Thüringer Chronika von 1613: Die Thüringer Chronik von den Anfängen bis zum Dreißigjährigen Krieg 2

 
9783929000764: Thüringer Chronika von 1613: Die Thüringer Chronik von den Anfängen bis zum Dreißigjährigen Krieg 2
Críticas:

AUS DEM VORWORT VON DR. GUNTER GÖRNER: --- ohann Binhards Newe Vollkommene Thüringische Chronica , die im Jahre 1613 in Leipzig vom Verleger Christoff Nerlich veröffentlicht wurde, gehört zu den kulturhistorisch interessantesten und detailliertesten und ist zugleich die letzte in der Reihe von Thüringer Chroniken, die bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges im Druck erschienen sind. Bereits im Spätmittelalter gehörte Thüringen und insbesondere dessen größte und volkreichste Stadt, die Universitätsstadt Erfurt, zu den Zentren der deutschen Geschichtsschreibung. Zunächst waren es die Mönchsorden, vornehmlich die Benediktiner, sowie die zu den Bettelorden gehörenden Franziskaner und Dominikaner, die ältere Handschriften und Urkunden sammelten, abschrieben und durch die Aufzeichnung bedeutsamer religiöser, politischer, kultureller und wirtschaftlicher Ereignisse, sowie außergewöhnlicher Naturphänomene ihrer Zeit ergänzten. So gehört die im Erfurter Peterskloster von Benediktinermönchen im ausgehenden 15. Jahrhundert aufgezeichnete und mehrfach ergänzte Chronica St. Petri moderna 1) zu den herausragenden deutschen Geschichtsquellen des Spätmittelalters. Dieses Kloster besaß bereits vor 1480 eine der ersten Buchdruckerpressen in Thüringen. Auch unter den Weltgeistlichen gab es einige hochberühmte Chronisten. Der bekannteste von ihnen ist zweifellos der aus Kreuzburg an der Werra gebürtige Johann Rothe (um 1365 - 5.5.1434), seit 1387 Priester, später Canonicus, seit 1422 Scholasticus des Marienstifts zu Eisenach und Kapellan der Landgräfin Anna, der Gemahlin Friedrichs des Friedfertigen. Er schrieb seine Chronik gegen Ende seines Lebens. Seine Erinnerung, zusammen mit demjenigen, was er als junger Mensch von Älteren gehört hatte, reichte weit bis ins 14. Jahrhundert zurück. Natürlich stützte sich Rothe darüberhinaus auf zahlreiche schriftliche Quellen, darunter die Werke des Lampertus, des Ekkehardus Uraugiensis mit der Fortsetzung des Chronicon Urspergense, des Annalista Saxo und bei den thüringischen Quellen insbesondere auf die Historia Erphesfordensis anonymi autoris de lantgraviis Thuringiae, die mit dem Jahr 1426 abschließt, das Chronicon Erfurtense Sampetrinum, die Annales Reinhardsbrunnenses und andere Handschriften. ... (Aus dem Vorwort von Dr. Gunter Görner)

