Anbieter: Kloof Booksellers & Scientia Verlag, Amsterdam, Niederlande
Zustand: very good. Zutphen : Terra, 1985, Hardcover. 201 pp. 29x22 cm. German text. (Studia Amstelodamensia ad Epigraphicam, Ius Antiquum et Papyrologicam Pertinentia, 25). - Eine juristisch-historische Untersuchung, die den Begriff des Rechtsirrtums ('error iuris nocet') als normatives und philosophisches Problem der Rechtsordnung analysiert. Das Werk ist eine deutsche Übersetzung der Dissertation von Laurens C. Winkel, die er 1983 an der Universität Amsterdam verteidigte. Es verbindet rechtsphilosophische Reflexionen mit einer historischen Rechtsanalyse und untersucht, wie Irrtümer über das Recht in der griechischen Philosophie und im klassischen römischen Recht - bis hin zur justinianischen Kodifikation - begriffen und bewertet wurden. Ein Rechtsirrtum ist eine unzutreffende Vorstellung vom geltenden Recht und unterscheidet sich damit vom Tatsachenirrtum, der sich auf reale Umstände bezieht. Auf Grundlage dieser Abgrenzung zeigt der Autor, dass der Tatsachenirrtum im klassischen Recht unter bestimmten Voraussetzungen berücksichtigt wurde, während der Rechtsirrtum grundsätzlich als vorwerfbar galt. Diese asymmetrische Bewertung wurzelt in griechisch-philosophischen Vorstellungen von Wissen, Verantwortung und der prinzipiellen Erkennbarkeit von Normen. Das Recht setzt voraus, dass seine Regeln erkennbar sind und von den Rechtssubjekten gekannt werden können. Im römischen Recht wurde dieses Prinzip dogmatisch in der Regel error iuris nocet verfestigt, die der Sicherung von Rechtssicherheit und Normgeltung diente. Bis zu den Kodifikationen unter Kaiser Justinian wurde dieser Grundsatz systematisch ausgebaut. Winkel verdeutlicht, dass der Rechtsirrtum kein bloß technisches Problem ist, sondern eine grundlegende Frage nach dem Verhältnis von Wissen, Norm und Rechtsordnung darstellt. Condition : very good copy. ISBN 9789062552634. Keywords : RECHT, roman law, römisches Recht roman law. Artikel-Nr. 306419
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