Olla Potrida. 1783. Zweites Stück.

Reichard, Heinrich August Ottokar:

Verlag: Berlin, Wever,, 1783
Softcover
Verkäufer Göppinger Antiquariat (Göppingen, Deutschland)

AbeBooks Verkäufer seit 8. April 2015 Verkäuferbewertung 5 Sterne

Verbandsmitglied:
Anzahl: 1

Gebraucht kaufen
Preis: EUR 69,00 Währung umrechnen
Versand: EUR 20,00 Von Deutschland nach USA Versandziele, Kosten & Dauer
In den Warenkorb legen

Beschreibung

S. 160 mit einem Porträtkupfer I.A.Eberhard auf Titel Einband berieben und angeschmutzt. Eselsohrig.Innen gelegentlich etwas fleckig. Gutes Leseexemplar. "Reichard: Heinrich August Ottokar R., ein durch vielseitige litterarische Thäligkeit bekannter Schriftsteller, geboren am 3. März 1751 in Gotha, war das einzige Kind des Oberconsistorial- und Oberpolizeisecretärs Friedrich August R. und der Marie Charlotte geb. Bube. Kaum vier Jahr alt verlor er den Vater, gewann aber in dem Geh. Regierungsrathe Rudloff, mit dem seine noch sehr jugendliche Mutter eine zweite Ehe schloß, einen treuen Freund und Berather. Von diesem sehr sorgfältig und zweckmäßig erzogen, empfing er bei dem damaligen übeln Zustande des Gymnasiums häuslichen Unterricht durch einen Candidaten der Theologie, der ihn in die vorbereitenden Wissenschaften, namentlich in die alten Sprachen einführte. Die griechischen und römischen Geschichtschreiber zogen ihn unter den Eindrücken des Siebenjährigen Krieges mehr als sonst wohl an: er schwärmte für Aristides, versetzte sich im Geiste nach Marathon und Platää, las gern Beschreibungen jener Gegenden und faßte überhaupt eine ihm stets gebliebene Neigung für das classische Alterthum. Das Französische, die Umgangssprache des Hofes und der gebildeten Welt, lernte er bei einem geborenen Franzosen, der ihn in seinen Kenntnissen bedeutend förderte, aber auch mit der Aufklärungslitteratur vertraut machte. Einen unter deren Einfluß entstandenen Versuch: Voyage dans le pays de la superstition" hatte der jugendliche Verfasser die Kühnheit an Voltaire nach Ferney zu übersenden. Daneben las er den Robinson, die Märchen der Tausend und Einen Nacht und die neueren deutschen Dichter, unter denen ihn Gleim und Geßner gleichfalls zur Nachahmung anregten. Schon im 16. Altersjahre bezog er die Hochschule und widmete sich von 1767 71 in Göttingen, Leipzig und Jena der Rechtswissenschaft, ohne jedoch derselben überall mit stetem Fleiße obzuliegen. Vielmehr betheiligte er sich lebhaft an dem studentischen Treiben, trat zu Leipzig in den Amicistenorden, gründete in Jena einen Zweigverein desselben, stand öfters auf der Mensur und hielt sich auch nicht von Liebeshändeln fern, wobei ihn aber der gesunde sittliche Kern seines Wesens vor Verirrungen bewahrte. Als er dann aus dem geräuschvollen Studentenleben wieder in das stillere Gotha zurückgekehrt war, gedachte er wohl vorübergehend daran, sich dem Soldatenstande zu widmen, fühlte sich aber in der geselligen und viefach anregenden Stadt bald heimisch und beschäftigte sich vorerst damit, seine bisher entstandenen litterarischen Versuche zu veröffentlichen. K. W. Ettinger, damals Factor der Dieterich schen Buchhandlung, übernahm gegen Erlegung der Druckkosten den Verlag dieser meist poetischen Kleinigkeiten, welche 1772 und 1773 ohne Namen des Verfassers erschienen: Amor vor Gerichte, eine Nouvelle aus den Götter-Annalen", Nonnen-Lieder mit Melodien", Geschichte meiner Reise nach Pirmont", Launen an meinen Arzt, als er mir die Diaet empfahl", Kleinere Poesien von mir", Der Hügel bei Kindleben", Launen und Einfälle", Pot-Pourri" und außerdem zwei Uebersetzungen aus dem Französischen. Damit trat er in eine litterarische Thätigkeit ein, die an Fruchtbarkeit ihres Gleichen sucht und eigentlich [626] erst mit seinem Tode endigte; auch gewann er durch sie nah und fern zahlreiche Bekannte und Freunde. In Gotha knüpfte sich ein engerer Verkehr mit den jüngeren Genossen Fr. W. Gotter, Schack Herm. Ewald, H. Bertuch und dem älteren Chr. Eman. Klüpfel; auswärtige Verbindungen schloß er allmählich mit L. A. Unzer in Wernigerode, Mauvillon in Braunschweig, F. J. Bertuch in Weimar, Bertram in Berlin, v. Göckingk in Ellrich, J. J. Engel, v. Matthisson, v. Salis u. A. An der zu Anfang 1773 durch Gotter begründeten Privatbühne bethätigte er sich in der Rolle eines ersten Liebhabers. Zwar endete dieses vielversprechende Unternehmen nicht ohne Reichard s Schuld bald wieder, war aber insofern von Bedeutung, als es den Schauspielern Abel Seyler s und dem späteren Hoftheater die Wege bahnte. Jene kamen von Weimar, wo sie seit 1771 gespielt hatten, infolge des Schloßbrandes nach Gotha und traten hier am 8. Juli 1774 in Chr. Fel. Weisse s Trauerspiel Richard III." zum ersten Male auf. R. bezeigte seinen lebhaften Antheil durch fleißigen Besuch, durch die Bearbeitung mehrerer französischer Operetten zum Zwecke der Aufführung und durch die Herausgabe seines für die Geschichte der deutschen Schaubühne so bedeutsamen Theater-Kalenders" (1775 1800), welchem er dann seit 1777 noch das in 22 Heften bis 1784 fortdauernde Theater-Journal für Deutschland" folgen ließ. Als dann mit dem Ablaufe von Seyler s Contract (2. September 1775) die Gefahr nahe trat, das liebgewonnene Theater wieder verlieren zu müssen, beschloß R., eine Anzahl zum Bleiben williger Schauspieler womöglich auch ferner an Gotha zu fesseln. Ein von ihm entworfener Plan erlangte durch Klüpfel s Fürsprache die Genehmigung des Herzogs, so daß nun die besten Kräfte der Seyler schen Truppe, darunter Ekhof, Böck und Frau, Koch und Frau, die Mecour u. a., zu einem dauernden Zusammenspiel unter dem Namen eines herzoglichen Hoftheaters vereinigt wurden. Die Oberleitung der von auswärts noch ergänzten Gesellschaft übernahm auf fürstlichen Befehl der Obermarschall Hans Adam v. Studnitz, Ekhof die Leitung des Schauspieles, R. diejenige des litterarischen Faches und der Kasse. Am 2. October 1775 erfolgte die Eröffnung der neuen Bühne mit des Letzteren Gelegenheitsstück Das Fest der Thalia" (Musik von A. Schweizer) und dem Trauerspiele Zayre" nach einer alten von Ekhof verbesserten Uebersetzung. Sie bestand von da an bis zum 24. September 1779, wo sie nach einer fast vierjährigen Dauer mit der Vorstellung der Medea" und von Rache für Rache" schloß, nachdem nach und nach 48 Schauspieler und Schauspielerinnen auf ihr thätig gewesen und 176 Schau- und Singspiele in 847 Vorstellungen zur Aufführung gelangt waren. Im Unmuth. Buchnummer des Verkäufers 8014

