Die Beute, der zweite Band von Émile Zolas Rougon-Macquart-Zyklus, seziert das Paris des Zweiten Kaiserreichs als Schauplatz spekulativer Gier, erotischer Verwirrung und moralischer Entleerung. Im Zentrum stehen Aristide Saccard, der vom Umbau der Hauptstadt profitiert, seine junge Frau Renée und deren verhängnisvolle Beziehung zu Maxime. Zolas naturalistischer Stil verbindet präzise Milieustudie, symbolische Bildlichkeit und gesellschaftliche Diagnose; der Roman erscheint so als literarische Anatomie einer Epoche, in der Stadtplanung, Kapital und Begehren einander durchdringen. Émile Zola, 1840 in Paris geboren, war nicht nur Romancier, sondern auch Theoretiker des Naturalismus und unerbittlicher Beobachter moderner Machtverhältnisse. Seine journalistische Erfahrung, sein Interesse an Vererbung, Umwelt und sozialer Determination sowie seine kritische Haltung gegenüber dem Bonapartismus prägten dieses Werk. Die Haussmannisierung von Paris lieferte ihm den historischen Stoff, an dem er Aufstieg, Korruption und Dekadenz der Familie Rougon-Macquart exemplarisch sichtbar machte. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die große Gesellschaftsromane nicht als bloße Handlung, sondern als Erkenntnisinstrument schätzen. Die Beute bietet eine ebenso sinnliche wie analytische Lektüre: ein Schlüsseltext des europäischen Realismus und Naturalismus, erschreckend aktuell in seiner Darstellung von Spekulation, Konsum und der Käuflichkeit sozialer Beziehungen.
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Taschenbuch. Zustand: Neu. Die Beute (La Curée: Die Rougon-Macquart Band 2) | Pariser Spekulation, Dekadenz und Begehren im Zweiten Kaiserreich | Emile Zola | Taschenbuch | 188 S. | Deutsch | 2022 | e-artnow | EAN 9788027346417 | Verantwortliche Person für die EU: e-artnow s.r.o., Za Sidlistem 22, 143 00 PRAGUE, TSCHECHIEN, kristoferpaetau[at]gmail[dot]com | Anbieter: preigu. Artikel-Nr. 129676849
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