Nachts sind alle Katzen geil. Erotische Geschichten - Softcover

Sophie Andresky; Maria Berlucci; Anita Isiris

 
9783981143409: Nachts sind alle Katzen geil. Erotische Geschichten

Inhaltsangabe

Die Berliner Kultlesung "Erotisches zur Nacht" brachte mit ihrer ersten Anthologie erotischer Gegenwartsliteratur ein Buch auf dem Markt, das in kurzer Zeit trotz des erbitterten Widerstandes wütender Moralapostel zum Kultbuch avancierte. Und der Grund für diesen Erfolg liegt in den ausgezeichneten Geschichten verborgen, die 11 deutschsprachige Autorinnen und 8 deutschsprachige Autoren liefern. Mit Spaß, Lebensfreude und dem Mut zur Grenzüberschreitung, auch in der expliziten Darstellung sexueller Praktiken erobern diese Autoren die Gunst des Publikums. In einem öffentlichen Schwimmbad lässt die Autorin Marion Nikola einen Dorf-Don-Juan den peinlichsten One-Night-Stand seines Lebens erleben. Anita Isiris brilliert in zwei Geschichten mit ihrer unnachahmlichen Phantasie und schildert unter anderem die sexuellen Eskapaden älterer Botanikprofessoren mit ihren Studentinnen. Marlies Tauner entführt die Leser nach Afrika. Dort heiratet ein Casanova als Frau verkleidet eine Kadi und raubt diesen aus. Vorher steht der Kadi gefesselt dem Helden der Geschichte als Lustobjekt zur Verfügung. In anderen Abenteuern verdient er mit seinem Phallus auf die verschiedensten Weisen viel Geld und stößt dabei auf die Liebe seines Lebens. Die Autorin Amalié de Lyn offenbart ihre romantische Seite und schildert den inneren Kampf zwischen Trieb, wilder Wollust, hemmungsloser Begierde und zärtlichem Empfinden. Was ist davon stärker? Mit der Story "Frau Griese" gelingt dem Autoren Marian Fanez ein wahres Meisterwerk. Gekonnt schildert er die Höllenqualen des Ich-Erzählers beim Anblick der Sekretärin Frau Griese in seinem Betrieb und nimmt den Leser mit auf einen erotischen Trip ins Epizentrum der Lust und Ekstase. Und spannend wird es bei der Frage: Wird Frau Griese erobert oder bleibt sie ein unerfüllter Traum? Von einem Geburtstagsgeschenk der besonderen Art erzählt Jürgen B. Greulich. Eine Frau schenkt ihrem Gatten und seinen Freunden ein Callgirl. Hem

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Amelié de Lyn:

In Thüringen Anfang der achtziger Jahre geboren, schreibt Amelié de Lyn bemerkenswerte erotische Geschichten und Gedichte. Literarisch mehr einem Autor wie Henry Miller nahe stehend, widerlegt Amelié das Klischee von der angeblich so soften Vorstellung weiblicher Erotik in der Kunst.

Anika Neufeld (Coverbild):

In Gelsenkirchen geboren, studiert Anika Neufeld an der Universität der Künste Berlin "Bildende Kunst". Für die Ausgabe 19 des erotischen Almanaches "Mein heimliches Auge" aus dem Konkursbuchverlag gestaltete sie das Cover und stellte in Berlin erotische Ölgemälde aus. Auf ihrer Webseite präsentiert sie auch ihre anderes künstlerisches Schaffen.

Anita Isiris:

Schweizer Autorin mit griechischen Wurzel und einer hocherotischen Phantasie. Schon früh mit einem außergewöhnlichen Schreibtalent gesegnet, verzaubert sie ihre Leserschaft mit tabulosen Geschichten.

