Archipel invest: Inseln künstlerischer Experimente im Ruhrgebiet / Islands of Artistic Experiments in the Ruhr Region
KUNSTrePUBLIK; Prossek, Achim; Fumagalli, Andrea; Browne, Cynthia; Göngrich, Erik; Kalleinen, Tellervo; Kochta-Kalleinen, Oliver
Sprache: Deutsch
Verlag: ZK/U press, 2014
- Softcover
- Gebraucht

Anbieter: avalokita, Sassnitz, Deutschlandavalokita
Verkäufer:in bei ZVAB seit 17. April 2026
Zustand: Gebraucht - Sehr gut
EUR 30,00
Anzahl: 1 verfügbar
In den WarenkorbArtikelbeschreibung des Verkäufers
Archipel in vest. Inseln künstlicher Experimente im Ruhrgebiet. Berlin, ZK/U press, 2014 Broschur, 271 Seiten mit zahlr. Abb, sehr gut erhalten.
Bestandsnummer des Verkäufers ABE-1792919993392
- Titel
- Archipel invest: Inseln künstlerischer Experimente im Ruhrgebiet / Islands of Artistic Experiments in the Ruhr Region
- Autor
- KUNSTrePUBLIK; Prossek, Achim; Fumagalli, Andrea; Browne, Cynthia; Göngrich, Erik; Kalleinen, Tellervo; Kochta-Kalleinen, Oliver
- Verlag
- ZK/U press
- Erscheinungsjahr
- 2014
- Zustand
- Sehr gut
- Einband
- Softcover
- Sprache
- Deutsch
- ISBN-10
- 3945659000
- ISBN-13
- 9783945659007
2012–2014 entwickelt das Künstlerkollektiv KUNSTrePUBLIK auf Einladung von Urbane Künste Ruhr ein eigenständiges mobiles Labor: das Archipel invest.
Im nordöstlichen Ruhrgebiet liegt der bevölkerungsreichste Landkreis Deutschlands, der Kreis Recklinghausen: das Vest. Das Archipel invest arbeitet Fragestellungen zur Zukunft des Ruhrgebiets heraus und untersucht diese über künstlerische Projekte.
Ausgangspunkt
Das Ruhrgebiet befindet sich seit seinem Bestehen als Agglomeration von Industrie und Bergbau in einem stetigen Wandlungsprozess. Durch das natürliche Vorkommen der unter der Erde befindlichen Kohle und der damit einhergehenden Ansiedlung und Abwanderung von Markt und Mensch von Süden nach Norden innerhalb weniger Dekaden ist das Ruhrgebiet ‚Wandel‘ gewohnt.
Während in der Vergangenheit die ökonomischen und sozialen Negativ-Effekte des Strukturwandels im Süden durch eine Umverteilung der fortwährend dynamischen Strukturen im Norden des Ruhrgebiets kompensiert werden konnten, gelingt dies mit dem Strukturwandel, der im 21. Jahrhundert auch im Norden eingesetzt hat, nicht mehr. Das Kapitel Kohle und Montanindustrie geht zu Ende und neue Märkte sollen das Ruhrgebiet aus seiner Sinn- und Identitätskrise hinausgeleiten.
Seit dem Rückgang dieser identitätsstiftenden Industrien werden die Hoffnungen in die Kreativindustrie, den Dienstleistungssektor und die Hochtechnologie projiziert.
Mit der RUHR.2010, der Ernennung zur Kulturhauptstadt Europas, wurde dem kulturellen Sektor die Aufgabe des Transformationsmotors erstmalig auf höchster politischer Ebene zuteil. Dieses kurze und für das Ruhrgebiet in Teilen interessante Strohfeuer hinterließ jedoch nur wenig dauerhafte Energie, um den Wandlungsmotor in Schwung zu halten. Die von Urbane Künste Ruhr ins Leben gerufenen ‚Mobilen Labore‘ sind eine Komponente, diese von der Region als positiv wahrgenommenen Aktivitäten zu verstetigen und die angedeuteten Fragestellungen auszuformulieren. Als eines der mobilen Labore untersucht KUNSTrePUBLIK den Kreis Vest und anliegende Städte und entwickelt ein Rahmenkonzept für Projekte mit Künstlern, Forschern und Aktivisten, die die geltenden Vorstellungen von Identität, Arbeit, Raum und Recht hinterfragen.
