Die Bildenden Künste im Dritten Reich / Literatur und Dichtung im Dritten Reich / Theater und Film im Dritten Reich / Presse und Funk im Dritten Reich / Musik im Dritten Reich. Eine Dokumentation.

Wulf, Joseph:

Verlag: [Reinbek], Rowohlt, 1966., 1966
Verkäufer LIST & FRANCKE (Meersburg am Bodensee, Deutschland)

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Beschreibung

[1. Auflage]. (rororo, 806-808 / 809-811 / 812-814 / 815-817 / 818-820). 8° (Rückenhöhe 18.9 cm). 5 Bände [komplett], 2380 Seiten mit mehreren Faksimiles im Text und 64 Fotos auf Tafeln. Farbige OPaperbacks mit Rücken- und Deckelbeschriftung, Deckelillustration. Rücken leicht verblichen, Kopfschnitte fleckig, letzter Teil des Buchblockes und Hinterdeckel des zweiten Bandes an der oberen Ecke etwas gestaucht, Papier altersbedingt an den Rändern gebräunt. *Diese umfassende Dokumentation enthüllt an Hand authentischen, zum Teil erstmals veröffentlichten Materials, mit welchen Mitteln das nationalsozialistische Regime eine freie bildenden Kunst abwürgte und einen krassen Dilettantismus zur Staatskunst erhob / Diese ebenso umfangreiche wie zeugniskräftige Materialsammlung belegt die systematische Zerstörung und Korruption der Literatur im nationalsozialistischen Staat. Von der öffentlichen Bücherverbrennung bis zum Blut- und Bodenkult der vom Regime ausgehaltenen Pseudodichter. Das Buch hatte dem Staat als Waffe zu dienen, die Literaturkritik hatte Inhaltsangaben zu liefern und jede freie Meinung hatte zu schweigen / Diese umfassende Sammlung authentischer Zeugnisse beweist die fatale Glorifizierung des nationalsozialistischen Staates durch deutsche Schauspieler, Regisseure, Kritiker und Drehbuchautoren. Beschämende Dokumente einer organisierten intelektuellen und moralischen Korruption / Diese Dokumente enthüllen die Praktiken jener Manipulanten, die im Dritten Reich alle Informationsmittel zur Bewußtseinsgängelung mißbrauchten. Die Pressefreiheit wurde abgelöst durch den Zwang zur opportunistischen Lüge: »Das Wort Katastrophe wird durch die Bezeichnung Großnotstände ersetzt.« / Selbst diese Kunst, die Thomas Mann als »abstrakt und mystisch« definierte, wurde vom nationalsozialistischen Staat »gleichgeschaltet« und ausgebeutet. Die Fülle informativer Dokumente beleuchtet ein trauriges Kapitel deutscher Musik. Karrierismus, Intrige, Dummheit und Servilität ließen Künstler, Veranstalter und Publikum zu Instrumenten der Diktatur werden: »Der monumentale Chorstil Händels steht unter dem Gedanken der Volksgemeinschaft« (Einbandtexte). - Joseph Wulf (1912-1974), deutsch-polnisch-jüdischer Historiker und Holocaust-Überlebender. Er wuchs in Krakau auf, an der dortigen Jüdischen Hochschule machte er eine Ausbildung zum Rabbiner. Nach der deutschen Besetzung Polens im Zweiten Weltkrieg wurde Wulfs Familie 1940 ins Ghetto Krakau deportiert. Dort schloss sich er sich einer jüdischen Widerstandsgruppe an. 1943 wurde er ins KZ Auschwitz gebracht und konnte kurz vor Kriegsende bei einem der Todesmärsche fliehen. Nach Kriegsende blieb Wulf zunächst in Polen, im Sommer 1947 emigrierte er nach Paris. Seit 1952 in Berlin lebend, versuchte er als Mitarbeiter der »Bundeszentrale für Heimatdienst« in Bonn (der heutigen Bundeszentrale für politische Bildung) als einer der ersten, die bundesdeutsche Gesellschaft über die Verbrechen des Nationalsozialismus und den Holocaust umfassend zu informieren. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher. Vor allem seine Dokumentationen zu bestimmten Themenbereichen des Dritten Reiches waren bahnbrechend und beeinflussten die Politik stark. Versuche, ehemalige Nationalsozialisten Anfang der 1950er Jahre im Auswärtigen Amt unterzubringen, wurden mit Hilfe seiner Veröffentlichungen empfindlich gestört. 1965 setzte sich Wulf dafür ein, in der Berliner Villa der Wannseekonferenz ein Dokumentationszentrum zu errichten. Allerdings verweigerte der Berliner Senat jegliche Unterstützung für dieses Vorhaben, selbst unter ehemaligen Gegnern des NS-Regimes war das Projekt umstritten. In der Gesellschaft der Wirtschaftswunderzeit stieß er - trotz einiger Auszeichnungen wie dem Leo-Baeck-Preis (1961), dem Heinrich-Stahl-Preis (1967) und der Verleihung der Ehrendoktorwürde der FU Berlin - auf wenig Resonanz: von keinem akademischen Institut wurde er zur ständigen Mitarbeit auf seinem Gebiet berufen. Im Kreis der Forscher über das Dritte Reich blieb er ein Außenseiter. Man warf ihm vor, er sei befangen, weil er zu den NS-Opfern gehöre. Besonders konfliktträchtig war sein Verhältnis zum Münchner Institut für Zeitgeschichte und dessen Direktor Martin Broszat (1926-1989, deutscher Historiker, Hauptarbeitsgebiete waren die Sozialgeschichte des Dritten Reiches und die Geschichte des Antisemitismus in Deutschland). Von den Lagererfahrungen zutiefst traumatisiert, nach dem Tode seiner Frau vereinsamt und enttäuscht vom fehlenden Interesse, starb Wulf am 10. Oktober 1974 in Berlin durch Suizid. In seinem letzten Brief an seinen Sohn David vom 2. August 1974 hatte er eine Liste seiner Enttäuschungen niedergeschrieben, zum Beispiel »9. Ich weiß, daß Ilja Ehrenburg nach 1945 ein 'In memoriam' für die ermordeten Juden verfaßt hat und man erlaubte in der Sowjetunion nicht, daß das Buch erschien« und »ch habe hier 18 Bücher über das Dritte Reich veröffentlicht, und das alles hatte keine Wirkung. Du kannst dich bei den Deutschen tot dokumentieren, es kann in Bonn die demokratischste Regierung sein - und die Massenmörder gehen frei herum, haben ihr Häuschen und züchten Blumen«. - Erst nach seinem Tod fand seine Arbeit Anerkennung bei den NS-Forschern und dem Lesepublikum. - Gut erhaltenes, sauberes Exemplar des interessanten und informativen Standardwerkes*. Buchnummer des Verkäufers 221687DB

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Bibliografische Details

Titel: Die Bildenden Künste im Dritten Reich / ...

Verlag: [Reinbek], Rowohlt, 1966.

Erscheinungsdatum: 1966

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