Isolde Sammer ist eine Frau mit Forscherdrang. Mit ihrem Debüt „Die Stille nach dem
Schrei“ hat sich die geborene Münchnerin an ein Thema gewagt, das alle Menschen
gleichermaßen fassungslos macht: Pädophilie. Die Hauptfigur Martin, ein pädophiler
Mörder, ist selbst fast noch ein Kind. Isolde Sammer hat für die Recherche zum Buch
tonnenweise Fachliteratur über diese Neigung gelesen. Obwohl es ihr belletristisches
Debüt ist, schreibt sie schon lange und sehr erfolgreich Drehbücher, oft für Krimis
wie den „Tatort“, „Bella Block“ oder „Die Kommissarin“. Sie kennt also menschliche
Abgründe aus ihrer täglichen Arbeit – doch das Schreiben eines Thrillers
unterscheidet sich elementar von dem eines Drehbuchs; vor allem auch, weil in
ihrem Roman die Figuren hochkomplex angelegt sind. So war für Isolde Sammer das
Arbeiten an „Die Stille nach dem Schrei“ eine neue Herausforderung.
Seit zwei Jahren lebt die überzeugte Münchnerin in Hamburg, zuvor hatte sie sich
schon mit Berlin anfreunden dürfen – der Beruf ihres Mannes erforderte dies. Doch
Sammer, die bepackt mit den Klischees „schlechtes Wetter, kühle Hanseaten“ nach
Hamburg kam, fühlt sich auch im Norden pudelwohl. „Keines der Klischees stimmt,
nicht einmal das vom Wetter“, erzählt die Autorin, die mit ihrem Mann und zwei
Katern stilecht norddeutsch in einem Reetdachhaus im Hamburger Stadtteil
Ochsenwerder wohnt. „Ich möchte eigentlich gar nicht mehr weg.“