Die Welt bereisen, Neues entdecken, Sehenswürdigkeiten bestaunen. In der heutigen Zeit ist dies einfacher denn je. Bevor jedoch moderne Fortbewegungsmöglichkeiten Einzug fanden und das Reisen zu einer weit verbreiteten Beschäftigung der Massen machten, musste der Mensch nach anderen Mitteln suchen, um Eindrücke aus der Ferne zu gewinnen. Bereits Ende des 17. Jahrhunderts entstand so ein Medium, das sich ein Jahrhundert später großer Beliebtheit erfreuen würde: der Guckkasten.

Im Zentrum eines Guckkastens stehen bildnerisch dargestellte Szenen, meist Kupferstiche, Stahlstiche oder Radierungen, die in einem bestimmten Format für den Kasten angefertigt wurden. Das Prinzip ist einfach: Die Bilder werden im Guckkasten platziert (mitunter auf Walzen, sodass sie weiterbewegt werden können) und beleuchtet. Der Betrachter sieht diese dann gespiegelt durch eine außen angebrachte Linse. Sowohl die Nähe des Auges zum Bild, als auch die zum Teil lupenähnliche Funktion der Linse lassen das Gesehene dann räumlich erscheinen – eine Wirkung, die zum Teil noch durch Falttechniken oder vom Guckkästner durchgeführte Veränderungen am Bild verstärkt wurde.

Die Motive der Guckkastenbilder sind vielfältig. Anfänglich zeigten sie vor allem städtische oder ländliche Szenen, doch mit wachsender Beliebtheit wuchs auch die Nachfrage nach Szenen entlegenerer geographischer Orte und Völker. Ein weiteres beliebtes Motiv waren (Natur-)Katastrophen, etwa Erdbebenszenen oder Darstellungen von Meeresschlachten, die das sensationelle Interesse der Menschen am aktuellen Zeitgeschehen befriedigten.

Wir haben einige Beispiele beliebter Stadtmotive für Sie zusammengestellt und noch weitere aufregende Szenen entdeckt. Viel Freude beim Entdecken der Welt durch das "gläserne Auge" des Guckkastens!

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