Intrigen - Die Macht der Moglichkeiten in der mittelhochdeutschen Epik (Trierer Beitrage Zu Den Historischen Kulturwissenschaften)

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9783954900862: Intrigen - Die Macht der Moglichkeiten in der mittelhochdeutschen Epik (Trierer Beitrage Zu Den Historischen Kulturwissenschaften)
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Críticas:

"Die Studie [...] widmet sich mit der Intrige einem wichtigen, bislang wenig untersuchtem Motiv der mittelhochdeutschen Epik. Der von der Forschung oft undifferenziert angewandte Terminus wird erstmals konkret definiert und von anderen Phanomenen (List, Komplott) abgegrenzt." Tina TerraheIn: Germanisitk. Internationales Referatenorgan mit bibliographischen Hinweisen, Band 57 (2016), Heft 3-4, S. 4366

Reseña del editor:

English summary: Based on a selection of Middle High German novels and epics from the 12th to the 14th century, the author analyses the literary motif of intrigues in the courtly literature. The study provides a precise definition of the term 'intrigue', which has not been a defined term in the medieval studies so far. On this basis the author shows the nuances and diversities of intrigues within the texts. Intrigues are not only an important motif in MGH narratives, but also substantial components: Without intrigues there would be no 'Rolandslied', the story of 'Herzog Ernst' would be as short as 650 verses, Tristan would not fall in love with his Isolde, and the tragedy of the 'Nibelungenlied' would never take place, as well as the happy ending of the 'Iwein'. Intrigues exert a profound influence on the narrative structure of MGH epic poetry. In many cases they are the primum movens of the text. As a narrative drive, they have the capacity to put characters in motion, break deadlocked, harmonic constellations of characters, start conflicts, as well as create suspense and comprehensible motivations behind characters' actions. Thus, they prevent the termination of the narrative. Therefore, intrigues are not only substantial within the base of the storyline, but also they are necessary in an extradiegetic way for the narrator and poet of the narration. The cast of an intrigue consists of complex, multidimensional characters, trying to take charge of their own fate. When they feel and think on the inside, they are even able to show a distinct behaviour towards other characters on the outside. The intrigue turns to be the method of choice for conflict management in cases when a direct confrontation is not possible or does not appear very promising (e.g. by means of the invincibility of an ideal hero or the complex relational structures at court and in families). For that reason, intrigues provide new opportunities for action especially for female characters, which are destined to be passive with respect to their role in medieval narratives. The intrigue in its variety forms is widely spread in the literature of the high medieval epoch and takes charge of different narrative functions. As an interface between drama, plot dynamics and development of characters, intrigues are interwoven with official and private power constellations and provide new impetus to the debate about fictionality in narrative stories of the Middle Ages. The following literary works have been analysed: 'Rolandslied' by Pfaffe Konrad, Stricker's 'Karl', 'Nibelungenlied', 'Herzog Ernst B', 'Iwein' by Hartmann von Aue, 'Die Krone' by Heinrich von dem Turlin, 'Tristan' by Gottfried of Strassburg, 'Liet von Troye' by Herbort von Fritzlar and 'Trojanerkrieg' by Konrad von Wurzburg and 'Friedrich von Schwaben'. German description: Anhand einer Auswahl mittelhochdeutscher Romane und Epen aus dem 12. bis 14. Jahrhundert geht die Autorin dem literarischen Motiv der Intrige in der Epoche des hofischen Mittelalters nach. Der bislang in der Mediavistik konturlose Intrigenbegriff erhalt so zunachst eine substantiierte Definition, auf dessen Grundlage die Nuancen und Variationen von Intrigenhandlungen herausgearbeitet werden. Intrigen sind nicht nur ein wichtiges Motiv mittelhochdeutscher Erzahlungen, sondern oft ein unverzichtbarer Bestandteil: Ohne Intrigen gabe es kein 'Rolandslied', die Geschichte um 'Herzog Ernst' ware nach nicht einmal 650 Versen auserzahlt, Tristan bliebe ohne Isolde und die Tragik des 'Nibelungenliedes' ware ebenso wenig zustande gekommen wie das gluckliche Ende des 'Iwein'. Intrigen beeinflussen die Erzahlstruktur mittelhochdeutscher Grossepik massgeblich. Nicht selten sind sie das primum movens eines Textes. Mit ihrem handlungsdynamischen Potential bewegen Intrigen Figuren zum Handeln, brechen die Statik harmonischer Figurenkonstellationen auf, schaffen Konflikte, Spannungsbogen und nachvollziehbare Handlungsmotivationen und verhindern auf diese Weise den Abbruch der Erzahlung. Somit sind Intrigen nicht nur innerhalb der Erzahlung unverzichtbar, sondern auch extradiegetisch fur den Erzahler und Dichter einer Geschichte. Das Intrigenpersonal besteht aus komplexen, mehrdimensionalen Figuren, die sich uber das Fatum hinwegzusetzen versuchen. Sie sind in der Lage auf einer ausseren, den anderen Figuren der Erzahlung sichtbaren, Ebene anders zu erscheinen, als sie nach innen denken und fuhlen. Das Mittel der Intrige zur Konfliktbewaltigung wird dann gewahlt, wenn eine offene Auseinandersetzung nicht moglich oder nicht Erfolg versprechend ist (z.B. durch die Unbesiegbarkeit idealer Helden, die Beziehungsgefuge am Hof, komplexe Familienstrukturen). Daher bieten Intrigen gerade Frauenfiguren, die aufgrund ihrer Rollenkonzeption in mittelalterlichen Erzahlungen auf Passivitat angelegt sind, neue Handlungsmoglichkeiten. Die Intrige in ihrer vielfaltigen Ausgestaltung ist in der Literatur der hofischen Epoche weit verbreitet und ubernimmt verschiedene erzahltechnische Funktionen. Als Schnittstelle zwischen Dramatik, Handlungsdynamik und Figuren-Genese ist sie verflochten mit Machtkonstellationen des offentlichen und privaten Raumes und setzt neue Impulse fur die Fiktionalitatsdebatte. Untersucht werden das 'Rolandslied' des Pfaffen Konrad, Strickers 'Karl', das 'Nibelungenlied', der 'Herzog Ernst B', Gottfrieds von Strassburg 'Tristan', der 'Iwein' Hartmanns von Aue, 'Die Krone' Heinrichs von dem Turlin, Herborts von Fritzlar 'Liet von Troye', der 'Trojanerkrieg' Konrads von Wurzburg und der 'Friedrich von Schwaben'.