Dem Anbieter eine Frage stellen

Bibliografische Details

Titel: Olla Potrida. 1783. Zweites Stück.

Verlag: Berlin, Wever,

Erscheinungsdatum: 1783

Einband: 20 x 12 cm, Broschur

Anbieterinformationen

Zur Homepage des Verkäufers

Verbandsmitglied
Verband: GIAQ
Verbandsmitglieder verpflichten sich, höchste Standards einzuhalten. Sie garantieren die Echtheit aller zum Verkauf angebotenen Objekte. Ihre Objektbeschreibungen sind sachkundig und genau, etwaig vorhandene Mängel oder Restaurationen werden offengelegt. Die Ansetzung der Verkaufspreise erfolgt nach akkurater Recherche. Alle Verkäufe werden stets fair und redlich abgewickelt.
Geschäftsbedingungen:

Allgemeine Geschäftsbedingungen
des Göppinger Antiquariats Inh.: Jürgen Murr

  1. Allgemeines ¿ Geltungsbereich

Die folgenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen gelten für alle Geschäftsbeziehungen zwischen dem Göppinger Antiquariat und seinen Kunden. Maßgeblich ist jeweils die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses gültige Fassung.

Verbraucher im Sinne dieser Geschäftsbedingungen sind natürliche Personen, mit denen wir in Geschäftsbeziehung treten ohne dass diesen eine gewerbliche oder selbständige ber...

Mehr Information
Versandinformationen:

Die Ware wird in der Regel innerhalb von 3 Tagen nach Bestelleingang verschickt. Bitte entnehmen Sie den voraussichtlichen Liefertermin Ihrer Bestellbestätigung. Die Versandkostenpauschalen basieren auf Durchschnittswerten für 1 kg schwere Bücher. Über abweichende Kosten (z.B. wegen eines sehr schweren Buches) werden Sie gegebenenfalls vom Verkäufer informiert.

Alle Bücher des Anbieters anzeigen

Zahlungsarten
akzeptiert von diesem Verkäufer

Visa Mastercard American Express Carte Bleue

PayPal Rechnung Banküberweisung