AUS DEM NACHWORT VON DR. HELMUT ROOB: --- Johann Binhards Thüringische Chronica von 1613 ist kein landesgeschichtliches Werk im heutigen Sinne. Im Untertitel nennt er es Geschicht- und Zeitbuch und erläutert dann den Inhalt seines umfangreichen Werkes, das er in drei Bücher gegliedert hat. Mit grosser Mühe / Fleiss und Arbeit hat er zusammengetragen, was dem Leser auch nützlich zu lesen sein soll. Am Ende hat er die drei Bücher seiner Chronik durch drei Register erschlossen. Ausser den Lebensdaten zahlreicher Fürsten und Grafen und ihrer Taten sind es die grossen und kleinen Begebenheiten in den Städten und Dörfern. Da sind vor allem die zahlreichen Brandkatastrophen in jener Zeit, die viele Menschen, die dabei ihr Hab und Gut verloren, obdachlos gemacht haben. Dann sind es die Pestjahre, z. B. 1582, als das Schloss in Tüngeda erbaut wurde, und 1598 und 1611, als in manchen Dörfern über 100 Menschen in einem Jahr starben. Andere Katastrophen verursachten lange, trockene oder kühle und nasse Sommer - aus den Mißernten folgten grosse Teuerungen, weil es an Brotgetreide und Futtermitteln fehlte. Auch Hagelschäden und späte Fröste im Frühjahr, sogar Pfingesten auf dem Eis wurden als ungewöhnliche Witterungserscheinungen registriert. Gerade die Periode des späten 16. Jh. bis gegen Ende des 17. Jh. ist heute in der Klimageschichte Mitteleuropas als kleine Eiszeit bekannt. Erstaunlich ist hier die mehrfache Erwähnung des Weinanbaus, danach war manchmal der Wein viel und gut , aber auch erfroren bzw. verdorben . Dagegen ist der Anbau des Waids nicht im Register zu finden, obwohl Tüngeda und die umliegenden Ortschaften zu den 300 Waiddörfern in Mittelthüringen gehörten. Heute noch bezeugt in Tüngeda ein Waidstein und der Flurname Waidmühlenteich die einstige Existenz einer Waidmühle, mit der die grossen Blätter der gelbblühenden Waidpflanzen zermahlen wurden, die den Rohstoff für das Waidblau als Textil- und Malerfarbe lieferten. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) sind der Waidanbau und damit auch der weitreichende Exporthandel mit dieser Farbe eingegangen. Später wurde der Waid nur noch in geringem Umfang angebaut und mehr als Heilpflanze als für die Farbgewinnung genutzt. - Von den Unwettern, die grosse Schäden angerichtet haben, finden Gewitter, grosse Winde (Stürme) und außergewöhnliche Regengüsse, darunter die Thüringer Sintflut von 1613 bei Binhard ihre besondere Aufmerksamkeit. Mäuse- und Hamsterplagen werden ebenso registriert wie die Mißgeburten bei Mensch und Vieh in zahlreichen Orten. Dabei fällt auf, dass die Schreibung von Ortsnamen damals oft eine andere ist als heute und teils nach Gehör, teils nach der Mundart erfolgte. ... (Aus dem Nachwort von Dr. Helmut Roob)