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Katharina Hanuschkin
Verlag: Reichert Nov 2015 (2015)
ISBN 10: 3954900866 ISBN 13: 9783954900862
Neu Anzahl: 1
Anbieter
AHA-BUCH GmbH
(Einbeck, Deutschland)
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Buchbeschreibung Reichert Nov 2015, 2015. Buch. Zustand: Neu. Neuware - Anhand einer Auswahl mittelhochdeutscher Romane und Epen aus dem 12. bis 14. Jahrhundert geht die Autorin dem literarischen Motiv der Intrige in der Epoche des höfischen Mittelalters nach. Der bislang in der Mediävistik konturlose Intrigenbegriff erhält so zunächst eine substantiierte Definition, auf dessen Grundlage die Nuancen und Variationen von Intrigenhandlungen herausgearbeitet werden. Intrigen sind nicht nur ein wichtiges Motiv mittelhochdeutscher Erzählungen, sondern oft ein unverzichtbarer Bestandteil: Ohne Intrigen gäbe es kein 'Rolandslied', die Geschichte um 'Herzog Ernst' wäre nach nicht einmal 650 Versen auserzählt, Tristan bliebe ohne Isolde und die Tragik des 'Nibelungenliedes' wäre ebenso wenig zustande gekommen wie das glückliche Ende des 'Iwein'. Intrigen beeinflussen die Erzählstruktur mittelhochdeutscher Großepik maßgeblich. Nicht selten sind sie das primum movens eines Textes. Mit ihrem handlungsdynamischen Potential bewegen Intrigen Figuren zum Handeln, brechen die Statik harmonischer Figurenkonstellationen auf, schaffen Konflikte, Spannungsbögen und nachvollziehbare Handlungsmotivationen und verhindern auf diese Weise den Abbruch der Erzählung. Somit sind Intrigen nicht nur innerhalb der Erzählung unverzichtbar, sondern auch extradiegetisch für den Erzähler und Dichter einer Geschichte. Das Intrigenpersonal besteht aus komplexen, mehrdimensionalen Figuren, die sich über das Fatum hinwegzusetzen versuchen. Sie sind in der Lage auf einer äußeren, den anderen Figuren der Erzählung sichtbaren, Ebene anders zu erscheinen, als sie nach innen denken und fühlen. Das Mittel der Intrige zur Konfliktbewältigung wird dann gewählt, wenn eine offene Auseinandersetzung nicht möglich oder nicht Erfolg versprechend ist (z.B. durch die Unbesiegbarkeit idealer Helden, die Beziehungsgefüge am Hof, komplexe Familienstrukturen). Daher bieten Intrigen gerade Frauenfiguren, die aufgrund ihrer Rollenkonzeption in mittelalterlichen Erzählungen auf Passivität angelegt sind, neue Handlungsmöglichkeiten. Die Intrige in ihrer vielfältigen Ausgestaltung ist in der Literatur der höfischen Epoche weit verbreitet und übernimmt verschiedene erzähltechnische Funktionen. Als Schnittstelle zwischen Dramatik, Handlungsdynamik und Figuren-Genese ist sie verflochten mit Machtkonstellationen des öffentlichen und privaten Raumes und setzt neue Impulse für die Fiktionalitätsdebatte.Untersucht werden das 'Rolandslied' des Pfaffen Konrad, Strickers 'Karl', das 'Nibelungenlied', der 'Herzog Ernst B', Gottfrieds von Straßburg 'Tristan', der 'Iwein' Hartmanns von Aue, 'Die Krone' Heinrichs von dem Türlin, Herborts von Fritzlar 'Liet von Troye', der 'Trojanerkrieg' Konrads von Würzburg und der 'Friedrich von Schwaben'. 328 pp. Deutsch. Artikel-Nr. 9783954900862

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