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Artikelbeschreibung vom Verkäufer

sehr guter Zustand, geringe Gebrauchs- und Alterungsspuren: Umschlag und Seiten teils etwas eselsohrig Beim Versuch, die erste Wirkung eines Bildes von Dev auf mich zu ergründen, stiess ich auf den polaren Gegensatz zwischen Vitalität und Stille. Vitalität verkörpern die sich überlagernden Schriftzeichen, Stift- und Pinselstriche, die energiegeladene Polarität zwischen geometrisch exakten und spontanen Formen, die Vielfalt der Farbe ? Stille verbreitet die unbegrenzte Tiefe des Raums im Bildviereck. In keinem von Devs Bildern finde ich den heute gewohnten Ausdruck für die Erschütterung über eine fatale menschliche Selbsterkenntnis oder für das Ideal der reinen geometrischen Form, sondern sie verkünden alle das unablässige Wechselspiel gegensätzlicher Kräfte. Devs Bilder sind im Zwielicht schwebende Spuren eines Menschen. Es sind die Spuren spontaner Bewegungen, Schriftzeichen, Ansätze zu Konstruktionen. Sie wirken wie die Überreste uralter Kulturen und geben zugleich das Weltbild eines heute in Bern lebenden Inders wieder. Dev, mit vollem Namen Baldev Singh, ist 1947 im Pandschab geboren. Die Vielfalt von Kulturen, Religionen und Lebensweisen des Menschen in den verschiedenen Teilen der Erde gehört zu seinen grundlegenden Erfahrungen, zog doch die Familie schon in seiner Kindheit nach Nairobi, wo sich dem jungen Menschen die Welt des andern Kontinents einprägte. Ebenso breit gefächert wie das Kulturbewusstsein Devs sind auch seine künstlerischen Ausdrucksformen. 1967 nach Indien zurückgekehrt besuchte er in Neu Delhi die «National School of Drama». Gleichzeitig begann er zu malen und zu schreiben. 1969 erschien in Ludhiana sein erster Gedichtband, «Vidroh». 1970 folgte in Bombay die erste Einzelausstellung. 1979 liess sich Dev in Bern nieder. Warum? Weil Bern die Stadt von Paul Klee sei: Wo man auch anfängt bei der Interpretation von Devs Bildern, man wird immer auf denselben Urgrund stossen: die Einheit des aus sich gegenseitig durchdringenden und bedingenden Gegensätzen bestehenden Kosmos und alles dessen, was in ihm hervorgebracht wird. Die Polarität des Seins äussert sich für Dev in Gegensatzpaaren wie Intuition und Ratio, Herz und Gedanke, Gestaltlosigkeit und Geometrie, Kultur im Osten und Kultur im Westen. In seiner Kunst strebt er die Sichtbarmachung dieser das Weltganze ausmachenden polaren Gegensatzpaare an, zu denen auch dasjenige von Stille und Vitalität gehört. Die Frage nach der «Realität» oder nach der Abbildhaftigkeit der Kunst erweist sich in dieser Weltauffassung und Denkweise als paradox, wenn Dev vor seinen Bildräumen zuweilen feste Formen malt oder gar plastisch realisiert. Die festen Formen werfen einen Schatten auf den Bildraum wie ein schwebender Körper auf einen Nebel . Seitenanzahl: ca. 70 Seiten mit 37 Bildern Format: ca. 21 x 29,5 kartoniert Deutsch.

Bestandsnummer des Verkäufers 318859

Bibliografische Details

Titel
DEV Bilder 1981-1984
Autor
Hans Christoph von Tavel / Editor: Galerie Hofmann Köln / Edition Marbach, Bern u. a.
Veröffentlichungsjahr
1984
Zustand
sehr guter Zustand
Schutzumschlag
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Einband
Softcover
Ausgabe
F.
Verkäuferkataloge
Bildende Kunst, Kataloge

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