Identität
Seit Jahren diskutiert das Ruhrgebiet, eine Region aus 53 selbstständigen Städten bzw. Kommunen, die Frage einer gemeinsamen Identität als Metropolenregion. Vorrangig wurde der Begriff ‚Ruhrgebiet‘ – als Kommunen übergreifende Industrieregion – bei der Anwerbung von Gastarbeitern vor und nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Ausgangspunkt der industriellen Entwicklung waren die reichen Vorkommen an Kohle.
Mit dem Wegfall des Alleinstellungsmerkmals ‚Kohle plus Industrie‘ in den letzten Dekaden beruht die gemeinsame Identität nunmehr auf einer gemeinsamen Geschichte – nicht einer vereinenden Gegenwart. Zuletzt wurde versucht diese durch die Etablierung neuer Märkte zu aktivieren: vom Dienstleistungssektor über Hochtechnologie bis hin zur Kreativwirtschaft.
Die Stärkung einer gemeinsamen Identität wird darüber hinaus durch das viel diskutierte ‚Kirchturmdenken‘ erschwert: Dieses besteht in einer ‚jeder-kann-alles‘-Logik der Kommunen, die genau genommen: ‚jeder-kann-alles-und-nichts‘ bedeutet.
Der Glaube an eine neue gemeinsame Identität, sei es als Kreativzentrum oder als Innovationsmetropole, kommt im Alltag des Ruhrgebiets nicht an. Und warum auch sollten die Menschen den Ideen von Marketing- und Planungsbüros glauben schenken? Die Vision einer an expansivem Wachstum orientierten Prosperität entspricht weder der alltäglichen Realität der dort lebenden Menschen, noch kann dies – global betrachtet, angesichts begrenzter Ressourcen, Überbevölkerung und Klimawandel – als besonders innovativ interpretiert werden. Von einem Alleinstellungsmerkmal kann bei den aktuellen Visionen für das Ruhrgebiet kaum die Rede sein.
Es fällt auf, dass sich der seit einigen Jahrzehnten für diese Region etablierte Begriff ‘Ruhrgebiet’ in der Außenwahrnehmung häufig nur auf die größeren Städte zwischen den Autobahnen A40 und A42 bezieht: Duisburg, Essen, Bochum, Oberhausen, Gelsenkirchen und Dortmund. Gespeist wird diese Wahrnehmung z.B. aus der Konzentration der kulturellen Projekte des Kulturhauptstadtjahres oder der Verwendung von Text und Bildmaterial dieser Region für die Außendarstellung im Bereich des Stadtmarketings.
So zählen die kleineren Städte des vestischen Kreises nach der Definition des Regionalverbund Ruhr (RVR) zwar zum Ruhrgebiet, das Zugehörigkeitsgefühl der Menschen in diesen Orten und die Außenwahrnehmung derselben haben aber oftmals eine ganz andere Qualität.
Das Identitätsgefälle der angrenzenden Städte – auf einer gedachten Linie durch den Kreis Recklinghausen von der Weltstadt (Dortmund) bis hin zum pittoresken Fachwerkstädtchen am See (Haltern) – spiegelt eine räumliche Segregation, die für eine herkömmliche Metropole ungewöhnlich wäre.
Entsprechend dieser Entmischung ziehen sich konzentrische Peripherien um all diese Orte bis ins Innere des Ruhrgebiets. Dadurch generieren sich Momente und Wahrnehmungen tiefster Provinz und ländlichen Idylls mitten im fünftgrößten Ballungsraum Europas. Der Widerspruch zur vermeintlichen Qualität des Ruhrgebiets, Metropole zu sein, könnte zu einem Alleinstellungsmerkmal der Region umgedeutet werden und eine konstruktive Nutzung dieses periphären Netzes fördern. Eine massive, unkomplizierte, spontane und informelle Nutzung der Räume entlang dieses Netzes könnte Tristesse und Gegensätze überwinden.
Im Kontrast zu der ambitionierten Rhetorik des offiziellen Stadtmarketings der Region identifizieren sich viele Bürger kaum mit der Idee, Teil einer Metropole zu werden. Diese Begrifflichkeit ist ihnen relativ gleichgültig. Vielmehr empfinden sie es als zynisch, im Angesicht dieses allgegenwärtigen Bestrebens mit den Unzulänglichkeiten z.B. des Kulturbetriebs konfrontiert zu sein. Gerade die als identitätsbildend konzeptionierten Großprojekte wie IBA und RUHR.2010 haben bei vielen Protagonisten ein Gefühl von Ungerechtigkeit hinterlassen und führen eher zu Verteilungskämpfen als zu einer allgemeinen Identifikation mit einer großen Idee.
