Beschreibung
456 Seiten, Buch und Schutzumschlag in ausgezeichnetem Zustand. Schutzumschlagmotiv gezeichnet von Ernst Dombrowski. Dreiunddreissigste Auflage, 106. - 111.Tausend. Autorenporträt: Galina Djuragin (geboren am 27. Juni 1898 in Kasli in der Nähe von Jekaterinburg im Ural; gestorben am 11. Februar 1991 in Ettenhausen, Schweiz; Pseudonym Alja Rachmanowa) war eine russische Schriftstellerin. Ihre Tagebuchaufzeichnungen wurden in 21 Sprachen übersetzt. Sie wurde damit zu einer der bekanntesten Schriftstellerinnen der Zwischenkriegszeit. Galina Djuragin wuchs als erste von drei Töchtern einer großbürgerlichen Familie in Kasli in der Nähe von Perm im Ural auf. Ihr 1932 erschienenes autobiografisches Buch Geheimnisse um Tataren und Götzen beschreibt ihre relativ unbeschwerte Kindheit im großbürgerlichen Luxus eines christlich-orthodoxen Elternhauses, im Kontakt zur archaischen Lebensweise der Tataren, beschreibt abenteuerliche Ausflüge und Erlebnissen und die ihr wichtige Weissagung eines Einsiedlers: Sie werden sehr glücklich werden, Fräulein, aber Sie werden auch viel Unglück und Kummer haben". Galina Djuragin hat das Führen ihrer Tagebücher, aus denen viele ihrer Werke schöpften, immer als unumgängliche Lebensnotwendigkeit" angesehen. Studenten, Liebe, Tscheka und Tod" erschien als erster Band der Trilogie Meine russischen Tagebücher 1931 und behandelt die Ereignisse in Russland kurz vor und nach Oktoberrevolution aus der Sicht der Familie der Rachmanows/Djuragins. Was als Schilderung der Gefühlszustände eines Mädchens im Backfischalter beginnt, entwickelt sich im Verlauf bald zu einem dramatischen Szenario. Der Zar wird gestürzt, die Bolschewiki sind an der Macht, ein Abt wird zum Beweis, dass es keinen Gott gibt, öffentlich gepfählt, Erschießungen, Hausdurchsuchungen, Verhaftungen, Plünderungen, Krankheit, Angst und Schrecken sind infolge des Roten Terrors an der Tagesordnung. Wir können uns schon gar nicht mehr vorstellen, dass man ausgekleidet schlafen, anders als flüsternd sprechen, auch nur eine Minute leben kann, ohne zu fürchten, man werde erschossen", vertraut die Studentin ihrem Tagebuch an, das sie kaum noch aus seinem Versteck hervorzuholen wagt. Ihre Heimatstadt wird von den Weißen erobert, vorübergehend tritt Entspannung ein, aber dann nähert sich die Rote Armee, die Familie flieht in einem Zug von Viehwaggons nach Irkutsk, wo Galina mit dem Psychologiestudium beginnt. "Ehen im roten Sturm" schließt unmittelbar an den ersten Band an. Galina Djuragin verliebte sich in einen österreichischen Kriegsgefangenen, der aus Liebe zu ihr in dem vom Bürgerkrieg geschüttelten Sowjetrussland blieb. Fünf Monate darauf heirateten sie in Omsk, wohin die Familie hatte ziehen müssen, und lebten dort in einem Waggon auf dem Güterbahnhof. 1922 kam der Sohn Jurka in einem sowjetischen Gebärhaus" unter schwierigen pflegerischen und hygienischen Bedingungen zur Welt. Die ersten Ehejahre der Autorin mit ihrem aus Czernowitz stammenden und in Salzburg aufgewachsenen Mann Arnulf von Hoyer waren überschattet von Hunger, Kälte und der Angst vor der Liquidierung durch die Tscheka, die 1922 zur GPU verstaatlicht wurde. Die Ehe wurde zu einer Insel des Glücks", das der nachrevolutionären Mangelwirtschaft täglich abgetrotzt werden musste. Auf der Rückfahrt von Omsk trafen sie auf ganze Züge voller apathisch Verhungernder. Als sie in ihrer Heimatstadt ankamen, hatte das ehemalige Dienstmädchen alle Zimmer ihres Hauses vermietet und durfte ihnen auf Anweisung der Kommunisten keines zurückgeben. Arnulf von Hoyer (der im Buch Otmar heißt) fand eine Stelle als Englischlektor, Galina hielt Vorlesungen über Psychologie der Kindheit und Kinderliteratur. 1925 wurde die dreiköpfige Familie ohne Angabe von Gründen aus der Sowjetunion ausgewiesen. Die Familie versuchte, in dem von Arbeitslosigkeit und Not geplagten Wien Fuß zu fassen. Galina bot einer Redaktion eine Erzählung aus dem russischen Leben an, diese wurde jedoch abgewiesen. Die Familie beschloss.
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