Mutter oder Der göttliche Materialismus 1
Sprache: Deutsch
Verlag: Gladenbach: Verlag Hinder + Deelmann, 1992
- Softcover
- Gebraucht

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353 S. ; Paperbackausgabe, 353 Seiten. Gutes Exemplar. hw1695 ISBN: 3873481499.
Bestandsnummer des Verkäufers 139965
- Titel
- Mutter oder Der göttliche Materialismus 1
- Autor
- Satprem:
- Verlag
- Gladenbach: Verlag Hinder + Deelmann
- Erscheinungsjahr
- 1992
- Zustand
- Gut
- Einband
- 21 x 15 cm ; kart. ;
- Sprache
- Deutsch
- ISBN-10
- 3873481499
- ISBN-13
- 9783873481497
- Artikelgewicht
- 560 Gramm
- Verkäuferkataloge
- Esoterik
Mirra Alfassa, die später als Sri Aurobindos Gefährtin und Nachfolgerin für Tausende "die Mutter" wurde, widmete ihr Leben der einzigartigen Aufgabe, dessen Geheimnis zu ergründen und den Übergang zur von ihm verkündeten "supramentalen" neuen Spezies zu vollziehen.
Zuvor war sie aber auch eine große Pariserin gewesen, und Satprem erzählt uns hier den reichen Werdegang ihres Lebens: wie sie am Anfang des Jahrhunderts als Bekannte der großen Impressionisten an der Explosion der äußeren Erscheinungen teilnahm, dann ihre Erfahrungen bei einem mächtigen Okkultisten in Algerien, durch die sie die verführerische Welt der "okkulten" Wunder als eine Sackgasse erkennen konnte, bis sie dann schließlich in Indien und an Sri Aurobindos Seite ihr eigentliches Lebenswerk begann, der Hauptgegenstand der Trilogie.
Als ihr Vertrauter, den sie über zwanzig Jahre in zahllosen persönlichen Gesprächen am Verlauf ihrer Erfahrungen teilnehmen ließ, vermag Satprem in einmaliger Weise das innere Geschehen mit dem äußeren zu verknüpfen, um so ein umfassendes Bild dieser bedeutenden Persönlichkeit und dieses wesentlichen Kapitels des menschlichen Suchens zu vermitteln.
Band 1 schildert Mutters Kindheit und die Zeit bis zu Sri Aurobindos Abschied 1950, in der sie seinen Ashram leitet und an seiner Seite wirkt, um die Grundsteine zur praktischen Verwirklichung seines Yoga zu legen.
Über den Verfasser:
Satprem, 1923 in Paris geboren, aber von bretonischer Abstammung, hatte den Großteil seiner Kindheit auf einsamen Segelfahrten auf dem Meer verbracht. 1946, noch zutiefst erschüttert durch die Nazi-Konzentrationslager, in denen er eineinhalb Jahre wegen Widerstandsaktivitäten eingesperrt war, kam er nach Pondicherry, um einen Posten in der Administration des französischen Hoheitsgebietes anzutreten. Zu diesem Zeitpunkt lernte er Sri Aurobindo und "Die Mutter" kennen. Nach einer Anzahl von Abenteuern, die ihn nach Guyana, Brasilien und Afrika führten, kehrte er 1954 endgültig zu Mutter zurück und wurde ihr Vertrauter und Zeuge. Tag für Tag notierte er die Erfahrungen, die sie ihm anvertraute und die "Mutters Agenda" bilden, das fabelhafte "Logbuch" des Weges zu einer nächsten Spezies.
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Sie ist gegangen.
Und dennoch...
Ihr Gesicht war so schmal, so weiß - oh, keine Seligkeit, kein "Friede der Toten": eine ungestüme Konzentration lag auf ihrem Gesicht. Sie, die alle Wonnen und alle Befreiungen der Seele besaß. Eine ungeheure Konzentration, als richtete sie ihre Augen auf... was? Das Große Rätsel - unerbittlich, ohne Schwanken, ohne ein Zittern, direkt, wie ein Schwert ins Herz der Lüge dringt. «Der Tod ist eine Lüge», sagte sie, «wir haben es uns in den Kopf gesetzt und unseren Willen darauf gerichtet, über diesen Unfall zu siegen.»
Was ist geschehen? Oder vielleicht: was geschieht?
Was betrachtete sie mit ihren geschlossenen Augen, sie, die gesagt hatte: «Mit geschlossenen Augen sehe ich besser als mit offenen.
Sie werden mich für tot halten, weil ich mich nicht mehr bewegen und sprechen kann... Aber du, du weißt es, du wirst es ihnen sagen...»
Du wirst es ihnen sagen...
Das älteste Rätsel, seit es den Menschen gibt, das mächtigste Geheimnis seit dem alten Ägypten und davor, in dunkler Vorzeit, seit der Mensch stirbt. «Im Grunde, solange es den Tod gibt», sagte sie einfach,« enden die Dinge immer schlecht.» Immer schlecht. Man mag singen, malen, dichten oder Religionen gründen (und dort liegt der tiefere Grund, warum wir Religionen gründen) und philosophieren (auch der Grund, warum wir Philosophien aufstellen), es wird immer mit dieser radikalen Infragestellung enden, die alle unsere Anstrengungen und schönsten Lieder mit Nichtigkeit schlägt. Schon seit einigen Millionen Jahren überlassen wir kommenden Geschlechtern die Sorge und Hoffnung, diese Lorbeeren zu pflücken. Ach, später! - und in Erwartung der Stunde, da auch wir unsere zwei Augen vor diesem Rätsel öffnen, verbleiben wir bei unseren eitlen Liedern. Beseitigen wir diesen Unfall, dann wird sich alles ändern: die Religionen, die Philosophien, die Lieder, das Leben. Es ist das einzige radikale Ereignis der Welt. Es ändert alles und bestimmt alles. «Es ist geradezu, als sei es DIE Frage, die zu lösen mir aufgegeben wurde», sagte sie.
