Der KinderbuchVerlag — Text: Der KinderbuchVerlag

Vom ersten Buch bis 1990

Der KinderbuchVerlag wurde am 1. Juni 1949, dem "Tag des Kindes", in Berlin-Mitte gegründet. Das Programm eröffnete Bertolt Brechts Kalendergeschichte Der verwundete Sokrates mit Illustrationen von Frans Haacken in einer Startauflage von 100.000 Exemplaren. Bis 1990 war Der KinderbuchVerlag Berlin der Zentralverlag für Kinderliteratur der DDR. Sein Verlagsprogramm umfasste Bilderbücher, Kinder- und Jugendromane, Lyrik, Märchen und Sagen, Sachbücher und Kinderlexika sowie Publikationen zur Geschichte und Theorie des Kinderbuches und die Zeitschrift Beiträge zur Kinder- und Jugendliteratur. Zu den bekanntesten Autoren gehören Benno Pludra (Die Reise nach Sundevit u.a.), Peter Hacks (Onkel Mo u.a.), Erwin Strittmatter (Tinko u.a.), Werner Heiduczek (Jana und der kleine Stern u.a.), Gerhard Holtz-Baumert (Alfons Zitterbacke u.a.), Alex Wedding (Ede und Unku u.a.) und Fred Rodrian (Hirsch Heinrich u.a.). Der Verlag veröffentlichte in 44 Editionsformen, vom Taschenbuch bis zur Prachtausgabe, vom Mini- bis zum Maxibuch. Die Illustrationen namhafter Buchkünstler wie Elizabeth Shaw, Ingeborg Meyer-Rey, Volker Pfüller oder Werner Klemke tragen bis heute zur Beliebtheit der Bücher aus den Programmen des KinderbuchVerlags bei.

Ab Mitte der siebziger Jahre vergab Der KinderbuchVerlag Berlin auch Förderpreise an Autoren und Grafiker: den Hans-Baltzer-Preis für Illustratoren, den Edwin-Hoernle-Preis für Theorie und Literaturkritik, den Sally-Bleistift-Preis für junge Autoren sowie Das rote Flügelpferd für Verdienste um die Literaturentwicklung. Zahlreiche Bücher aus den Programmen dieser ersten 40 Jahre zählen bis heute zu den Klassikern der Kinderliteratur und begeistern noch immer große und kleine Leser.

Der KinderbuchVerlag Berlin zwischen 1990 und 2002

Im Juni 1990 wurde der Verlag unter der Verwaltung der Treuhandanstalt in eine GmbH umgewandelt. Erst 1992 fand sich mit dem Münchner Verleger Hans Meisinger ein Käufer. Die Meisinger Verlagsgruppe, zu der seit 1992 auch der Middelhauve Verlag gehörte, wurde 1998 in die Middelhauve Verlagsgruppe umfirmiert, zu der auch Der Kinderbuch-Verlag Berlin als Imprint zählte. Unter dem Dach Middelhauve erlebte der KinderbuchVerlag Berlin eine Renaissance: Wurden bislang seit der Privatisierung nur Restbestände aus dem Lager abverkauft, so wurde nun programmatisch neben der Pflege bekannter Kinderbuchklassiker auch auf Neuerscheinungen bekannter ostdeutscher Autoren und Illustratoren wie Benno Pludra, Werner Heiduczek oder Lutz Rathenow gesetzt. Es entstanden neue Reihen wie die Pludra-Bibliothek. Daneben gewann man junge AutorInnen wie Ingrid Uebe für das Programm und realisierte mit namhaften englischen Illustratoren (Ruth Brown, Diz Wallis, P.J. Lynch u.a.) Bilderbuch- und Märchenbuchprojekte.

Der KinderbuchVerlag in der Verlagsgruppe Beltz

2002 verließ Der KinderbuchVerlag Berlin seinen Verlagsort Berlin und ging als Der KinderbuchVerlag in die Verlagsgruppe Beltz über. Seitdem werden kontinuierlich Standardwerke der DDR-Kinderliteratur neu aufgelegt und um unveröffentlichte Werke bekannter Autoren und Illustratoren aus dem Verlagsprogramm ergänzt. Derzeit sind im KinderbuchVerlag etwa 75 Titel lieferbar. Zu den erfolgreichsten unter ihnen zählen die Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm (derzeit in der 34. Auflage lieferbar), "Der kleine Angsthase" von Elizabeth Shaw (über 70.000 verkaufte Exemplare), Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt von Hannes Hüttner (40.000 verk. Exemplare), Fred Rodrians Hirsch Heinrich (30.000 verk. Exemplare), Bootsmann auf der Scholle von Benno Pludra (über 20.000 verk. Exemplare) und das Kinderlexikon Von Anton bis Zylinder (über 20.000 verk. Exemplare).