Immer etwas Feines, Schönes, Exquisites - auch für den kleinen Geldbeutel: ein Interview mit Catherine Clement, Bonn

Was bedeutet der Beruf des Antiquars für Sie?
Der Beruf eines Antiquars ist für mich die privilegierteste, kaufmännische Tätigkeit. Es ermöglicht mir, sowohl mit dem geschriebenen Wort als auch mit den Menschen, die sich dafür interessieren, Umgang pflegen zu können.
Es ist mir immer wieder eine Freude, Bücher vermitteln zu können und damit Menschen glücklich zu machen. Die eigene Leidenschaft zu den Büchern mit den Kunden zu teilen gehört dazu. Ständig auf die Jagd nach Büchern zu gehen, macht mir großen Spaß. Und ganz besonders die Juwelen zu finden!

Was fasziniert Sie an alten Büchern und Autographen?
Zunächst einmal begeistert mich das Buch selbst. Eine sinnliche Begegnung mit dem Buch als solches! Mit einem Autograph versehen gewinnt das Buch plötzlich eine Identifizierung und Personifizierung. Die Geschichte hinter der Geschichte fängt dann an (und ich bin sehr neugierig)! Kunden haben mir auch von Büchern erzählt, die ihr Leben verändert haben. Diese Bücher, welchen Inhaltes auch immer, sind die faszinierendsten für mich.

Wie sind Sie Antiquarin geworden?
Am besten wird meine Geschichte durch den griechischen Begriff "Kairos" beschrieben. In meinem Leben ereigneten sich viele günstige Momente, die mich auf diesen Weg brachten. Der familiäre Umgang mit den Büchern, meine Kontaktfreudigkeit mit den Menschen, mein Interesse und meine Neugierde für verschiedene Kulturwelten haben mir diesen Beruf aufgezeigt. "Born to save the books!" Ganz besonders in den goldenen Jahren von Bonn als Bundeshauptstadt, wo Diplomaten, Journalisten und Regierungsangehörige selbstverständlich mein Antiquariat regelmäßig besucht haben. In mehreren Sprachen kommunizieren zu können, hat hier sicherlich sehr geholfen.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Pünktlich um 10 Uhr klingelt meine enthusiastische Mitarbeiterin Pelin Keskin (selbst als Japanologin und Diplom-Übersetzerin tätig) an der Tür.
Wir fangen dann mit unserem Arbeitstag an, erledigen die übliche Antiquariatsverwaltung (Post, Bestellungen, Rechnungen etc.), listen nach akribischer Recherche Bücher auf, machen unsere Espresso-, Obstsalat- und Schokoladenpause. Nachmittags und abends finden in der Form von Hausbesuchen Büchertermine statt, viel später dann ein Glas Nuits-Saint-Georges und Bücher - in meiner fernsehfreien Wohnung - lesen.

Was war Ihr spektakulärster Fund bzw. Kauf?
Das Wort "Serendipity" (dt: Serendipität - glücklicher Zufall) hat immer meine Arbeit begleitet. In über 35 Jahren Tätigkeit in Deutschland mit Bücherterminen weltweit ist die Liste da sehr lang geworden. Eine Karte mit Glückwünschen, eigenhändig gezeichnet von Oskar Kokoschka, Band 3 des ersten Drucks von Robert Musils "Der Mann ohne Eigenschaften" oder die erste russische Ausgabe des Struwwelpeters sind nur einige wenige Beispiele.

Von welchen Stücken sind Sie persönlich besonders begeistert?
Ich interessiere mich vor allem für kulturgeschichtliche Werke der 20er Jahre wie z.B. "Die Brautnacht - Eine Ethnologisch-Kulturgeschichtliche Und Sexualphysiologische Schilderung Ihres Wesens Und Ihrer Bedeutung. Eine Morphologie Ihrer Erscheinungsformen."
Der Expressionismus ist ebenfalls eine große Passion. Zu meinen Lieblingsbüchern gehört "Die Blendung" von Elias Canetti, ein ideales Buch für Antiquare!

Wie kommen Sie an Ihre Bücher?
Büchertermine erreichen mich vor allem durch Mundpropaganda, da ich über 30 Jahre im Herzen von Bonn ein Antiquariat besaß.

Wenn man als Laie an alte Bücher denkt, dann denkt man wahrscheinlich als erstes an alte Drucke, die mehrere tausend Euro wert sind und die man sich als Normalsterblicher gar nicht leisten kann. Ist das tatsächlich so, oder haben Sie auch etwas für den schmaleren Geldbeutel?
Nein, das stimmt nicht. Es gibt immer etwas Feines, Schönes, Exquisites, auch für einen kleinen Geldbeutel. Mein Metier besteht auch darin, dass ich den neuen, jungen und interessierten Kunden ein Buch präsentieren kann, das ihre Wünsche erfüllt.
Das schönste ist immer, wenn der Kunde sich zufrieden wiedermeldet.

Sie haben den ganzen Tag beruflich mit Büchern zu tun. Haben Sie abends genug von Literatur oder lesen Sie auch privat gerne?
Ja, selbstverständlich. Ohne selbsterworbene, breitgefächerte und solide Bildung wird man keine interessanten Büchernachlässe erwerben und dann an Dritte weiterverkaufen können.
Grundsätzlich ist mein Beruf meine Passion und ich versuche ihn mit Kompetenz, Ehrgeiz und auch Fantasie auszuüben. Ich freue mich auf Ihre Bestellung! Always ready to help! Vite, les livres vous attendent!

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