Perry Rhodan - Der Posbi-Krieg: 6 Romane in einem Band
Sprache: Deutsch
Verlag: Heyne Verlag, 2009
- Softcover
- Gebraucht

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2. Auflage, Wilhelm Heyne Verlag, München, 2009, 1309 S., Taschenbuch--- 944 Gramm.
Bestandsnummer des Verkäufers 2k20619
- Titel
- Perry Rhodan - Der Posbi-Krieg: 6 Romane in einem Band
- Autor
- Thurner, Michael Marcus/ Lukas, Leo/ Hartmann, Cathrin/ Hänsel, Hubert u.a.
- Verlag
- Heyne Verlag
- Erscheinungsjahr
- 2009
- Einband
- Softcover
- Sprache
- Deutsch
- ISBN-10
- 3453525604
- ISBN-13
- 9783453525603
- Artikelgewicht
- 944 Gramm
- Serie
- Buch 5 von 9: Perry Rhodan-Taschenbuch
Nach „Andromeda“ und „Odyssee“ – alle sechs „Posbi-Krieg“-Romane erstmals in einem Band.
„Inhaltsangabe“ gehört möglicherweise zu einer anderen Auflage dieses Titels.
Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.
Rundron war kein Planet wie jeder andere, das sah und spürte er.
Perry Rhodan ignorierte die Datenwülste, die die Positronik der LEIF ERIKSSON II mit all ihren technischen Möglichkeiten aufsog und unaufhörlich auf das große Holo der Bordzentrale spuckte. Sie kündeten in kunterbunten Balkenstatistiken von Schwerkraftverhältnissen, Atmosphärebedingungen, Bestandsanteilen der Planetenhülle, virologisch-bakteriellen Überprüfungen sowie zahlreichen weiteren Punkten, die für die unterschiedlichsten Besatzungsangehörigen seines Schiffs von Interesse sein mochten.
Niemals durfte der Dienstbetrieb an Bord eines Raumschiffs zum Trott verkommen, den man wie eine langweilige Büroarbeit verrichtete. Stets mussten die Besatzungsmitglieder vom Kommandanten abwärts mit Staunen und Bewunderung an das Wunder dieses riesigen, unergründlichen Universums herangehen.
Trotz modernster Hilfsmittel und in millionenfachem Einsatz bestätigter Routinen war jede Reise ... anders.
Der Unsterbliche sah sich um.
Er war stolz auf die Leute, die an Bord der LEIF ERIKSSON II Dienst taten. Hoch konzentriert gingen sie an ihren Stationen den notwendigen Arbeiten nach, die mit der Annäherung an einen fremden Planeten verbunden waren. Selbstverständlich hätte man den Großteil der anfallenden Aufgaben den Positroniken überlassen können - und damit jenes Gefühl der Kontrolle verloren, das sich in vielen Fällen als lebensrettend herausgestellt hatte.
Ranjif Pragesh hatte seine Leute fest im Griff. Selbstbewusst saß er auf dem leicht erhöhten Kommandosessel, drehte sich immer wieder nach links und rechts, sprach leise Befehle in die ihn umschwirrenden Akustikfelder und war stets Herr der Lage. Kaum etwas, so wusste Rhodan, konnte den auf dem indischen Subkontinent geborenen Kommandanten aus der Ruhe bringen. Weder die eigene Mannschaft, die großteils aus ausgeprägten Individualisten bestand, noch Gefahren, die von außen her drohten.
Das angenehm helle Licht der Zentrale wurde sukzessiv herabgedimmt. Semitransparente Energiefelder, die zwischen einzelne Abteilungen geschaltet gewesen waren, lösten sich lautlos auf. Augenblicklich wirkte das Rund der Zentrale kleiner. Alle Frauen und Männer, die zurzeit Dienst taten, konnten sich nun sehen und, wenn es notwendig war, Anweisungen und Wünsche zurufen. Verbale Kommunikation war, so hatten Raumfahrtpsychologen längst erkannt, das A und O einer gut aufeinander abgestimmten Mannschaft. In Stresssituationen gab es nichts Hinderlicheres als voneinander getrennte Abteilungen.
Das waren einige der vielen Gedanken, die Rhodan immer wieder wälzte, wenn er - wie jetzt - vom Wunder der Raumfahrt überwältigt wurde. Sie hatten sich ihm tief eingeprägt über all die Jahrtausende, wie Runzeln in einem älter werdenden Gesicht.
Der Unsterbliche trat zwei, drei Schritte zurück und betrachtete neuerlich das Bild des Planeten.
Die grünblaue Marmorkugel glitzerte an vielen Stellen, reflektierte das Licht ihrer Kunstsonnen, dort, wo sich gewaltige Industriekomplexe wie eine Krankheit über und durch Rundron fraßen.