REGISTER (Auszug): --- Adelheit, Aldesleben, Altenberg, Attila, Berlepsch, Blosseleuben, Bonifacius, Brandenburg, Brechensberg ober Goßlar, Catternfeld, Clodeneus König in Frankreich, Clodomirus König in Francken, Cometa, Carolus König in Thüringen, Conrad, Constantinus röm. Kayser, Creuzberg, Creutzburg, Dagebert ein König in Thüringen, Drey Sonnen, Drey Könige, Dreffurt, Eckbrecht, Marggraf, Eisenach, Erdbeben, Erffa, Erfurtt, Eckersberg, Finsernis, Freyburg, Fridericus Pfalzgraf in Thüringen, Gerold Beschoff zu Wormbs, Gehülffensberg, Gerstungen, Gotha, Graffen von Keffernburg, Grafen von Gleischen, Graffen von Brandenburg, Ungern, Grossen Beringen - Großenbehringen, Ham/Noah, Henricus 4.,Herrn v. Franckenhausen, Herschfeld, Hewschrecken, Homburg, Hoymburg, Hoterlin König in Thüringen, Hunnen, Japhet/Noah, Jecheburg, Kiffhausen - Kefferhausen, Landtag zu Eisenach, Lotharius König in Germanien, Ludwig der Springer, Ludwig mit dem Barth, Ludwig Graf zu Thüringen, Memleben, Merwig König in Thüringen, Minden, Mülberg, Mühlhausen, Wenden, Nordthausen, Nordtmanstein, Ober Ellen, Oberdorff, Otto, Kaiser, Otto, Marggraf in Thüringen, Peppo der Graf, Probus Römischer Keyser, Reinhardsbrunn, Sachsenburg, Saltza, Salza, Sangerhausen, Scheidungen, Schawenburg, Sigebertus König in Thüringen, Thewrung, Valentiniannus Röm. Keyser, Wangenheim, Walterhasuen, Wartperg, Weibel dder Thüringer König, Wenden, Wertin, Witikinbus Magnus letzter König und erster Großherzog zu Sachsen, Wolckenbrus, Register deß andern Buchs, Arnstadt, Adolph König in Thüringen, Albertus Landgraff in Thüringen, Kuenigund von Eisenberg, Alberti, Albertus der Keyser, Andersleben, Andreas v Butlar ein Hauptmann, Andreas König der Ungern, Aschersleben, Assenburg, Balthasar Landgraf in Thüringen, Beringen, Brandenfelß, Cainberg, Conrad Landgraf in Thüringen, Coburgische Pfleg, Cella, Creuzburg, Dennenberg, Dittrich Marggraf zu Landßperg, Dolstedt, Dreffurt, Dreyburg, Eckersberg, Eysenach, Elisabeth, Eißfeld, Eunbeck, Elsterberg, Eitersberg, Eiliger Graff zu Ilfeldt, Eißleben, Erffurt, Erffa, Fischbach, Frawenburg, Fridrich Graff zu Beichlingen, Fridrich Landgraf in Thüringen, Fridrich der Ernste, Fridrich der Marggraf, Fridrich von Wangenheim, Friderici Pacifici Heyrath, Fridericus 2. Churfürst zu Sachsen, Fritzlar, Gangloff Sommern, georgenthal, Gebhard Graff zu Mannsfeld, Gerstungen, Gotha, graffen von Honstein, Graff zu Schwarzburg, Grunenberg, Grumberg, Günter ein herr zu Saltza, Hammersleben Haldesleben, Herman Graff zu Wintzenberg, Helderstein, Henrich Hund von Falckenberg, Henrich Landgraff in Thüringen, Henrich Marggraff zu Meissen, Herzog Henrich, Kind von Braband, Hessischer Krieg, Hermann Landgraf in Thüringen, Hindenburg, Honstein, Hopffgarten, Horselberg, Hunefeld, jacob von Wangenheimb, Ichtershausen, Jehna, Ilmenau, Juden, Kaala, Kaalenberg, Kappelndorff, Keffernburg, Kindelbrück, Kirchberg, Klemme, Kloster S. Nicolai zu Eisenach, Kreinberg, Künigund von Eisenberg, Landtfried, Langen Saltza, Legenda, Leisten, Liechtenwald, Littenberg, Lechtenstein, Lotharius R. Keyser, Ludwig erster Landgraff in Thüringen, Ludwig Apetz, Ludwig Graff zu Stollberg, Lubitz, Marcus Brod zu Erfurt, Martin Ganß, Meumacher, Mittelstein, Mühlhausen, Nebra, Nordthausen, Ordorffer Stift, Ottho Marggraf zu Meissen, Pforten, Quedlinbueg, Reichßtag zu Halberstadt, Reichßtag zu Mühlhausen, Reinhards Borner Hof zu Saltza, Ringlöben, Rittershausen, Rottenburg, Rudolphstein, Rudelstadt, Salfeldt, Saltzungen, Saltza, Saala, Sangerhausen, Schawen Forst, Scharffenberg, Schawenburg, Schlacht bey Besenstedt, Schloß zu Weißenfels, Schlacht bey Eckstedt, Sonnenborn, Steinforst, Stotternheim, Stroßnaw, Thomasbruck, Tungeda, Uffhofen, Volckeroda, Waldenburg, Wangenheim, (Register (Auszug))

Biografía del autor:

Johann Binhard schrieb von 1590 - 1612 eine der interessantesten Thüringer Chronikas auf dem Tüngedaer Schloß. Hatmann von Wangenheim (1552-1606) erbaute 1582 das Tüngedaer Schloß als seinen Wohnsitz. Als Verehrer Luthers ließ er dessen Bildnis Mannsgroß am Schloß in luftiger Höhe anbringen. 1590 holte er den Lehrer und Wissenschaftler Johann Binhard zur Ausbildung seiner Kinder nach Tüngeda. Es entwickelte sich zwischen beiden eine große Freundschaft. Nach dem Tod Hartmann von Wangenheims 1606 blieb Binhard weiter auf dem Schloß wohnen und vollendete seine große Chronik. Fester Einband und 615 Seiten.