Schwarz ist nicht mehr Gold
Wenn 2015/2018 in Marl und Bottrop die letzten beiden deutschen Steinkohlebergwerke endgültig den Betrieb einstellen, werden vielleicht viele Bewohner der Region Hoffnung schöpfen, zukünftig nicht mehr Teil eines reichlich strapazierten Mythos sein zu müssen. Zugleich gerät die Tourismusindustrie jedoch in eine Legitimationsfalle: Sämtliche Kommunikationsmittel der lokalen Öffentlichkeitsarbeit bemühen den Montanmythos mit all seinen Riten, Geschichten, Industriedenkmälern und Orten. Dabei sind die letzten großen Arbeiterkämpfe längst Geschichte und die Demütigungen, wie die Demontage und Verschiffung der Kokerei Kaiserstuhl 2004 von Dortmund nach China, lange verdaut. Damit das kulturelle Raumbild der Zukunft im Ruhrgebiet nicht das eines verkitschten Freilichtmuseums mit bunt illuminierten Baudenkmälern der Industriekultur wird, bemüht sich die „Metropole im Werden“ (RUHR.2010) um neue Leitbilder und Images.
Labor
KUNSTrePUBLIK hat mit dem Archipel invest das Ruhrgebiet zum Forschungsgegenstand für neue gesellschaftliche Modelle erklärt und den Begriff des Labors – im Sinne eines eingegrenzten Raums für Experimente – auf den Kreis Recklinghausen mit seinen angrenzenden Städten angewendet. Das Labor geht dabei auf die spezifischen Fragestellungen des Ruhrgebiets ein und entwickelt Modelle, die sich induktiv – vom Kleinen auf das Große schließend – mit den Fragen der Zukunft der postindustriellen, westlichen Welt beschäftigen.
Die Projekte starten in der Realität des Ruhrgebiets und versuchen Ausblicke über das Ruhrgebiet hinaus zu ermöglichen. Hierbei fordert KUNSTrePUBLIK die Freiheit der Kunst für die Erprobung radikaler Maßnahmen ein und versucht sich über die vorrangig an marktwirtschaftlichen Grundsätzen orientierenden Entwicklungsansätze von Politik und Kommunalmanagement hinweg zu setzen. Dies kann gelingen, jedoch auch scheitern. Die eigene Unzulänglichkeit kann einfach und humorvoll umgedeutet werden. Im Ruhrgebiet ist diese Kulturtechnik bestens bekannt: ironische Heimatverbundenheit (‚Woanders ist auch scheiße.‘) und eine spröde Herzlichkeit kennen im Alltag des Ruhrgebiets keine Tabus. Auf Verwaltungs- und Planungsebene fällt eine solche Realitätsnähe schon schwerer: ungebrochen wird gemäß den Prinzipien eines nicht-endenden Wachstums gewirtschaftet und anstehende Paradigmenwechsel (vgl. ‚Shrinking Cities‘, ‚Peak Oil‘, etc.) werden wahr-, aber nicht ernst genommen. Dabei hat das Ruhrgebiet so viel von dem zu bieten, was andernorts Mangelware ist: Raum, Zeit, Wissen, Diversität und Humor.
„Inhaltsangabe“ gehört möglicherweise zu einer anderen Auflage dieses Titels.
avalokita
Sassnitz, Deutschland
Verkäufer:in bei ZVAB seit 17. April 2026
Versandkosten von Deutschland nach USA
| Artikel | 25 bis 45 Werktage | 8 bis 14 Werktage |
|---|---|---|
| Erster Artikel | EUR 45,10 | EUR 59,35 |
Zahlungsarten
- Banküberweisung
- Bar
- Lastschrift
- PayPal
Shopbeschreibung
Kleinunternehmer ohne Ustabzugsberechtigung
Spezialisierung
segelnUnternehmensdaten der Verkäuferin bzw. des Verkäufers
avalokita
Deutschland
Verkaufsbedingungen
Widerrufsrecht
Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen.