Carlos v. Kent:

Carlos v. Kent ist gelernter Schriftsetzer; Nach dem Bundesgrenzschutz gelangte er auf dem Zweiten Bildungsweg zu Mittlerer Reife und Abitur; Universitätsdiplom in Pädagogik/Psychologie. Nach Jobs in den verschiedensten Bereichen, - dazwischen längere Asienreisen von Sri Lanka bis Bali - war er einige Jahre Abteilungsleiter in einer Großbuchhandlung, dann selbstständiger Trainer in der Erwachsenenbildung. Heute lebt und arbeitet er als Redakteur, Ghostwriter und freier Autor in Hamburg.

Claudia Carl:

Eine ihrer ersten Geschichten, geschrieben in braver Füllerschrift im vierten Schuljahr, handelte von der heimlichen Liebe eines neunjährigen Mädchens zu einem (erwachsenen) Verbrecher. Bis heute reizt es Claudia Carl die in ungewöhnlichen erotischen Begegnungen versteckte Dimension von Sinnsuche und wahrer Menschlichkeit.

Eva Maria:

Sie schreibt nicht nur über Sex; sondern sie führt ihre Leser in eine erlebbare Welt voller sinnlicher Erotik sowie alltäglicher Nichtalltäglichkeiten. In der Oberla

Aus dem Klappentext

Diese Anthologie vereint erotische Geschichten von Newcomern wie Amelié de Lyn bis zu Sophie Andresky "Deutschlands Nummer 1 in Sachen Erotik". In sinnlichen, komischen, dramatischen, phantasiereichen oder harten Episoden loten neunzehn deutschsprachige Autoreninnen und Autoren das Spannungsfeld zwischen Kunst und Lust, Porno und Obsession, Fetisch und Liebe aus. So muß ein afrikanischer Casanova gleich bei sieben Schwestern seine Qualitäten als Liebhaber unter Beweis stellen, ein Erbschleicher in seiner Beziehung folgenschwere Entdeckungen nach der ersten Nacht machen und ein Teenager sieht sich zu seinem achtzehnten Geburtstag mit der Frage konfrontiert, ob die Zunge beim Sex auch zur richtigen Person gehört. Lassen Sie sich überraschen!

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Amelié de Lyn: Romantisch (Auszug)

Ich stehe im Verruf, gewisse Perversionen auszuleben. Das kommt vielleicht daher, weil ich nie ein Blatt vor den Mund nehme und offen ausspreche, was ich denke, mir vorstelle, oder wünschen würde; dass ich Geschichten erzähle, so wie sie sich zugetragen haben, ohne etwas dazu zu dichten, oder auszulassen, weil es mir etwa peinlich wäre. Nein, peinlich ist es mir nicht, ganz im Gegenteil - ich bin stolz auf meine Abenteuer, ich habe nichts zu verbergen, und ich stehe zu meinen abwegigen, manchmal unerwarteten Gelüsten. (Wer meine anderen Erzählungen kennt, weiß, wovon ich rede.) Diejenigen, die den Kopf schütteln über meine geschilderten Ausbrüche, sind meistens sexuell sehr unbefriedigte Leute, deren Zurückhaltung zu explodieren droht, weil sie voll sind mit Bildern, Phantasien, Vorstellungen von den abstrusesten Momentaufnahmen und Fetischs. Versteckt, nie nach Außen getragen, nie auch nur erwähnt, und schon gar nicht ausgelebt. Das ist in meinen Augen nicht nur ungesund, sondern auch unmoralisch gegenüber dem eignen Ich, selbst wenn diese Menschen vielleicht gerade der Moral wegen ihre versteckten Persönlichkeiten nicht zulassen wollen. Aus diesem Grunde habe ich mir nicht nur angewöhnt, mit aller Leidenschaft all meinen inneren Lüsten nachzugehen, sondern auch, sie zu erzählen und weiterzugeben, damit sie vielleicht dem Einen oder Anderen Ansporn und Inspiration sein können.

