnten. Und Bücher schreiben? Mit 61 Jahren schnappt er sich die Feder (oder den Laptop) und beginnt, seine Geschichten aufzuschreiben gewürzt mit seinem unverwechselbaren Humor. Und unter welchem Namen? „Weißbart“! Seit seiner Coronaerkrankung 2020 trägt er einen hervorragenden weißen Vollbart, der ihn wie einen weisen Erzähler aussehen lässt – halb Pirat, halb Philosoph, ganz Peter. „Weißbart“ ist nicht nur ein Name, sondern ein Markenzeichen, das seine neue Leidenschaft krönt.
In seiner Freizeit dribbelt er über den Fußballplatz, als wäre er 20, hält das Haus in Schuss und plant mit der Familie Abenteuer – vom Grillabend bis zur spontanen Reise an die Müritz, wo alles begann.