Juca und Gabor Magos-Gimes, ein 1957 aus Ungarn in die Schweiz geflüchtetes Ehepaar, idealistische Kommunisten aus jüdischen Intellektuellenfamilien, haben der Autorin ihre Lebensgeschichten erzählt. Regula Schieß, Psychoanalytikerin und Therapeutin, hat das Berichtete durch eigene Recherchen ergänzt. Das Resultat ist eine anschauliche und spannende Geschichtsschreibung, welche die großen Themen Psychoanalyse, Faschismus, Krieg, Sozialismus und Flüchtlingsdasein zeigt, wie sie von den Menschen in ihrem Alltag gelebt und diskutiert wurden.
Durch die Collagetechnik ihres Berichtes erreicht es die Autorin, die lebensgeschichtliche Optik so zu erweitern, dass der Mensch mehr von seiner Dimension als sozialem Wesen preisgibt, als er dies mit eigenen Worten vermag. Sie montiert das von Juca und Gabor erzählte autobiographische Material, die Bild- und anderen Dokumente, die Aussagen von Freunden sowie die aus den Recherchen der Autorin stammenden essayhaften Abschnitte entlang der Zeitachse von 1900 bis 1990.
Beinahe wäre ein Bildungsroman des letzten Jahrhunderts daraus geworden, aber die Figuren sind echt und, jeder, ob Autor oder Interviewpartner, wird zitiert und bleibt erkennbar.
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