Virginia Woolfs The Voyage Out gilt häufig als traditioneller und weniger experimentell als ihre späteren Romane. Ralf Kellermann zeigt, dass schon Woolfs Erstlingswerk das gelingt, wofür sie später häufig gelobt wurde: die kritische Infragestellung von Plot-Mustern und narrativer Identität. In den Mittelpunkt seiner literatursoziologischen Analyse stellt Kellermann den Zusammenhang von Todesmotiv, Individualität und narrativer Form in The Voyage Out. Er verbindet die Systemtheorie Niklas Luhmanns mit den Plot-Modellen von Greimas, Eco und Baroni, um so die »semiotischen Defizite« der Systemtheorie auszugleichen und die narrative Form des Romans neu zu deuten. Statt der Auflösung von Plot-Mustern zeigt sich deren Veränderung, und die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft erscheint ambivalent: Die Protagonistin bemüht sich um soziale Integration als Person und sehnt sich gleichzeitig nach einem Jenseits sozialer Zwänge. Diese narrative Konstruktion des Individuums autorisiert den Roman einerseits als modernes Kunstwerk, als Beitrag zum System der Kunst. Andererseits erweist sich das Erzählen vom Individuum als Medium einer politisch ambitionierten Gesellschaftskritik.
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Ralf Kellermann studierte Anglistik, Germanistik, Philosophie und Pädagogik in Hamburg, Tübingen und Berkeley. Er ist Lehrer an einem Ludwigsburger Gymnasium. Daneben ist er Schulbuchautor, war langjährig Mitherausgeber der Zeitschrift Ethik und Unterricht und hatte Lehraufträge für Cultural Studies und Ethikdidaktik an mehreren Hochschulen.
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Taschenbuch. Zustand: Neu. Neuware -Virginia Woolfs The Voyage Out gilt häufig als traditioneller und weniger experimentell als ihre späteren Romane. Ralf Kellermann zeigt, dass schon Woolfs Erstlingswerk das gelingt, wofür sie später häufig gelobt wurde: die kritische Infragestellung von Plot-Mustern und narrativer Identität.In den Mittelpunkt seiner literatursoziologischen Analyse stellt Kellermann den Zusammenhang von Todesmotiv, Individualität und narrativer Form in The Voyage Out. Er verbindet die Systemtheorie Niklas Luhmanns mit den Plot-Modellen von Greimas, Eco und Baroni, um so die 'semiotischen Defizite' der Systemtheorie auszugleichen und die narrative Form des Romans neu zu deuten. Statt der Auflösung von Plot-Mustern zeigt sich deren Veränderung, und die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft erscheint ambivalent: Die Protagonistin bemüht sich um soziale Integration als Person und sehnt sich gleichzeitig nach einem Jenseits sozialer Zwänge. Diese narrative Konstruktion des Individuums autorisiert den Roman einerseits als modernes Kunstwerk, als Beitrag zum System der Kunst. Andererseits erweist sich das Erzählen vom Individuum als Medium einer politisch ambitionierten Gesellschaftskritik.Velbrueck GmbH, Meckenheimer Str. 47, 53919 Weilerswist 670 pp. Deutsch. Artikel-Nr. 9783958324169
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Taschenbuch. Zustand: Neu. Neuware - Handelt es sich bei Virginia Woolfs Debütroman The Voyage Out um einen Reiseroman Einen Liebesroman Einen Bildungsroman Ja, aber. Ralf Kellermann zeigt - unter Zuhilfenahme und Erweiterung der Systemtheorie Niklas Luhmanns -, dass in einiger Hinsicht schon Woolfs erster Roman auf das zielt, wofür die Autorin oft gelobt wird: auf die Überwindung von Plotund narrativer Identität und auf die Infragestellung des Konventionellen. Mit Hilfe der Systemtheorie Niklas Luhmanns und den