"Landeerlaubnis erteilt", kündete eine blecherne, quietschende Stimme. Gleichzeitig erschienen weitere Datenkolonnen auf dem zentralen Holoschirm und den Betrachtungsfeldern der wichtigsten Zentraleeinheiten. Landekennungen und Verhaltenshinweise, streng binär-mathelogisch sortiert und nicht notwendigerweise für den menschlichen Verstand geschaffen. Die Bordpositronik würde einige Augenblicke benötigen, um die Hinweise in verständliche Informationen umzuwandeln.
"Wir landen", befahl Rhodan.
Niemand widersprach, niemand sagte ein Wort. Man vertraute ihm, und man vertraute den ... Siedlern dieses Planeten.
Startac Schroeder starrte wie er auf das Bild des rasch näher kommenden Planeten. Der Monochrom-Mutant wirkte wie so oft in sich gekehrt und hoch konzentriert.
Manchmal, dachte Rhodan, hat er noch etwas Jungenhaftes an und in sich. Wie jener nicht einmal Siebzehnjährige, der mich in den Trümmern von HQ Hanse vor Ramihyn, dem Diener der Materie, gerettet hat. In anderen Momenten lässt er das Alter nur allzu deutlich raushängen. Wie jetzt zum Beispiel.
Schiffe der hier gefertigten und stationierten Flottenteile gerieten gegen das Licht einer Kunstsonne in Sicht. Sie manövrierten mit erschreckend präzisen Bewegungsabläufen, beschleunigten und reduzierten das Tempo, schlugen Haken, setzten verwirrende Manöver. Bremsdüsen rissen lange, dünne Flammenspuren in die Stratosphäre, schufen Zeichen, die mit kalligrafischer Präzision ein Wort bildeten.
"Willkommen!", las Perry Rhodan. Er schüttelte ungläubig den Kopf. "Wenn ich nicht wüsste, wer unsere Gastgeber sind, würde ich meinen, dass sie protzen wollen."
Einer der unförmigen Kolosse raste in einer Entfernung von nicht einmal 50 Kilometern an ihnen vorbei. Das Schiff hielt inmitten einer gelblichroten Feuerlohe an und passte Sekunden darauf Geschwindigkeit und Einflugsvektor an jene der LEIF ERIKSSON II an.
"Sie wollen angeben", tönte eine helle Stimme. Mondra Diamond betrat die Zentrale. Sie schritt - nein, sie schwebte! - an der Ersten Pilotin Lei Kun-Schmitt vorbei, die angesichts des Manövers anerkennend die Nase rümpfte.
"Vhomeze ist ein sehr nüchterner ... Mann", erwiderte Rhodan. "Ich glaube nicht, dass er ein derart großspuriges Verhalten seiner Kollegen gutheißt."
"Vielleicht ist es weniger Angeberei als Stolz", warf Startac Schroeder ein. Er kratzte sich nachdenklich über den Ellbogen. "Was wissen wir schon, was in diesen Wesen vorgeht ."
Rhodan mischte sich nicht in die sich entspinnende Diskussion ein. Die Spekulation, welche Emotionen ihre Freunde auslebten, war überflüssig. Er zog sich zurück, nahm im leicht erhöht stehenden Sessel Platz, der sich augenblicklich um ihn schmiegte, und dachte nach. Bislang hatte er sich keine großen Gedanken gemacht, wie er Vhomeze gegenübertreten sollte. Was er zu sagen hatte, lief auf ein tief aus dem Herzen kommendes: "Wir danken euch!" hinaus. Doch angesichts des Begrüßungsakts der Begleitschiffe, der an ein hochoffizielles Staatszeremoniell erinnerte, würde er wohl ein wenig tiefer in die Schatulle greifen müssen. Immerhin hatten sie es auf Rundron mit den besten Freunden der Menschheit zu tun.
Die Posbis verdienten einen riesengroßen Applaus für das, was sie in den letzten Jahren geleistet hatten.
In der Nähe des Landeplatzes der LEIF ERIKSSON II parkten zahllose Fragmentraumer. Ein stetiges Starten und Landen der Schiffe sorgte für eine ungeheure Geräuschkulisse, die von der absoluten Sprachlosigkeit der Posbis selbst konterkariert wurde. In abstrusesten Gestalten wuselten sie zwischen Montage-Einheiten, Traktorstrahl-Kränen und Werftzangen umher. Kein Wort fiel dabei. Sie arbeiteten, wie Rhodan wusste, meist über Funksignale und wurden dabei von der positronischen Komponente der Hyperinpotronik geleitet. Ein Vorgang, der ähnlich kompliziert der Synchronisation verschiedenartiger Bewegungs-, Koordinations- und Lenkungsimpulse eines menschlichen Körpers funktionieren musste - und dennoch stets ohne Reibungen ablief.
Rhodan wandte sich von den allgegenwärtigen Holoschirmen ab und konzentrierte sich auf den Gast, der soeben eintrat.
"Willkommen auf Rundron", sagte Vhomeze.
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