Perry Rhodan - Raumschiff Erde
Sprache: Deutsch
Verlag: Moewig - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe, 2001
- Hardcover
- Neu

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Perry Rhodan - Raumschiff Erde | William Voltz | Buch | 416 S. | Deutsch | 2001 | Moewig - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe | EAN 9783811840546 | Verantwortliche Person für die EU: Pabel Moewig Verlag KG, Niederwaldstr. 23/1, 76437 Rastatt, info[at]perry-rhodan[dot]net | Anbieter: preigu.
Bestandsnummer des Verkäufers 104794003
- Titel
- Perry Rhodan - Raumschiff Erde
- Autor
- William Voltz
- Verlag
- Moewig - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
- Veröffentlichungsjahr
- 2001
- Zustand
- Neu
- Einband
- Buch
- Sprache
- Deutsch
- ISBN-10
- 3811840541
- ISBN-13
- 9783811840546
- Artikelgewicht
- 520 Gramm
- Abmessungen
- 195 x 130 x 42 mm
- Serie
- Buch 76 von 176: Perry Rhodan-Silberband
- Verkäuferkataloge
- Bücher
„Inhaltsangabe“ gehört möglicherweise zu einer anderen Auflage dieses Titels.
Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.
Dieser Tag sollte zum Tag der Wahrheit werden, zu einem Tag, an dem sich entscheiden würde, ob Rhodans waghalsiges Doppelspiel mit den Laren und seinem Amt als Erster Hetran der Milchstraße gut genug abgesichert worden war, so daß die zwangsläufig erfolgte Demaskierung keine katastrophalen Folgen für die Bewohner des Solsystems nach sich zog.
Unwillkürlich richtete sich Rhodans Blick durch die transparente Panzertroplonkanzel des Shifts, mit dem er nahe der Librationszone am nördlichen Pol des Planeten Merkur stand, nach oben, dorthin, wo normalerweise die Sterne zu sehen sein müßten. Doch statt der Sterne war nur ein diffuses rötliches Wallen und Leuchten zu erkennen.
Das hatte nichts damit zu tun, daß der Großadministrator des Solaren Imperiums sich auf dem Planeten Merkur befand. Von keinem Planeten des Solsystems und von keinem Raumschiff und keiner Raumstation innerhalb des Solsystems waren die Sterne zu sehen. Selbst das stärkste Fernrohr hätte nichts an diesem Tatbestand ändern können. Es schien, als wäre das solare System aus dem Universum verschwunden - oder als wäre das Universum selbst verschwunden. Aber weder das eine noch das andere traf zu.
Das Solsystem befand sich noch innerhalb des Universums, und zwar räumlich genau dort, wo es sich immer befunden hatte: 15 Parsek nördlich von der Ebene der Milchstraße und rund 8200 Parsek vom Zentrum der Milchstraße entfernt, und es rotierte unverändert mit zirka 230 Kilometern pro Sekunde Geschwindigkeit um das Zentrum der Milchstraße. Außerdem bewegte es sich gegenüber seiner Umgebung
mit 20 Kilometern pro Sekunde in Richtung des Sternbildes Herkules.
Soweit die räumliche Position.
Da wir jedoch in einem vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum leben, genügt die Beibehaltung einer dreidimensionalen räumlichen Position nicht; die zeitliche, die temporale Position gehört dazu. Wird sie verändert, dann verändert sich auch die Stellung im vierdimensionalen Kontinuum - und genau das war mit dem
Solsystem vor zehn Tagen geschehen.
Perry Rhodan blickte nach vorn, wo durch die automatisch geschalteten chemo-elektrischen Filter der Kanzel die Sonne zu sehen war.
Vom Merkur aus war sie keine helle weißgelbe Scheibe, sondern ein flammender Atomofen, der einen großen Teil des sichtbaren Himmels beherrschte und unablässig ultrahelle Gasmassen abschleuderte.
Der Großadministrator betätigte eine Zusatzschaltung. Die Filteranlage erhöhte ihren Wirkungsfaktor und milderte dadurch die Blendkraft der wabernden Sonne stärker ab. Erst danach konnte Perry Rhodan den mehrere Kilometer durchmessenden Energiestrahl sehen, der zwischen den Riesentürmen auf Merkurs Nordpol hervorkam und in Richtung Sonne im Weltraum verschwand. Der Energiestrahl war eigentlich
nur der sekundäre optische Effekt des primären hyperenergetischen Zapfstrahls, der vom sogenannten Hypertronzapfer ausgeschickt wurde und die hyperenergetische Strahlungskomponente der Sonne anzapfte.
