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Kleingarten Kompost Karma - Hardcover

Feuerstack, Christiane

 
9783944408088: Kleingarten Kompost Karma

Inhaltsangabe

Ein Schrebergarten ist der Ausgangspunkt für spannende Reisen in die geistige Welt der spirituellen Erfahrungen und Bewusstseinserweiterungen.
Da die Außenwelt als Spiegel die Innenwelt sichtbar werden lässt, sind die kleinen alltäglichen Begebenheiten wunderbar mit tiefgreifenden Innenerlebnissen und Einsichten verwoben.

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorin bzw. den Autor

Christiane Feuerstack

geboren 1960 in Manderscheid/Eifel, studierte Eurythmie und Heileurythmie in Nürnberg und Stuttgart. Neben vielfältigen pädagogischen und therapeutischen Arbeitsfeldern beschäftigt sie sich seit vielen Jahren intensiv mit spiritueller Schulung und Forschung. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen im Vermitteln esoterischer Inhalte in Seminaren und Einzelsitzungen mit dem Ziel der individuellen karmischen Selbsterkenntnis. Christiane Feuerstack lebt und arbeitet im Ostseebad Eckernförde.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Vorschriften

In der Satzung des Kleingartenvereins gibt es eine Menge Vorschriften und Regeln.

Während ich sie damals studierte, stellte ich fest, dass ich mich schon beim Erwerb des Gartens unwissentlich mehrerer Verstöße schuldig gemacht hatte. Beispielsweise dürfen Gehölze, die Zwischenwirte für Pilzkrankheiten, Bakterienkrankheiten und tierische Schädlinge sind, nicht angepflanzt werden, und schon vorhandene sollten entfernt werden. Große Bäume, vor allem Nadelbäume, sind ebenfalls verboten. Ich stellte fest, dass sich die Anzahl der verbotenen Gewächse in meinem Garten auf mindestens fünf belief.

Weiterhin ist genau geregelt, wie groß der Abstand von Anpflanzungen zum benachbarten Grundstück hin sein darf und wie die prozentuale Aufteilung der Gesamtfläche auszusehen hat: jeweils ein Drittel Rasen und Beete mit ein- und mehrjährigen Pflanzen. Bezüglich dieser Drittel-Einteilung hatte ich anfangs vom Obmann erfahren, dass diese Regel mittlerweile lockerer gehandhabt wird, so dass sie nicht mehr für den einzelnen Garten, sondern für die gesamte Kolonie gilt. So brauchte ich wenigstens in dieser Hinsicht keine Schuldgefühle zu hegen.
Ich las weiter: „Jeder Pächter ist verpflichtet, den Garten und den an seinen Garten angrenzenden Weg stets rein und frei von Gras und Wildkräutern zu halten.“ An dieser Stelle traute ich meinen Augen nicht. Wie bitte? Gras ist in meinem Garten auch nicht erlaubt? Wie verträgt sich denn dieses Verbot mit dem ausdrücklich vorgeschriebenen Rasenanteil? Mir wurde mulmig zumute. Als frisch gebackene Spießbürgerin war ich darauf erpicht, nicht gleich durch begangene Regelwidrigkeiten aufzufallen. Es schien mir fast unmöglich zu sein, alle Vorschriften einzuhalten und eine weiße Weste zu bewahren. Hier würde ich unweigerlich auf eine verbrecherische Laufbahn zusteuern. Meine Täterschaft würde niemandem verborgen bleiben, denn ich las von einer weiteren Verpflichtung jedes Pächters, nämlich „am Eingang des Gartens eine Tafel anzubringen, die deutlich in leserlicher Schrift die Nummer der Parzelle und den Vor- und Zunamen des Pächters angibt.“

Nun gut, dachte ich, bevor ich diese Regel umsetze, möchte ich erst einmal die anderen Gesetzesbrecher der Kolonie namentlich erfassen. Bei einem Rundgang stellte ich fest, dass von etwa fünfzig Parzellen gerade mal zwei ein Schild mit Nummer und Nachnamen aufwiesen. Auf zwölf Toren prangte immerhin noch eine Nummer, und auf einem ein Name ohne Nummer. Außerdem stellte ich fest, dass überall verbotene Bäume und jede Menge Gras wuchsen. Ich atmete erleichtert auf. In Gesellschaft mit anderen Regelbrechern geht es einem doch gleich viel besser! Da jeder unfreiwillig etwas auf dem Kerbholz hat, ist anzunehmen, dass sich die meisten Pächter davor hüten, ihre Nachbarn anzuschwärzen oder auf Regelverstöße hinzuweisen.

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Von Schlangen und Drachen

Wieder ein neuer Tag. Was ist wirklich neu? Obwohl der Tag neu ist, müssen wir uns für das Neue bewusst entscheiden, sonst bleibt alles eine Wiederholung von Altbekanntem. Wie viele Gedanken denkt der Mensch durchschnittlich pro Minute, pro Sekunde? Ich habe mir die genaue Zahl nicht gemerkt, die Wissenschaftler herausgefunden haben, aber es sind unvorstellbar viele. Die meisten davon kommen kaum zum Bewusstsein. Es sind blitzschnell ablaufende Assoziationsketten, die sich meistens immer wieder um dasselbe drehen und automatisch in gewohnheitsmäßigen Bahnen ablaufen. Sie springen ständig zwischen Vergangenheit und Zukunft hin und her, ausgelöst durch gegenwärtige Eindrücke, unbewusste Gefühle und Impulse.

