Von Irritationen fasziniert: Antiquariat Ulrich Heider, Köln

Was bedeutet der Beruf des Antiquars für Sie?
Die Möglichkeit mich hauptsächlich mit den Dingen zu beschäftigen, die mir Freude machen.

Was fasziniert Sie an alten Büchern und Autographen?
Manchmal der Inhalt, manchmal die Gestaltung - besonders wenn sie mich irritieren, manchmal nur der Wert.

Wie sind Sie Antiquar geworden?
Nach zwei Jahrzehnten des Jagens und Sammelns und ein paar Jahren wissenschaftlicher Arbeit erschien mir dieser Beruf als vergleichsweise angenehme Art der Subsistenzsicherung.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
11:00 Uhr Laden aufsperren, 19:00 Uhr Laden zusperren. Dazwischen Lagerpflege, Bearbeitung von Bestellungen, Kundenbetreuung. Davor oder danach Ankäufe, Hausbesuche etc.

Wie kam es zur Spezialisierung auf Literatur zum Thema Kunst des 20. Jahrhunderts?
Zum Einen gibt mir die Beschäftigung mit diesen Bereichen persönlich am Meisten. Das ist wieder zu verstehen hinsichtlich möglicher Irritationen oder möglicher Veränderungen meiner Seh- und Denkweise. Andererseits und auch bedingt durch diese Vorliebe sind meine Kenntnisse über diese Gebiete größer als über andere.

Was war Ihr spektakulärster Fund bzw. Kauf?
Keiner meiner Funde oder Ankäufe war spektakulär, gut war das ein oder andere. Vor einigen Jahren etwa erwarb ich den Teilnachlass des Architekten und Bauhausschülers Prof. Emanuel Lindner bzw. rettete ihn vor der Entsorgung. Er enthielt Zeichnungen, Pläne, Fotos und Briefwechsel, die Lindners Schaffen von den 1930er Jahren bis zu seinem Tod umfassend dokumentierten. Alles in allem sicherlich genug Material für eine architekturgeschichtliche Dissertation. Aktuell wäre vielleicht noch auf eine vollständige Sammlung von Hans von Webers Hundertdrucken hinzuweisen, die ich jüngst erwerben konnte.

Von welchen Stücken sind Sie persönlich besonders fasziniert bzw. begeistert?
Mich faszinieren hin und wieder Bücher, die durch ihren Inhalt oder ihre Gestaltung irritieren. Begeistert bin ich dann, wenn Inhalt und Form des Buches zueinanderpassen. Das muss nicht zwingend schön sein, es muss nur stimmen.

Wie kommen Sie an Ihre Bücher?
Mein besonderes Augenmerk gilt wie angedeutet und wahrscheinlich unter den Kollegen allgemein üblich seltenen oder besonderen Büchern, etwa Pressendrucken, Künstlerbüchern, literarischen Besonderheiten. Große Lagerbestände sind mir zunehmend ein Graus. Ich suche diese Bücher überall, wo man sie nur finden kann. D.h. gleichermaßen auf Auktionen, bei Kollegen oder in Privatbibliotheken. Nicht zuletzt deshalb veranstalte ich in diesem Jahr zum fünften Mal die Kölner Antiquariatstage. Messen gehören noch immer zu den wichtigsten Umschlagplätzen für in diesem Sinne gute Bücher.

Wenn man als Laie an alte Bücher denkt, dann denkt man wahrscheinlich als erstes an alte Drucke, die mehrere tausend Euro wert sind und die man sich als Normalsterblicher gar nicht leisten kann. Ist das tatsächlich so, oder haben Sie auch etwas für den schmaleren Geldbeutel?
Ein gutes Buch kann, muss aber nicht teuer sein. Ich verkaufe am liebsten gute Bücher, d.h. Bücher die ich kenne und die mir gefallen haben.

Sie haben den ganzen Tag beruflich mit Büchern zu tun. Haben Sie abends genug von Literatur oder lesen Sie auch privat gerne?
Ohne Lektüre wäre das Leben doch sehr trist. Ich lese eigentlich ständig. Dabei sind gerade der Abend und die Nacht vorzügliche Lesezeiten. Nur die Physis setzt hier Grenzen.



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