Hochgradige Entdeckerfreuden: Annerose Busse vom Magdeburger Antiquariat

Was bedeutet der Beruf des Antiquars für Sie?
Büchern und anderen Kulturgütern wieder ein zweites oder ein weiteres Leben geben zu können.
Außerdem meine Leidenschaft und Freude und mein Interesse für Bücher auf andere, möglichst auf jüngere Menschen übertragen zu können und jeden Tag aufs Neue die Gelegenheit zu haben, in angeregten Gesprächen mit meinen Kunden Wissen und Erfahrung zu teilen. Viele Kunden schätzen es, beim heutigen Überangebot an Büchern, bei uns eine bewusst getroffene Auswahl an Literatur zu finden.

Was fasziniert Sie an alten Büchern und Autographen?
Wenn es gute Bücher oder interessante Autographen sind: einfach alles! Ein gutes Buch ist ein Kunstgegenstand, der voller Sinnlichkeit, Inspiration und Anmut ist. Die Annäherung ans Buch oder die spannende Recherche eines Autographen sind hochgradige Entdeckerfreuden. Und überhaupt: Bücher machen glücklich!

Wie sind Sie Antiquarin geworden?
Als ausgebildete Buchhändlerin ging ich 1983 in das Magdeburger Antiquariat. Von 1983 bis 1984 absolvierte ich in Leipzig eine Ausbildung zum Buchhändler / Antiquar. Im Jahr 2005 übernahm ich dann das Antiquariat von meinem Vorgänger, Herrn Reinhard Selz. Im Mai dieses Jahres haben wir jetzt gemeinsam das 50-jährige Firmenjubiläum gefeiert.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Da ich das Geschäft ganz allein führe, bestimmen die Kunden den Ablauf meines Arbeitstages. Einen typischen Arbeitstag gibt es nicht, aber gerade das macht ja jeden Tag aufregend und spannend für mich.

Was war Ihr spektakulärster Fund?
Besonders spannend sind für mich auch die Funde in den Büchern. Als Beispiel: eine Original-Visitenkarte aus der Hand von Friedrich Wilhelm Riemer mit der handschriftlichen Ergänzung: „Geheime Rath von Goethe sich bestens empfehlend.“ (F.W .Riemer war ab 1814 Sekretär Goethes).

Von welchen Stücken sind Sie persönlich besonders begeistert?
Alle, die mein Sammelgebiet - Frauenliteratur des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis zum Ende der Zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts – erweitern. Zu diesen Sammelthema kam ich über die Beschäftigung mit Rainer M. Rilke und seiner ambivalenten, wechselvollen und faszinierenden Beziehung zu Lou Andreas-Salome. Darüber hinaus begeistern mich besonders schöne handgebundene Einbände und illustrierte Bücher.

Wie kommen Sie an Ihre Bücher?
Durch Ankäufe im Geschäft und dem Kauf umfangreicher Privatbibliotheken vor Ort. Da in den neuen Bundesländern das Potenzial an seltenen und interessanten Büchern vergleichsweise gering ist, kaufe ich vor allem auch auf Auktionen und bei Kollegen.

Wenn man als Laie an alte Bücher denkt, dann denkt man wahrscheinlich als erstes an alte Drucke, die mehrere tausend Euro wert sind und die man sich als Normalsterblicher gar nicht leisten kann. Ist das tatsächlich so, oder haben Sie auch etwas für den schmaleren Geldbeutel?
Wie zuvor schon dargelegt, tauchen Bücher im Wert von mehreren tausend Euro in unserer Region kaum auf. Noch viel weniger tauchen die Kunden bei uns auf, die bereit sind soviel Geld bei uns auszugeben. In der Hauptsache haben wir daher gute Bücher für den schmaleren Geldbeutel.

Sie haben den ganzen Tag beruflich mit Büchern zu tun. Haben Sie abends genug von Literatur oder lesen Sie auch privat gerne?
Unbedingt. Lesen gehört zu meiner Lebensform, egal ob zur Weiterbildung oder Unterhaltung. Und am spannendsten ist das Lesen von aktuellen Auktionskatalogen.





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