Das allerdings brachte mich in Verruf. Nun repräsentiere ich das Image einer sexgeilen, keine Grenzen kennenden Frau, der es nur daran gelegen ist, ihre Phantasien bis ins Detail auf die Wirklichkeit zu projizieren, immer verrückter, immer härter, immer perverser zu sein und sich selbst in jedem Akt noch zu übertreffen. Aber so ist es nicht. Ich bin ein großer Anhänger der Romantik, und wie jede Frau liebe ich es, bei Kerzenschein, leiser Musik und zärtlichen Berührungen sachte zum Höhepunkt geführt zu werden. Ebenso wie die abgedrehte, nur einem Zwecke dienende Vögelei, genieße ich Liebesspielchen vor dem Kamin, oder im frisch bezogenen Federbett, Sonntag morgens.
Ich möchte dem Vorurteil, ich hätte einen gewissen Hang zur Perversion, eine Geschichte entgegensetzen, die durchaus deutlich machen wird, dass ich auch anders kann, dass ich auch der Zärtlichkeit nicht abgeneigt bin und, wie das weibliche Geschlecht im Allgemeinen, romantisch-sensibel veranlagt.

In einem Café lernte ich diesen netten jungen Mann kennen, mit dem ich mich auf Anhieb gut verstand und unterhalten konnte, mit dem ich mich einige Male zu einem Spaziergang und auf einen Kinobesuch verabredete und den ich hin und wieder küsste, ohne dass wir jedoch, über eine Berührung unserer Zungenspitzen hinaus, intimer wurden. Er wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht daran dachte und nicht gerne einmal meine Hand zwischen seine Beine hätte gleiten lassen wollen, um die ungefähre Größe seines Schwanzes schätzen zu können. So manche Nacht nach unseren Treffen - die immer nur in einem ausgiebigen Zungen¬kuss vor meiner Wohnungstür endeten, bei dem es mir heiß und kalt den Rücken herunterlief - verbrachte ich damit, mir vorzustellen, wie er wohl riecht und schmeckt und wie wohl seine Stimme klingt, wenn er stöhnt. Aber ich wollte uns Zeit geben und nichts überstürzen, ich wollte es langsam angehen lassen, denn es kam mir so vor, als sei ihm sehr viel daran gelegen, dass wir langsam, zärtlich und liebevoll miteinander umgehen. Natürlich machte das einen sehr guten Eindruck auf mich, da er bewies, dass nicht nur der nackte Sex anzustreben ist, sondern dass sein Empfindungsvermögen weit über einen One-Night-Stand, ein schnelles, wildes Ficken hinausging.

Eines Tages, wir hatten uns nach einem ausgiebigen Waldspaziergang auf einer Lichtung niedergelassen, lagen wir nebeneinander auf einer kleinen Decke und ordneten den Wolkenformationen verschiedene Tiere zu, da spürte ich seine Hand auf meinem Oberschenkel und alsbald auch seinen Mund an meinem Hals. [...]

Ralf Thomas: Der zweite Frühling (Auszug)

[...] Wie am Vorabend konnte er ihren Duft riechen, ihre Bewegungen erfühlen. Schritt für Schritt schmolz der Abstand zwischen ihnen, heizte sich der geringer werdende Luftspalt immer mehr auf. Immer öfter stieß ihre Oberweite gegen seine Brust, bohrten sich zwei feste Punkte durch sein Hemd. Längst hatte sich ihr Tanzen in eine erotische Erkundungsreise verwandelt, befanden sich ihre Hände schon lange nicht mehr dort, wo sie eigentlich hin gehörten. Ob¬wohl ihre Schritte langsamer und langsamer wurden, beschleunigte sich zusehends ihr Puls, ging ihrer beider Atem immer heftiger.
Sie tanzten aus dem Wohnzimmer heraus, durch den Flur, hinein ins Schlafzimmer. Wie der Wüstenboden den ersten Regen nach einer langen Trockenzeit, so überfluteten die sanften Berührungen ihrer Hände die Sinneszellen seiner Haut. Er sog die Wärme ihres Körpers in sich auf, um die Eiszeit, die ihn so lange gefangen hielt, endlich zu beenden. Heißer Atem auf seiner Stirn, seinem Hals, seiner Brust, erwärmte seinen Körper und seine Seele.