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Johann Binhard
Verlag: Rockstuhl Verlag Jan 1998 (1998)
ISBN 10: 3929000768 ISBN 13: 9783929000764
Neu Anzahl: 1
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AHA-BUCH GmbH
(Einbeck, Deutschland)
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Buchbeschreibung Rockstuhl Verlag Jan 1998, 1998. Buch. Buchzustand: Neu. 190x162x50 mm. Neuware - Reprint, 640 Seiten mit 10 Abbildungen. Autor Johann Binhard. Aus dem Nachwort von Dr. Helmut Roob: Johann Binhards 'Thüringische Chronica' von 1613 ist kein landesgeschichtliches Werk im heutigen Sinne. Im Untertitel nennt er es 'Geschicht- und Zeitbuch' und erläutert dann den Inhalt seines umfangreichen Werkes, das er in drei Bücher gegliedert hat. 'Mit grosser Mühe / Fleiss und Arbeit' hat er zusammengetragen, was dem Leser 'auch nützlich zu lesen' sein soll. Am Ende hat er die drei Bücher seiner Chronik durch drei Register erschlossen. Ausser den Lebensdaten zahlreicher Fürsten und Grafen und ihrer Taten sind es die grossen und kleinen Begebenheiten in den Städten und Dörfern. Da sind vor allem die zahlreichen Brandkatastrophen in jener Zeit, die viele Menschen, die dabei ihr Hab und Gut verloren, obdachlos gemacht haben. Dann sind es die Pestjahre, z. B. 1582, als das Schloss in Tüngeda erbaut wurde, und 1598 und 1611, als in manchen Dörfern über 100 Menschen in einem Jahr starben. Andere Katastrophen verursachten lange, trockene oder kühle und nasse Sommer - aus den Mißernten folgten grosse Teuerungen, weil es an Brotgetreide und Futtermitteln fehlte. Auch Hagelschäden und späte Fröste im Frühjahr, sogar 'Pfingesten auf dem Eis' wurden als ungewöhnliche Witterungserscheinungen registriert. Gerade die Periode des späten 16. Jh. bis gegen Ende des 17. Jh. ist heute in der Klimageschichte Mitteleuropas als 'kleine Eiszeit' bekannt. Erstaunlich ist hier die mehrfache Erwähnung des Weinanbaus, danach war manchmal 'der Wein viel und gut', aber auch erfroren bzw. 'verdorben'. Dagegen ist der Anbau des Waids nicht im Register zu finden, obwohl Tüngeda und die umliegenden Ortschaften zu den 300 Waiddörfern in Mittelthüringen gehörten. Heute noch bezeugt in Tüngeda ein Waidstein und der Flurname 'Waidmühlenteich' die einstige Existenz einer Waidmühle, mit der die grossen Blätter der gelbblühenden Waidpflanzen zermahlen wurden, die den Rohstoff für das Waidblau als Textil- und Malerfarbe lieferten. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) sind der Waidanbau und damit auch der weitreichende Exporthandel mit dieser Farbe eingegangen. Später wurde der Waid nur noch in geringem Umfang angebaut und mehr als Heilpflanze als für die Farbgewinnung genutzt. - Von den Unwettern, die grosse Schäden angerichtet haben, finden Gewitter, 'grosse Winde' (Stürme) und außergewöhnliche Regengüsse, darunter die 'Thüringer Sintflut' von 1613 bei Binhard ihre besondere Aufmerksamkeit. Mäuse- und Hamsterplagen werden ebenso registriert wie die Mißgeburten bei Mensch und Vieh in zahlreichen Orten. Dabei fällt auf, dass die Schreibung von Ortsnamen damals oft eine andere ist als heute und teils nach Gehör, teils nach der Mundart erfolgte. . Aus dem Vorwort von Dr. Gunter Görner: 'Johann Binhards 'Newe Vollkommene Thüringische Chronica', die im Jahre 1613 in Leipzig vom Verleger Christoff Nerlich veröffentlicht wurde, gehört zu den kulturhistorisch interessantesten und detailliertesten und ist zugleich die letzte in der Reihe von Thüringer Chroniken, die bis zum Beginn des Dreißigjährigen Krieges im Druck erschienen sind. Bereits im Spätmittelalter gehörte Thüringen und insbesondere dessen größte und volkreichste Stadt, die Universitätsstadt Erfurt, zu den Zentren der deutschen Geschichtsschreibung. Zunächst waren es die Mönchsorden, vornehmlich die Benediktiner, sowie die zu den Bettelorden gehörenden Franziskaner und Dominikaner, die ältere Handschriften und Urkunden sammelten, abschrieben und durch die Aufzeichnung bedeutsamer religiöser, politischer, kultureller und wirtschaftlicher Ereignisse, sowie außergewöhnlicher Naturphänomene ihrer Zeit ergänzten. So gehört die im Erfurter Peterskloster von Benediktinermönchen im ausgehenden 15. Jahrhundert aufgezeichnete und mehrfach ergänzte 'Chronica St. Petri moderna' 1) zu den herausragenden deutschen Geschichtsquellen des Spätmitte 643 pp. Deutsch. Artikel-Nr. 9783929000764

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