Der Hypertronzapfer, der mit dem Hauptgezeitenwandler auf dem Nordpol des Merkur synchron geschaltet war, nahm die Hyperenergien der Sonne auf und schickte sie mit Hilfe der Paraverbundschaltung zu allen Planeten und allen Spezial-Satelliten des Solsystems. Dort wurden sie mit Hilfe der Antitemporalen
Gleichrichtungskonverter aufgenommen und zur Erzeugung des Antitemporalen Gezeitenfelds verwendet.
Früher, im Verlauf von »Fall Laurin«, war das Solsystem dadurch um fünf Minuten in die Zukunft gebracht worden. Diesmal, im Verlauf von »Fall Harmonie«, betrug die Versetzung in die Zukunft »nur« 1,183 Minuten.
Am sichtbaren und meßbaren Resultat änderte das allerdings nichts.
Ob fünf oder 1,183 Minuten, das Antitemporale Gezeitenfeld beförderte das gesamte Solsystem aus der Gegenwart in die Zukunft, und zwar in ein Etwas, das die Wissenschaftler als »Labilzone« bezeichneten. Als Labilzone deshalb, weil ihre Existenz noch nicht durch die Gegenwart stabilisiert worden war. Sie stellte vielmehr einen Zustand der »noch nicht konkret ausgebildeten Existenz mit variablen Konstanten« dar, eine Art Vor-Gegenwart, in der es normalerweise keine konkret ausgebildete Existenz geben konnte.
Die auflösende Wechselwirkung zwischen der Labilzone und dem »Fremdkörper« Solsystem wurde durch den Schutz des Antitemporalen Gezeitenfeldes wirksam verhindert, und durch dieses ATG-Feld hindurch war das Etwas mit dem Namen Labilzone als diffuses rötliches Wallen und Leuchten zu sehen.
Und so, wie für die Bewohner des Solsystems das Universum des normalen vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuums verschwunden war so war für die Bewohner dieses vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuums das Solsystem verschwunden. Es konnte weder gesehen noch angemessen werden, noch konnte es mit Raumschiffen innerhalb des Normalraums oder des Hyperraums oder des Linearraums erreicht werden.
Wie bei »Fall Laurin« bezweckte auch bei »Fall Harmonie« die Flucht auf der Zeitlinie in die Zukunft einen Schutz des Solsystems und seiner Bewohner vor Angreifern.
Rhodan war sich allerdings klar darüber, daß die solare Menschheit es diesmal nicht mit Angreifern zu tun hatte, die, wie im Falle der Antiterranischen Koalition, den Solariern sowohl waffentechnisch als auch hinsichtlich ihres Kriegspotentials unterlegen waren. Im Gegenteil, die Laren und ihre Hilfskräfte besaßen gegenüber dem Solsystem eine solche waffentechnische und wissenschaftliche Überlegenheit, daß sie das gesamte Solsystem mitsamt der
Heimatflotte innerhalb weniger Stunden vernichten konnten - wenn es ihnen gelang, dem Solsystem in die Zukunft zu folgen.
Und genau das hielt Perry Rhodan für möglich. So schwierig es auch immer sein mußte, die temporale Position des Solsystems rechnerisch und mit Hilfe von Tests zu ermitteln, der Großadministrator traute den Laren zu, daß sie dieses Kunststück früher oder später schaffen würden. Was dann geschehen würde, darüber machte sich Rhodan keine Illusionen. Das Schicksal des Solsystems und aller seiner Bewohner würde besiegelt sein - wenn es nicht gelang, das Projekt mit dem Kodenamen »Traumtänzer« vorher mit positivem Ergebnis abzuschließen.
Perry Rhodan straffte die Schultern und blickte abermals zu dem riesenhaften Gebäudekomplex des Hauptgezeitenwandlers, der in der nordpolaren Geröllwüste Merkurs stand. Was von außen zu sehen war, war allerdings nur ein geringer Teil der größtenteils subplanetarischen Anlagen.
Rhodans Blick heftete sich auf ein Bauwerk, das erst relativ neuen Datums war, einen Turm aus einer Ynkelonium-Terkonit-Legierung von 1800 Metern Höhe und 350 Metern Durchmesser. Dieser gigantische Turm barg die Funktionselemente des sogenannten Zeitmodulators, mit dessen Hilfe das Solsystem zu einem »Tanz in der Zeit« bewegt werden sollte - falls die wissenschaftlichen Grundlagen und Berechnungen sich in der Praxis bewährten.
Rhodan schaltete den Hyperkom des Shifts ein. Die Bildfläche wurde hell, dann erschien auf ihr das aristokratisch wirkende Gesicht eines Mannes in mittlerem Alter.
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