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Von Buchenwald (,) nach Europa: Gespräche über Europa mit ehemaligen Buchenwald-Häftlingen in Frankreich

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9783941830141: Von Buchenwald (,) nach Europa: Gespräche über Europa mit ehemaligen Buchenwald-Häftlingen in Frankreich
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Críticas:

Glauben Sie mir, [...] wir beschäftigten uns zu diesem Zeitpunkt nicht mit Europa. Unser einziges Problem war die Frage, ob wir am Mittag oder am Abend etwas zu essen bekommen würden. In der Rückschau ließe sich Europa jedoch sehr wohl in Buchenwald ausmachen: im gemeinsamen Widerstand der dort gefangenen Menschen aus fast allen Nationen Europas. [...] Europa? Wo liegt, was meint dieser Ort? Visionen intellektueller oder gar jenen demokratiefernen Staatenbund, dem gerade das gemeinsame Geld ausgeht? Die Supranationale erkämpft das Menschenrecht? Wir betreten ihn von Westen her : Von der Montanunion über die römischen Verträge geht es zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und schließlich der EU. Und zur Realität: Flüchtlingsboote, Flüchtlingslager, Grenzzäune und Sperranlagen sind übliche Topoi von Europa. [...] Die noch junge Weimarer Verlagsgesellschaft hat eine durch vielfältige Sichten und persönliche Annäherungen an die Porträtierten lebendige, zum Nachdenken und zur notwendigen Beunruhigung über die eigene Geschichte führende Publikation herausgebracht. Sie kommt zur rechten Zeit. (junge welt vom 5.12.2011)

Welche Erfahrungen, Vorstellungen, Hoffnungen oder Sehnsüchte haben oder hatten die Menschen von Europa, die in Buchenwald [...] inhaftiert waren? Inwiefern verändern sie sich über die Zeit, werden aufgrund anderer Erfahrungen brüchig und desillusioniert oder visionär und mythisch? Interessante und zum Teil verblüffende Antworten darauf wurden in Frankreich gefunden. [...] Die Franzosen waren nicht nur nach Zahlen eine bedeutende Gruppe in Buchenwald, sie spielten auch im Lager internen Widerstand eine gewichtige Rolle. Noch heute gibt es in Frankreich einen gut organisierten Verband ehemaliger Häftlinge: dort engagierte Menschen gaben für den Gesprächsband Auskunft. In diesen Tagen, in denen Europa vor allem wegen der Krise einzelner Mitgliedsstaaten und den nötigen Rettungsgeldern der Gemeinschaft kritisch betrachtet wird, wirft dieser Gesprächsband einen nachhaltigen Blick darauf, dass diese Gemeinschaft mehr ist als eine Wirtschaftsgebilde. Von Semprún stammt der Satz: Heute muss die europäische Einheit ihren Sinn und Theorie und Praxis über kulturelle Vielgestaltigkeit bekommen, und das bedeutet, dass in Europa jeder mindestens zwei Sprachen spricht. Derzeit allerdings fehlt oft die eine Sprache, die alle verstehen... (Thüringische Landeszeitung vom 21.09.2011)

In diesem Ort entwickelten sich die Wurzeln der Internationale des Antifaschismus , wie sie später in der Zusammenarbeit des Internationalen Lagerkomitees und der Internationalen Militärorganisation sichtbar wurden und zur erfolgreichen Selbstbefreiung am 11. April 1945 führte. Der Schwur von Buchenwald ist bis heute die gemeinsame Grundlage antifaschistischer Gruppen und Organisationen europaweit und international. Eingedenk dieser Tatsache ist es nur folgerichtig, dass sich Nachgeborene Gedanken darüber machen, inwieweit die Idee eines geeinten Europas, das unsere heutige Wirklichkeit prägt, auf diese Gemeinsamkeit des Antifaschismus im KZ Buchenwald Bezug nehmen kann [...]. Aus [den] Beispielen wird deutlich, dass die Überlebenden von Buchenwald Europa nicht abstrakt begreifen, sondern konkret in ihrer Wirkung für die Menschen. Uns sie geben in ihren Antworten aus ihrer geschichtlichen Erfahrung Orientierungshilfen, wie heutige Generationen durch ihr Handeln den Gedanken eines solidarischen Europas der Menschen befördern können. Ein erfreuliches Gegenmodell zum Europa des Finanzkapitals und der Mächtigen. (Die Glocke vom Ettersberg Jan. 2012)

Reseña del editor:

In zehn Pariser Gesprächen mit ehemaligen polnischen und französischen Buchenwald Häftlingen, die ihre Heimat nach der Befreiung in Frankreich fanden, spüren die Autoren der Frage nach, inwieweit die Idee eines geeinten Europas seine Wurzeln im Konzentrationslager Buchenwald hatte. Welches Europa wollen wir und welches europäische Handeln wird dem Vermächtnis Buchenwalds gerecht? Ein besonderes Stück authentischer Zeitgeschichte mit erfrischend optimistischen Zukunftsszenarien. Mit Beiträgen van Franziska Augstein, Claudia Grehn, Volkhard Knigge, François Le Lionnais, Lutz Niethammer, Jorge Semprún, Stéphane Hessel und Darja Stocker. "Es mag auf den ersten Blick paradox erscheinen, aber in gewisser Weise entstand in den Lagern der Nazis zum ersten Mal so etwas wie ein europäischer Geist." (Jorge Semprún)

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