Denn vergeben wird dir nie
Sprache: Deutsch
Verlag: München, Heyne, 2004
- Softcover
- Gebraucht

Anbieter: Versandantiquariat Felix Mücke, Grasellenbach - Hammelbach, DeutschlandVersandantiquariat Felix Mücke
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365 Seiten; auþen mit Gebrauchsspuren, Artikel stammt aus Nichtraucherhaushalt! B14027 Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 500.
Bestandsnummer des Verkäufers 1320052
- Titel
- Denn vergeben wird dir nie
- Autor
- Higgins Clark, Mary:
- Verlag
- München, Heyne
- Erscheinungsjahr
- 2004
- Zustand
- Gut
- Einband
- perfect
- Sprache
- Deutsch
- ISBN-10
- 3453720377
- ISBN-13
- 9783453720374
- Artikelgewicht
- 500 Gramm
- Verkäuferkataloge
- Varia
Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.
Schreckliches passiert war.
Instinktiv griff sie nach Bones, ihrem weichen Schmusehund, mit dem
sie, soweit sie zurückdenken konnte, das Kopfkissen geteilt hatte.
Als sie im letzten Monat sieben Jahre alt geworden war, hatte ihre
fünfzehnjährige Schwester Andrea sie deswegen gehänselt und gemeint,
es sei an der Zeit, dass sie Bones zum alten Eisen werfe.
Dann fiel Ellie ein, was nicht stimmte: Andrea war gestern Abend nicht
nach Hause gekommen. Nach dem Abendessen war sie zu ihrer besten Freundin
Joan gegangen, um für eine Mathearbeit zu lernen. Sie hatte versprochen,
um neun Uhr wieder zu Hause zu sein. Um Viertel vor neun war Mommy
zu Joans Haus gegangen, um Andrea abzuholen, aber sie hatten ihr gesagt,
dass Andrea schon um acht Uhr aus dem Haus gegangen sei.
Mommy war besorgt und den Tränen nahe zurückgekehrt, und fast im gleichen
Augenblick war Daddy von der Arbeit gekommen. Daddy war Lieutenant
bei der New York State Police. Sofort hatten er und Mommy bei sämtlichen
Freundinnen von Andrea angerufen, aber niemand hatte etwas von ihr
gehört. Dann hatte Daddy gesagt, er wolle zur Bowlingbahn und zur
Eisdiele fahren, vielleicht sei Andrea dorthin gegangen.
"Wenn sie gelogen hat und gar nicht bis neun Uhr Hausaufgaben machen
wollte, dann lass ich sie das nächste halbe Jahr nicht mehr ausgehen",
hatte er mit grimmiger Miene gesagt und sich dann an Mommy gewandt:
"Ich hab es schon tausendmal gesagt: Ich möchte nicht, dass sie alleine
draußen herumläuft, wenn es dunkel wird."
Daddys Stimme war laut geworden, aber Ellie spürte, dass er mehr besorgt
als wütend war.
"Ich bitte dich, Ted, sie ist um sieben Uhr aus dem Haus gegangen und
wollte nur zu Joan. Sie wollte um neun wieder zu Hause sein, und ich
bin sogar hingegangen, um sie abzuholen."
"Aber wo steckt sie dann, zum Teufel?"
Sie hatten Ellie ins Bett geschickt, und nach einiger Zeit war sie
schließlich eingeschlafen. Vielleicht ist Andrea inzwischen wieder
zu Hause, dachte sie beim Aufwachen in banger Hoffnung. Sie schlüpfte
aus dem Bett, rannte zur Tür und den Flur entlang zu Andreas Zimmer.
Sei da, flehte sie. >Bitte<, sei da. Sie öffnete die Tür. Andreas
Bett war unbenutzt.
Ihre Schritte waren kaum zu hören, als Ellie mit bloßen Füßen die Treppe
hinunterlief. Die Nachbarin, Mrs. Hilmer, saß mit Mommy in der Küche.
Mommy hatte dieselben Sachen wie gestern Abend an, und sie sah aus,
als ob sie sehr lange geweint hätte.
Ellie lief zu ihr. "Mommy."
Mommy umarmte sie und fing zu schluchzen an. Ellie spürte die Hand
ihrer Mutter, die ihre Schulter umklammerte, so fest, dass es beinahe
wehtat.
"Mommy, wo ist Andrea?"
"Wir... wissen... es nicht. Daddy und die Polizei suchen nach ihr."
"Komm, Ellie, zieh dich schon mal an, dann mach ich dir inzwischen
Frühstück", sagte Mrs. Hilmer.
Niemand hatte ihr gesagt, sie solle sich beeilen, weil der Schulbus
bald käme. Ohne zu fragen, wusste Ellie, dass sie heute nicht zur
Schule gehen müsste.
Sie wusch sich pflichtschuldig Gesicht und Hände, putzte ihre Zähne,
bürstete sich die Haare, zog dann ihre Spielkleider an - ein T-Shirt
und ihre blaue Lieblingshose -und ging wieder hinunter.
Gerade als sie sich an den Tisch gesetzt hatte, auf den Mrs. Hilmer
Saft und Cornflakes gestellt hatte, kam Daddy zur Tür herein. "Keine
Spur von ihr", sagte er. "Wir haben überall gesucht. Es gibt einen
Typen, der gestern in der Stadt von Tür zu Tür gegangen ist, um für
irgendeinen blöden Zweck Geld zu sammeln. Er war am Abend im Imbisslokal
und ist gegen acht Uhr wieder gegangen. Auf dem Weg zum Highway müsste
er an Joans Haus vorbeigekommen sein, ungefähr um die Zeit, als Andrea
es verlassen hat. Sie sind auf der Suche nach ihm."
Ellie bemerkte, dass Daddy den Tränen nahe war. Er hatte überhaupt
keine Notiz von ihr genommen, aber das machte ihr in diesem Moment
nichts aus. Es kam manchmal vor, dass Daddy in trüber Stimmung nach
Hause kam, weil ihn etwas in seiner Arbeit mitgenommen hatte, und
dann sagte er eine Weile fast nichts. Jetzt hatte er denselben Gesichtsausdruck.
Andrea hatte sich versteckt, dessen war sich Ellie sicher. Wahrscheinlich
war sie absichtlich so früh von Joan weggegangen, weil sie sich mit
Rob Westerfield im Versteck treffen wollte, dann war es vielleicht
spät geworden, und sie hatte Angst gehabt, nach Hause zu gehen. Daddy
hatte ihr gedroht, wenn sie ihn auf die Frage, wo sie gewesen sei,
noch einmal anlügen würde, dann würde er ihr verbieten, im Schulorchester
mitzuspielen. Das hatte er gesagt, als er herausbekommen hatte, dass
sie mit Rob Westerfield eine Runde in dessen Auto gedreht hatte, statt
in der Bücherei zu sitzen, wie sie behauptet hatte.
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