Die Widerrufsfrist beträgt vierzehn Tage ab dem Tag, an dem Sie oder ein von Ihnen benannter Dritter, der nicht der Beförderer ist, die letzte Ware in Besitz genommen haben bzw. hat.
Um Ihr Widerrufsrecht auszuüben, müssen Sie uns eine nachricht zukommen lassen
an avalokita buchhandel
Inhaber ...Jürgen Gehrmann
wilhelm-gehricke str 21
berlin 13437
Tel ..017639613481
Widerrufsrecht
Wenn Sie Verbraucher sind, können Sie gemäß den folgenden Bestimmungen vom Vertrag zurücktreten. Verbraucher ist jede natürliche Person, die zu Zwecken handelt, die nicht ihrer kaufmännischen, gewerblichen, künstlerischen oder beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden können.
Informationen zum Widerrufsrecht
Gesetzliches Widerrufsrecht
Sie haben das Recht, den Vertrag innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zu widerrufen.
Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage ab dem Tag, an dem Sie oder ein von Ihnen benannter Dritter, der nicht der Transporteur ist, die letzte Ware oder den letzten Posten oder das letzte Exemplar in Besitz genommen hat.
Um das Widerrufsrecht auszuüben, füllen Sie auf unserer Website unter „Meine Einkäufe" in „Mein Nutzerkonto" eine eindeutige Erklärung elektronisch aus und senden Sie sie ab. Wir werden Ihnen unverzüglich eine Bestätigung über den Eingang eines solchen Widerrufs auf einem dauerhaften Datenträger (z. B. per E-Mail) übermitteln.
Um die Widerrufsfrist einzuhalten, reicht es aus, dass Sie Ihre Mitteilung über die Ausübung des Widerrufsrechts vor Ablauf der Widerrufsfrist absenden.
Auswirkungen des Widerrufs
Wenn Sie diesen Vertrag widerrufen, erstatten wir Ihnen alle Zahlungen, die wir von Ihnen erhalten haben, einschließlich der Lieferkosten (mit Ausnahme der zusätzlichen Kosten, die entstehen, wenn Sie eine andere Art der Lieferung als die von uns angebotene günstigste Standardlieferung gewählt haben).
Wir können einen Abzug von der Rückerstattung für den Wertverlust der gelieferten Waren vornehmen, wenn der Verlust auf eine unnötige Behandlung durch Sie zurückzuführen ist.
Wir werden die Rückerstattung unverzüglich und nicht später als 14 Tage nach dem Tag vornehmen, an dem wir über Ihre Entscheidung, diesen Vertrag zu widerrufen, informiert wurden.
Für die Rückerstattung verwenden wir dasselbe Zahlungsmittel, das Sie für die ursprüngliche Transaktion verwendet haben, es sei denn, Sie haben ausdrücklich etwas anderes vereinbart; in keinem Fall werden Ihnen aufgrund einer solchen Rückerstattung Gebühren berechnet.
Wir können die Rückzahlung verweigern, bis wir die Waren wieder zurückerhalten haben oder Sie den Nachweis erbracht haben, dass Sie die Waren zurückgesandt haben, je nachdem, was eher eintritt.
Sie müssen die Waren unverzüglich und in jedem Fall spätestens 14 Tage ab dem Tag, an dem Sie uns über den Widerruf dieses Vertrags unterrichten, an avalokita, Sassnitz, Germany, zurücksenden oder übergeben. Die Frist ist eingehalten, wenn Sie die Ware vor Ablauf der Frist von 14 Tagen zurücksenden. Sie müssen die direkten Kosten der Rücksendung der Waren tragen. Sie haften nur für einen etwaigen Wertverlust der Waren, der auf eine Behandlung zurückzuführen ist, die nicht zur Prüfung der Art, Eigenschaften und Funktionsweise der Waren erforderlich ist.
Ausnahmen vom Widerrufsrecht
Das Widerrufsrecht gilt nicht für:
- Die Lieferung von Zeitungen, Zeitschriften oder Magazinen mit Ausnahme von Abonnementverträgen; und
- Die Lieferung digitaler Inhalte, die nicht auf einem physischen Medium (z. B. auf einer CD oder DVD) geliefert werden, wenn Sie bei Ihrer Bestellung akzeptiert haben, dass wir mit der Lieferung beginnen können und dass Sie nach Beginn der Lieferung den Vertrag nicht mehr widerrufen können.
Versandbedingungen
Versandkostenpauschale