Der Fänger im Roggen

Der Fänger im Roggen

Vor 60 Jahren erschien The Catcher in the Rye von J.D. Salinger in den USA und wurde innerhalb kürzester Zeit zum weltweiten Bestseller. Es zog allerdings nicht nur Lob auf sich, sondern aufgrund der verwendeten Jugendsprache auch viel Kritik (es enthält in der Originalausgabe 255 Mal das Wort "goddam" und 44 Mal den Ausdruck "fuck"). In Deutschland erschien das Buch in einer ersten Übersetzung von Irene Muehlon 1954 unter dem Titel "Der Mann im Roggen", 1962 in einer Neubearbeitung von Heinrich Böll als "Der Fänger im Roggen" und 2003 in einer erneut übersetzten Fassung von Eike Schönfeld.

Es geht in dem Buch um Holden Caulfield, einem unangepassten Jugendlichen, der bereits von mehreren Schulen geflogen ist. Er wehrt sich gegen die Welt der Erwachsenen, die in seinen Augen von Falschheit geprägt ist, sein meist gebrauchtes Adjektiv für sie ist "phony". Der Roman wird auf der einen Seite als Sozialkritik der amerikanischen Gesellschaft der 1940er und 1950er Jahre verstanden, auf der anderen Seite als psychologische Analyse des Erwachsenwerdens des Protagonisten.

In Deutschland gehört Der Fänger im Roggen seit Jahren zur Pflichtlektüre in der Mittel- und Oberstufe. Leider diente der Roman aber auch als Vorbild für mehrere Attentäter. So hatte der Mörder von John Lennon eine Ausgabe des Buches unter seinem Arm als er schoss und auch der gefürchtete Kriminelle Charles Manson identifizierte sich nach eigener Aussage mit dem Fänger im Roggen.

Jerome David Salinger führte trotz des Trubels um sein Buch ein sehr zurückhaltendes Leben und verfasste danach nur noch Kurzgeschichten. 2010 starb er im Alter von 91 Jahren in Cornish, New Hampshire.

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