Deutsche Erstausgabe 1996.
Er haßte Balalaikamusik, und zwar von ganzem Herzen. Doch diesmal nahm er sie hin. Es lag nicht etwa daran, daß ihn die Umstände dazu zwangen. Ganz im Gegenteil. Er duldete die Musik, weil er nicht gezwungen war, sich mit ihr abzufinden.
Er saß an einem Balkontisch, von dem aus man einen weiten Blick über den Strand hatte. Während er am Wodka nippte und eine Olive auf dem Teller hin und her schob, kam eine Frau aus dem Speiseraum.
Mit ihrer alabasterfarbenen Haut und dem blonden Haar, das einen Knoten bildete, war sie recht hübsch, solange man allein lokale Maßstäbe anlegte. Sie trug Safarikleidung, obwohl sie in ihrem theoretischen Leben nie auf Safari gewesen war.
»Hier sind die Nächte wunderschön«, sagte sie.
Er zuckte mit den Schultern. »Mag sein. Wenn man so etwas mag...«
Ihre Augen glänzten unter langen, goldgelben Wimpern. »Gefällt es Ihnen nicht?«
»Dazu habe ich eigentlich keine Meinung«, erwiderte er.
»Seltsam«, sagte die Frau. »Von einem attraktiven Mann, der an einem solchen Abend allein ist, erwartet man viele... Meinungen.«
Er lächelte. »Wenn ich mich nicht sehr irre, kamen Sie mit einem solchen Mann hierher. Wahrscheinlich fragt er sich gerade, wo Sie sind.«