Nicht angepasst. Mein Leben zwischen Mainz, Bonn und Jerusalem

 
9783937782959: Nicht angepasst. Mein Leben zwischen Mainz, Bonn und Jerusalem
Críticas:

Die Quellen nennt er nicht Die Autobiographie des Aufklärers im Neue Heimat-Skandal Johannes Gerster ist einer derjenigen Politiker, die es nie in die erste Reihe geschafft haben. Dennoch war er wichtig, egal, wo er wirkte: in Mainz, Bonn oder Jerusalem. Vielleicht ist es diese Ambivalenz, die seine Autobiographie aus den vielen Bänden ehemaliger Politiker herausstechen lässt. Hier will kein altgedienter Parteisoldat die Welt erklären oder sich gar selbst glorifizieren. Gerster, der 1941 in Mainz geboren wurde, stammt aus einer fest im christlichen Glauben verwurzelten Familie. Er studierte Jura, es trieb ihn in die CDU, er blieb bodenständig. Gegnerschaft ist ihm fremd. Wohl deshalb war er der falsche Spitzenkandidat für die Landtagswahl 1996 in Rheinland-Pfalz, die er gegen Amtsinhaber Kurt Beck verlor. Zuvor hatte er im Haushaltsausschuss des Bundestags und im Neue Heimat-Untersuchungsausschuss gewirkt. Die Neue Heimat war das größte Wohnungsbauunternehmen Europas und gehörte dem DGB. Die Daten stellten sich so dar: 10 Milliarden D-Mark Subventionen von Bund und Ländern, Steuerbefreiungen als gemeinnütziges Unternehmen, dennoch 17 Milliarden Schulden und gut eine Million verängstigter Sozialmieter, schreibt Gerster. Er war Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Untersuchungsausschuss und konnte erheblich zur Sachverhaltsklärung beitragen, weil ihm interne Dokumente der Neuen Heimat; zugespielt wurden. Deutschland fragte sich, wie Gerster die Informationen erhalten hatte - aber darauf gibt er bis heute keine Antwort. Sicher ist, dass er das wenige, das er wusste, geschickt einsetzte und so die Gewerkschaftsbosse und Sozialdemokraten an den Rand der Verzweiflung trieb. Die Presse feierte Gerster, die SPD schäumte. 23 Klagen gegen den Untersuchungsausschuss wurden weitgehend abgewiesen. Gerster beantragte Beugehaft gegen den Neue-Heimat-Funktionär Alfons Lappas, der dann auch tatsächlich vom Podium eines IG-Metall-Kongresses weg verhaftet wurde. Der Skandal wurde aufgeklärt. Gersters Fazit: Der Mieter weint, der Bonze lacht, Genosse Filz dies möglich macht. Gerster wurde 1997 Repräsentant der Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem. Kein Abstellgleis - sondern ein Herzensanliegen. Seit vielen Jahrzehnten engagiert er sich für die israelisch-deutsche Freundschaft und den Frieden im Nahen Osten. Er vermittelt Gesprächskontakte zwischen Israelis und Palästinensern und nimmt an Geheimverhandlungen teil. Helmut Kohl wollte ihn einst zum Bundesminister machen. Gerster aber fühlte sich immer nur in Israel und in Mainz, wo er heute wieder lebt, richtig wohl. Wie man hört, mischt er wieder mit beim Landtagswahlkampf gegen Kurt Beck. Aber diesmal für die CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner, also aus der zweiten Reihe. Eine Rolle, die ihm behagt. JOCHEN ZENTHÖFER. (FAZ vom 08.03.2011)

