Mavena
Ivsic, Radovan
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In den Warenkorb legenkl. 8°. (= Collection S Heft 1). unpag. 16 S. OBroschur, ohne Klammerheftung (so Original). Sprache: Französisch, ---------- (Editions originale: Editions surrealistes, 1960), diese Ausgabe aber durchaus auch sehr selten, Umschlag unten rechts kl. bräunlicher Fleck (Durchmesser 1cm) ----------- Radovan Ivsic, Surrealist; Radovan Ivsic, der Dinosaurier des Surrealismus, verbrachte das 20. Jahrhundert in Poesie, Dramaturgie und politischem Engagement. Während eines Aufenthalts in Brüssel blickt der Wahlpariser auf ein europäisches Leben voller Höhen und Tiefen zurück. 1921 in Zagreb geboren, entdeckt Radovan Ivsic Paris im Alter von 16 Jahren. Im darauf folgenden Jahr, 1938, fährt der damalige Student an der Universität Grenoble nach Orange um dort die Festspiele der Chorégies zu erleben. Eine Sophokles-Aufführung der Comédie Française begeistert ihn so sehr, dass er entscheidet, sich fortan "vollständig dem Theater zu widmen." Nach seiner Rückkehr nach Jugoslawien versucht er, dieses Projekt umzusetzen, aber der Zweite Weltkrieg setzt dem ein schnelles Ende. In den Jahren 1941 bis 1945 wird Kroatien von dem nationalistischen und neofaschistischen Oustachi-Regime wie ein Nazi-Satellitenstaat geführt. Für die Behörden stellt Ivisic das "Symbol der dekadenten Kunst" schlechthin dar. Sein Gedicht Narcisse (Narziss) ist ab 1942 verboten und sein Theaterstück von 1943, Le roi Gordogane muss noch mehr als zehn Jahre warten, bis es aufgeführt wird. Denn Radovan Ivsic hat auch mit der Sozialistischen Bundesrepublik von Tito nicht mehr Glück. "Während mir die Faschisten mein Berufsverbot schriftlich vorlegten, waren die Kommunisten viel gewiefter und schafften es, meist Verbote durchzusetzen ohne zu verbieten." sagt er. Da er sich nicht frei äußeren kann, flüchtet sich Ivsic in die Arbeit als Übersetzer ins Kroatische von Klassikern der französischen Literatur bevor er 1954 endgültig nach Paris aufbricht. "Mit Freuden habe ich Titos Jugoslawien verlassen; weil er ein sowjetisches, stalinistisches System oder eben den sozialistischen Realismus eingeführt hatte. Sie können es nennen wie sie wollen.Es gibt tausend Bezeichnungen um ein und denselben Horror zu beschreiben." Nachdem er sich in der französischen Hauptstadt niedergelassen hatte, widerfuhr ihm "das unglaubliche Glück" durch Zufall Benjamin Péret, einen der größten surrealistischen Dichter zu treffen. André Breton schließlich war so begeistert von seinem Stück Le roi Gordogane, dass er ihn einlud, ein Mitglied dieser künstlerischen Bewegung zu werden. Ivsic findet sich von da an nicht nur in der Gesellschaft Bretons oder Pérets wieder, sondern auch in jener der tschechischen Malerin Toyen oder des Spaniers Miro. Im Paris der 50er Jahre wird das Café "Le Musset" in der Nähe des Palais Royal zum Rückzugsort für die täglichen Treffen der surrealistischen Gruppe und bleibt dies bis zum Jahre 1969, dem Datum des Endes, oder vielmehr "der Unterbrechung" der Bewegung. Auf die Frage, ob er sich wohl fühlt in der Haut des letzten großen Surrealisten, gesteht Ivsic desillusioniert und melancholisch: "Ich kann mich nicht als Surrealist bezeichnen, wenn jeder vorgibt einer zu sein, seitdem es die Bewegung nicht mehr gibt.".
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