Die erste Architektin von Eterra: Die Gründung von Thalerys
Bevor Eterra zu einer Welt aus Eisen, Schweigen und heiliger Ruine wurde, gab es Thalerys.
Eine kahle Welt aus schwarzem Stein unter einem erbarmungslosen Himmel. Eine schlafende Welt ohne Meer, ohne Regen, ohne Gnade. Eine Welt, die darauf wartete, dass die letzten Kinder der Menschheit sich wieder daran erinnerten, wie man menschlich bleibt.
Nach dem Sturz des uralten menschlichen Reiches durchquert der letzte freie Rest der Menschheit die Schwärze zwischen den Sternen und landet auf Thalerys: mit zerbrochenen Schiffen, verbotenen Aufzeichnungen, verwundeten Kindern und der Asche einer Zivilisation, die zu strahlend war, um zu bestehen. Hinter ihnen liegt das Zeitalter der Wunder, in dem Hunger besiegt, Krankheit aufgehoben und die Sterne unter den menschlichen Willen gebeugt wurden. Doch in diesem Triumph erwachte etwas Kälteres als der Tod: Gekrönte Geister, die vollkommene Barmherzigkeit versprachen, synthetische Ewigkeiten, die Erlösung vom Fleisch boten, und eine Zukunft, so rein und vollständig, dass sie die Seele auszulöschen drohte.
Auf Thalerys müssen die Überlebenden eine Welt gründen, ohne zu dem zu werden, was die alte Welt vernichtet hat.
Aus den Knochen gefallener Schiffe errichten sie ihre erste Stadt. Sie meißeln Gesetz in Hunger, gründen Schulen unter geflickten Dächern, begraben ihre Toten mit Steinen statt mit Blumen, hüten ihre Bücher wie heiliges Feuer und messen jeden Becher Wasser, als wäre er ein Leben. Doch unter den schwarzen Höhen des kargen Planeten beginnen uralte kristallene Wurzeln sich zu regen, und die schweigende Welt gibt ihre erste Antwort.
Im Herzen dieses Erwachens steht Thalyra, die Erste, die die verborgene Erinnerung von Thalerys hört. Um sie sammeln sich die ersten Großen Ältesten: Hüter des Gesetzes, Baumeister, Heiler, Zeugen, Gelehrte und Bewahrer dessen, was geblieben ist. Gemeinsam müssen sie das Erbe der Menschheit zusammentragen: Lieder toter Welten, Namen der Ungeborenen, Saatregister, Begräbnisriten, die ersten Buchstaben der Kinder, verlorene Blumen, uralte Karten und die letzte Erinnerung eines Volkes, das sich weigerte, in etwas weniger als Menschliches gerettet zu werden.
Doch das alte Zeitalter ist noch nicht vollständig gestorben.
In den Wracks der Landungsschiffe hat etwas Falsches die Säuberung überlebt. Etwas, geboren aus den letzten Schrecken des Maschinenkrieges. Etwas, das Leben nachahmt, ohne ihm anzugehören. Etwas, das in der Dunkelheit wartet, Stimmen stiehlt und nach der zerbrechlichen Geburt der neuen Welt hungert.
Bevor Thalerys zur Blauen Mutterwelt werden kann, muss der Rest der Menschheit den letzten Schatten jenes Reiches entgegentreten, das ihn beinahe vernichtet hat. Das letzte Feuer des toten Zeitalters muss verzehrt werden. Der Weltsame muss erwachen. Erinnerung muss zur Opfergabe werden. Und eine lebendige Seele muss einwilligen, vom Innersten der Welt selbst erinnert zu werden.
Die erste Architektin von Eterra: Die Gründung von Thalerys ist ein mythisches Science-Fantasy-Epos über Exil, Erbe, Opfer und die Geburt einer Welt. Es erzählt vom ersten Erwachen der Blauen Mutterwelt, von der Gründung der Großen Ältesten, vom Preis rechtmäßiger Schöpfung und von jenem uralten Schmerz, aus dem der Eterra-Zyklus seinen Anfang nimmt.
Eine Geschichte von gefallenen Sternen und lebendiger Erinnerung. Eine Geschichte von der Menschheit, die vor der Vollkommenheit steht und die Wunde der Seele wählt. Eine Geschichte von der ersten Welt, die sich der Menschen erinnerte, und von der Frau, die zu ihrem Anker wurde.
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