Erzähltheorien von Greimas, Eco und Baroni entwirft Ralf Kellermann ein differenzierteres Bild, das die Analyse der narrativen Form mit einer literatursoziologisch-verstehenden Deutung des Textes verbindet. Er zeigt, dass dieser Erwartungen an die Form erzählter Geschichten zwar irritiert, aber nicht außer Kraft setzt. Auch die narrative Konstruktion von Individualität wird weniger überwunden als verändert: Entworfen wird eine Protagonistin, die sich im Medium einer Bildungsgeschichte um soziale Integration bemüht. Gleichzeitig ersehnt sie den Abstand zur Gesellschaft.Diese Ambivalenz wird aus Sicht zweier sozialer Systeme gedeutet: Politisch gelesen wird die narrative Inszenierung von Tod und Scheitern als politischer Einspruch gegen patriarchale Konventionen, die es einer Frau schwer machen, sich als Person zu etablieren. Gleichzeitig wird die individuelle Distanz zur Gesellschaft zur erhabenen Unfassbarkeit stilisiert. Die narrativen Experimente fungieren als Medium der Protestkommunikation. Aus Sicht der Kunst wird Woolf oft dafür gelobt, dass sie im Medium ihrer Prosa ein authentisches Bild vom Bewusstsein vermittelt. Kellermann unterstellt dagegen, dass Woolf das Bewusstsein zum Thema macht, um auf originelle Weise anders zu erzählen und ihr Werk als innovatives Kunstwerk zu autorisieren.Notwendig ist dazu eine intensive Auseinandersetzung mit der Systemtheorie Luhmanns, deren »semiotisches Defizit« mittels Verbindung mit rezeptionssemiotischen Erzählmodellen behoben wird. Narrative Texte werden damit nicht zu Systemen, sie lassen sich jedoch aus der Sicht unterschiedlicher sozialer Systeme als Medium und Form der künstlerischen und außerkünstlerischen Kommunikation verstehen. Artikel-Nr. 9783958324169
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Taschenbuch. Zustand: Neu. Systemtheorie und Erzählen | Zu Tod, Plotting und Individualität in Virginia Woolfs The Voyage Out | Ralf Kellermann | Taschenbuch | 608 S. | Deutsch | 2025 | Velbrueck GmbH | EAN 9783958324169 | Verantwortliche Person für die EU: Velbrück GmbH, Meckenheimer Str., 53919 Weilerswist-Metternich, info[at]velbrueck[dot]de | Anbieter: preigu. Artikel-Nr. 134386330
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Taschenbuch. Zustand: Neu. Neuware -Virginia Woolfs The Voyage Out gilt häufig als traditioneller und weniger experimentell als ihre späteren Romane. Ralf Kellermann zeigt, dass schon Woolfs Erstlingswerk das gelingt, wofür sie später häufig gelobt wurde: die kritische Infragestellung von Plot-Mustern und narrativer Identität.In den Mittelpunkt seiner literatursoziologischen Analyse stellt Kellermann den Zusammenhang von Todesmotiv, Individualität und narrativer Form in The Voyage Out. Er verbindet die Systemtheorie Niklas Luhmanns mit den Plot-Modellen von Greimas, Eco und Baroni, um so die 'semiotischen Defizite' der Systemtheorie auszugleichen und die narrative Form des Romans neu zu deuten. Statt der Auflösung von Plot-Mustern zeigt sich deren Veränderung, und die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft erscheint ambivalent: Die Protagonistin bemüht sich um soziale Integration als Person und sehnt sich gleichzeitig nach einem Jenseits sozialer Zwänge. Diese narrative Konstruktion des Individuums autorisiert den Roman einerseits als modernes Kunstwerk, als Beitrag zum System der Kunst. Andererseits erweist sich das Erzählen vom Individuum als Medium einer politisch ambitionierten Gesellschaftskritik. 608 pp. Deutsch. Artikel-Nr. 9783958324169
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