Du wirst es ihnen sagen...
Das außergewöhnlichste Geheimnis, all dessen Fäden wir noch nicht einmal zu entwirren verstehen - und doch sind alle Fäden vorhanden, alles ist vorhanden in diesem erstaunlichen Epos, in Mutters geheimer «Agenda», in der Schritt für Schritt die Erfahrungen eines neuen Übergangs auf der Erde notiert sind. Aber es genügt nicht, die Geheimnisse auszusprechen, genauso wenig wie tantrische Mantras: wir müssen sie unserer Substanz einflößen, es bedarf des kleinen Auslösers, der sie lebendig, kraftvoll und wirksam macht - wir müssen in Mutters Erfahrung eintreten. Wir müssen auf sie zugehen, wie auf der Suche nach der Revolution des Lebens. Solange wir nicht die Revolution des Todes in Angriff genommen haben, revolutionieren wir kein Iota der Welt, selbst wenn wir alle unsere Bomben und kilometerlangen Bibliotheken und mathematischen Gleichungen aneinanderreihen. Wir könnten unseren Planeten in die Luft jagen, und nichts, rein gar nichts wäre verändert - wir würden unsere Subtraktionen und Divisionen anderswo, auf anderen Erden kritzeln, und alles finge wieder von vorne an, von Molekülen über Aminosäuren bis zu einigen weiteren Friedensnobelpreisen gar keines Friedens. Denn nichts ändert sich, solange das nicht verändert wird. «Diese Änderung wollen wir bewirken», sagte sie.
Und sie ist gegangen...
Oder? Was ist das Geheimnis von Mutters "Tod"?
«Sri Aurobindo ist gegangen, ohne uns sein Geheimnis zu verraten», sagte sie eines Tages. Aber vielleicht hat sie «ihr» Geheimnis hinterlassen, das uns erlaubt, Sri Aurobindos Geheimnis zu entdecken, denn es ist dasselbe. Wissen wir, was einer von beiden tat, wissen wir es auch vom anderen: keine Philosophie, trotz der vierunddreißig Bände, die er uns hinterlassen hat, sondern eine lebendige Evolution oder vielmehr eine lebendige Revolution. Eine Revolution, die noch in vollem Gange ist. Sie kamen beide, um diese Revolution, diesen neuen Schritt der Evolution oder diesen neuen Zustand zu erreichen - «einen Zustand ohne Tod» -, aber dennoch etwas anderes als physische Unsterblichkeit, denn Unsterblichkeit ist lediglich die Kehrseite unserer Sterblichkeit oder vielmehr ihre verherrlichte Fortsetzung ohne Grab - eine so umfassende Revolution des Lebens, daß des Todes eigentliche Wurzel darin nicht mehr wachsen kann und sowohl das Leben als auch der Tod sich verwandeln in... etwas anderes. Ziehen wir Bilanz!
«Können wir hoffen, daß dieser Körper, der jetzt unser irdisches Ausdrucksmittel ist, sich nach und nach in etwas verwandeln wird, das ein höheres Leben auszudrücken vermag, oder werden wir gezwungen sein, diese Form ganz aufzugeben und eine andere anzunehmen, die noch nicht auf der Erde existiert...? Wird es eine kontinuierliche Weiterentwicklung geben oder ein plötzliches Aufkommen von etwas Neuem? Führt ein fortschreitender Übergang von unserem jetzigen Sein zu dem, was unser innerer Geist anstrebt, oder wird es zum Bruch kommen, müssen wir die gegenwärtige menschliche Form aufgeben und die Erscheinung einer neuen Form abwarten - eine Form, deren Entstehungsprozeß wir nicht vorhersehen und die in keiner Beziehung zu unserem jetzigen Sein steht?»
Das war Ende 1957, gerade ein Jahr, bevor sie sich in die große Erfahrung zurückzog - in das gefährliche Unbekannte, wie sie es nannte - fünfzehn Jahre vor diesem schicksalhaften 17. November 1973. Was ist in diesen fünfzehn Jahren geschehen? Hat sie den "Prozeß" entdeckt?
Wieder diese Frage: «Wird es der Spezies Mensch so ergehen wie gewissen anderen Gattungen, die von der Erde verschwanden?»
Sie brachten sie von ihrem Zimmer nach unten und betteten sie auf eine mit weißer Atlasseide überzogene Chaiselongue. Endlose Menschenschlangen zogen an ihr vorbei, begleitet vom Surren der Ventilatoren unter der goldglänzenden, brennendheißen Zinkdecke der Halle - alles Nötige, um einen Körper in Geschwindeseile zu zersetzen. Alles war sorgfältig angeordnet, damit der Tod sein Werk so schnell wie möglich vollziehen könne, an ihr, die gesagt hatte: «Dieser Körper muß in Frieden gelassen werden... sie sollen sich bloß nicht beeilen, ihn in die Grube zu stecken... denn selbst nachdem die Ärzte ihn für "tot" erklärt haben, wird er bewußt sein - die Zellen sind bewußt -, er wird es wissen, er wird es fühlen, und dies wird zu allem Leid, das er bereits ertragen hat, ein weiteres hinzufügen.» Dann nahm sie sich zurück: «So viel Aufhebens wirkt nur albern - besser nichts sagen.»
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