Ein Mainzer Weltbürger legt seine Erinnerungen vor Rheinland-Pfalz - Mainzer Urgestein, wortgewaltiger Innenpolitiker im Bundestag, temperamentvoller CDU-Landeschef, anerkannter Nahost-Experte, Generalfeldmarschall der Ranzengarde: Kaum ein Politiker hat sich in so vielen Rollen wie Johannes Gerster (69) bewegt. Von heute an sind seine Erinnerungen mit dem vielsagenden Titel "Nicht angepasst" im Handel. Gerster hat gut 300 Seiten aufgeschrieben, auf denen er frank und frei Bilanz zieht - manchmal schnodderig, manchmal witzig, manchmal nachdenklich, aber nie langweilig. Wir haben in das Buch vorab hineingeschaut. Gerster über seine Zeit als CDU-Landesvorsitzender in Mainz (1993-97): Gerster beschreibt nicht nur, wie er eine desolate, von Flügelkämpfen zerrissene CDU sanierte, sondern auch, wie er zu diesem Amt kam. Im Sommer 1993 stellte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl dem damaligen Bundespolitiker die Frage, wer denn der neue CDU-Landesvorsitzende werden könnte. Gerster: "Heiner Geißler." Kohl: "Nein." Gerster: "Klaus Töpfer." Kohl: "Nein." Kohl: "Gerster." Gerster: "Nein." Nach fünf Wochen Urlaub in Südengland, Gerster musste sich von einer Krebserkrankung erholen, sagte er dann dennoch zu. Aus Pflichtgefühl. "Meine Zusage erfolgte widerwillig. Die Landespolitik hatte mich nie gereizt", schreibt er. Am Ende gelang es Gerster zwar, die CDU aus dem Tief zu holen. Bei der Landtagswahl 1996 musste er sich aber dennoch Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) geschlagen geben. Über seine Kindheit und Jugend in Mainz (1941-61): Gerster stammte aus einer Ur-Mainzer Familie. Seine Eltern schützten in der Zeit des "Dritten Reichs" mit Gleichgesinnten jüdische Mitbürger, wo sie nur konnten. Sie hielten vom "Oberverbrecher Adolf Hitler" rein gar nichts, wie Gerster schreibt. Bezeichnend ist eine Episode, als Elisabeth Gerster nach der Geburt ihres sechsten Kindes Johannes das Mutterkreuz erhalten sollte. Sie warf die kleine Nazi-Delegation einfach zur Tür hinaus. Mit den Worten: "Ich bekomme meine Kinder nicht wegen dem Führer, sondern weil ich meinen Mann und Kinder liebe." Gerster wuchs in einer katholischen Großfamilie auf, sozusagen im Schatten des Mainzer Doms. Die intellektuelle Mutter und der bodenständige Vater Gottfried sorgten dafür, dass die unterschiedlichsten Menschen im Weihergarten 11 aus- und eingingen. Gersters Vater Johannes war dabei alles andere als bigott. War ihm die Predigt zu langweilig, unterbrach er seinen Gottesdienstbesuch auch schon mal für 20 kurzweilige Minuten im Domcafé. Über seine Zeit im Bundestag (1972-94): Seine lange politische Karriere durchzieht als roter Faden Gersters Bemühen um "politische Unabhängigkeit". Der eigenwillige Mainzer fühlte sich im Parlament wohler als auf der Regierungsbank. Auch zu Förderern wie Helmut Kohl wahrte er Distanz. Duz-Freundschaften und Kungelrunden waren seine Sache nicht, blickt er zurück. Dietmar Brück, Rhein-Zeitung 31.08.10 (Rhein-Zeitung 31.8.2010)

Reseña del editor:

Johannes Gerster wurde 1941 in Mainz geboren. Fast 22 Jahre lang gehörte er dem Deutschen Bundestag an, bevor er von 1997 bis 2006 die Konrad-Adenauer-Stiftung in Jerusalem leitete. In seiner Autobiografie erzählt er, wie es war, in den Kriegs- und Nachkriegsjahren in Mainz aufzuwachsen, und wie stark er durch sein Elternhaus geprägt wurde, ganz besonders durch den Vater ( Bleib unabhängig! ). Offen und durchaus selbstkritisch beleuchtet er seine politischen wie auch persönlichen Triumphe und Krisen. Zuallererst aber ist Johannes Gerster ein faszinierender Zeitzeuge, der in vielerlei Funktionen erlebt hat, wie Politik gemacht und wie Geschichte geschrieben wird: sowohl im Neue-Heimat- wie auch im Guillaume-Untersuchungsausschuss, beim Fall der Mauer, bei der Wiedervereinigung und am deutlichsten im Nahen Osten.

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Gerster, Johannes:
Verlag: Ingelheim : Leinpfad-Verl., (2010)
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Johannes, Gerster:
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Buchbeschreibung Leinpfad Verlag, 01.09.2010., 2010. 316 Seiten gut 2718** Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 495 21,6 x 14,2 x 3,2 cm, Gebundene Ausgabe. Artikel-Nr. 118127

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