Ihre Leiber glühten heiß, als sie schließlich engumschlungen vor dem französischen Bett standen. Ihre Zungen tanzten miteinander einen fordernden Tango. Ihre Hände tasteten einander ab, überbrachten die zärtlichsten Grüße. Malte hielt ihren Kopf fest in seinen Händen, löste seine Lippen von ihrem Mund. Verteilte nun seine Küsse auf ihrer Stirn, ihrer Nase, ihren Wangen, ihrem Kinn, ihrem Hals. Auf ihren Schulten, den Schlüsselbeinen, auf ihrem Dekolletee. Seine Hände fassten sie am Rücken, als die Spur seiner Zärtlichkeit zwischen ihren Busen führte.

Miriam hatte ihre Augen geschlossen, den Kopf weit in den Nacken gelegt. Seine heißen Lippen ließen ihre Haut vibrieren, seine zärtlichen Hände ihre Muskeln anspannen. Seine Zunge fuhr um die Konturen ihrer Brüste. Sie konnte sich kaum noch auf den Beinen halten. Tiefer glitten seine Hände auf der Rückseite ihres Körpers, ließen dort keinen Fleck ihrer Haut unberührt. Vorne folgten seine Lippen und seine Zunge, steuerten unbeirrt ihrem Ziel entgegen. Ihre Knie begannen zu zittern, sie beugte sich nach vorne und suchte Halt an seinen Schultern. Mit festem Griff packte er ihr Gesäß, ließ ihr keine Chance, seinen Zärtlichkeiten auf ihrer Hüfte zu entgehen. [...]

Anita Isiris - Mirkas Sahneschnittchen (Auszug)

[...] Mirka erscheint pünktlich im Büro des Botanik-Professors. Es ist bereits taghell; die Fenster des grosszügigen Raums lassen viel Licht herein - trotz der Epiphyten, die sich Rebenstämmen entlang ranken und die Sicht nach Aussen zu verdecken drohen. "Hier sind wir geschützt vor neugierigen Blicken, Mirka, und das ist gut so", sagt der ältere Herr mit heiserer Stimme zu ihr. Mirka ahnt, was Professor Wiener von ihr will - da sie aber über einschlägige Erfahrung verfügt, nimmt sie die Herausforderung an. "Na denn, Professorchen", schmunzelt sie und setzt sich auf die Tischkante. Ihr Herzklopfen sieht er ja nicht. Ohne Umschweife tritt er vor sie und schiebt ihr langsam den Rock über die Oberschenkel. Mirkas smaragd¬grüne Zehennägel reizen ihn. Sie reibt die Füsse aneinander und sieht ihn an - mit klaren forschenden Augen. Sie duftet nach "lZair du temps", einem Mittelklasseparfum, das das Laszive an der Situation noch unterstreicht. "Mirka", sagt der Professor gedehnt, "Mirka". Er legt die Hände auf ihre nackten Beine und vollführt kreisende Bewegungen. Unwillkürlich öffnet die Studentin ihre Schenkel; ihr klitzekleiner schneeweisser Slip wird sichtbar. "Sorgfältig rasiert, hm?" Die Mimik des älteren Herrn lässt auf zunehmende Geilheit schliessen. Mirka öffnet den obersten Knopf ihrer Bluse. Eine Einladung? Eine leichte Morgenbrise weht herein, murmelnd nimmt die dunkelgrüne Aare ihren Weg. Unter der dünnen Bluse und dem noch dünneren BH erahnt Professor Wiener Mirkas pralle dunkle Brustwarzen. Es bereitet ihm...

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