In allen mir bekannten spirituellen Schulungen spielt Gedankenkontrolle eine wesentliche Rolle, ebenso Kontrolle von Gefühlen und Willensimpulsen. Ich mag das Wort Kontrolle in diesem Zusammenhang nicht. Es ist irgendwie negativ besetzt, weckt Assoziationen von Zwang, Unfreiheit oder Einschränkung. Gemeint ist bei diesen Übungen aber gerade das Freiwerden von unbewussten Zwängen, eine Bewusstwerdung dessen, was gewöhnlicherweise automatisch abläuft und uns zu Sklaven dieses Automatismus macht. Erst indem uns diese Mechanismen bewusst werden, erlangen wir die Freiheit, selbst zu ent-scheiden, was wir denken und fühlen wollen. Die Willenskraft benötigen wir gerade für diese Entscheidung, uns immer wieder bewusst auf Klarheit im Denken und Fühlen auszurichten, auf die innere Haltung, im Einklang mit den geistigen Gesetzen und der kosmischen Ordnung zu handeln, sich authentisch und situationsgerecht zu verhalten.

Vor Jahren, als ich versuchte, meine widerspenstigen Gedankenströme zu bändigen, hatte ich ein treffendes Bild:

Die Gedanken, die mich haben (statt ich sie), sehen aus wie ein Gewirr von durcheinander kriechenden Schlangen. Sie zischeln und züngeln und sind in ständiger Unruhe und Bewegung. Als ich dieses Gewirre frage, was es in mir bewirkt, sagt es: „Das siehst du doch. Wir weben einen dichten Schleier vor die Wirklichkeit, so dass du nicht wahrnehmen kannst, was wirklich ist, sondern sich immer dieses Gedankenwirrwarr davor schiebt.“ Ich sage: „Hört sofort auf damit!“ Sie lachen höhnisch. Ich greife hinein und versuche, das Dickicht mit beiden Händen auseinander zu ziehen. Ich schaffe es nur für kurze Zeit, dann verstärken die Schlangen ihre Kraft, werden noch dicker und schnellen wieder zurück.

Widerstand ist zwecklos. Es geht nur durch Annehmen und Verwandeln. Ich frage also, was ihr positiver Kern ist, womit sie mir im fortschrittlichen Sinne dienen können? Statt einer Antwort löst sich das Knäuel auf. Die Schlangen kriechen auf meinen Körper, sich von oben nach unten schlängelnd. Ich verstehe die Botschaft nicht. Mein Blick ist jetzt zwar frei, aber die kriechenden Schlangen sind mir äußerst unangenehm. Sie behaupten, dass sie mir Schutz geben. Schutz wovor? „Schutz, um die Wirklichkeit ertragen zu können, ohne sich selbst zu verlieren oder der Außenwelt ausgeliefert zu sein.“ Ich erkläre ihnen, dass ich diesen Schutz jetzt nicht mehr brauche. Allmählich erstarren die Schlangen, vertrocknen, zerfallen zu Staub und dann zu Licht.


Im Alltag beobachtete ich von nun an mehr und mehr die unbewusst ablaufenden Assoziationsketten, wie blitzartig, sprunghaft, durcheinander sie sind, aber doch immer wieder denselben Grundmustern folgen, konditioniert durch alte Ängste, Sehnsüchte, Wünsche, Alltagserlebnisse und Aufgaben, alles geprägt vom selben Raster. Zur Übung halte ich den Film gelegentlich an, spule ihn zurück, um die Assoziationskette bewusst zu machen und die zugrunde liegenden Mechanismen zu analysieren. Wie bin ich jetzt ausgerechnet zu diesem Gedanken gekommen? Welcher Sinneseindruck hat welche Erinnerungen ausgelöst? Bin ich jemandem begegnet, der mich an eine bestimmte Person erinnert, so dass mir jetzt Erlebnisse mit dieser Person in den Sinn kommen? Höre ich etwas, was mich an ähnliche Ereignisse erinnert?

Es hat einen heilsamen Effekt, diese Übung dahingehend zu erweitern, den Film nicht nur zurückzuspulen, sondern ihn an einer beliebigen Stelle anzuhalten und in dem festgehaltenen Bild in liebevoller Präsenz zu verweilen. Sei es so ein banaler Gedanke wie: „Ich muss noch den Abwasch machen.“ Dann vertiefe ich mich in das Bild von schmutzigen Geschirrbergen und meiner Abwaschtätigkeit mit aller Ruhe, Liebe und Freude, die ich aufbringen kann, um später ebenso gesammelt und präsent ans Werk zu gehen. Das gibt ungeheuren Frieden und Erfüllung.

Die automatische Gedankenflut hindert uns daran, im Hier und Jetzt die Wirklichkeit wahrzunehmen. Der Verstand hat das hauptsächliche Bestreben nach Sicherheit. Er ist hervorragend geeignet, die Vergangenheit zu analysieren und die Schlussfolgerungen aus bereits Erlebtem auf die Zukunft zu übertragen. Dabei will er um jeden Preis Veränderungen vermeiden, denn das würde ja Unsicherheit bedeuten. Auf diese Weise drehen wir uns...

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