Dieter Roth. Selbstturm; Löwenturm: Schlüsselwerk des Universalkünstlers: Schaulager, Laurenz-Stiftung - Softcover

 
9783906315157: Dieter Roth. Selbstturm; Löwenturm: Schlüsselwerk des Universalkünstlers: Schaulager, Laurenz-Stiftung

Inhaltsangabe

Ein Vierteljahrhundert ist es her, seit Dieter Roth (1930–1998) in seinem Atelier nahe am Rhein beim Kunstmuseum Basel |  Gegenwart mit Selbstturm; Löwenturm (1969–1998) ein Vermächtnis der ganz besonderen Art hinterlassen hat. Die hoch aufragenden Doppeltürme aus aufeinandergestapelten Schokolade- und Zuckergussbüsten kamen 1989 als ‹work in progress› in die Sammlung der Emanuel Hoffmann-Stiftung. Weil der Künstler weiterhin daran arbeiten wollte, bezog er mit dem Werk einen Raum ausserhalb des Museums, den er als Atelier nutzte, der aber auch für Besucherinnen und Besucher offenstand. Der Ort ist nach wie vor zu besichtigen. Die Monografie Dieter Roth. Selbstturm; Löwenturm würdigt eines der Schlüsselwerke des Universalkünstlers. Das Bildkonzept für die Fotogeschichte stammt von Peter Fischli. Dieter Roth selbst hatte die Installation sowie seine Arbeit daran mit unzähligen Aufnahmen dokumentiert, unter anderem mit Porträts von jeder einzelnen Gussfigur. Auf diese Weise ist eine Fundgrube aus Fotografien, Polaroids und Videoaufzeichnungen entstanden. Roths gesamtes Werk ist überbordend, konsequent und sortiert. Die radikale Entscheidung, jedes der mehr als 800 Bilder zu zeigen ist somit eine Hommage an den Altmeister.

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Von der hinteren Coverseite

In dem von Dieter Roth gestalteten Raum stapeln sich auf zwei Gestellen die aus Schokolade und Zucker gegossenen Selbst- und Lo¿wenporträts. Die mittlerweile bru¿chig gewordenen Skulpturen gehen auf Dieter Roths erste serielle Schokoladenselbstporträts von 1968 zuru¿ck. Die kleinen, knapp 20 Zentimeter hohen Figuren, denen er Vogelfutter beimischte, hatte er - auf einen Besenstiel gesteckt und mit einem Anflugbrett versehen - den Vo¿geln im Garten zum Verzehr dargeboten. Ab 1969 begann Roth diese Gussarbeiten zum Selbstturm, ab 1970 in der Gestalt von Lo¿wen auch zum Lo¿wenturm aufeinanderzustapeln. Während Roth zunächst nur Figuren aus Schokolade goss, ergänzte er die Gussformen der Selbstporträts und Lo¿wenbu¿sten ab 1985 durch eine sphinxartige Mischform der beiden und begann mit verschiedenen Zuckersorten zu experimentieren. Dieter Roth beschrieb diesen Aufbau als Sinnbild der Natur: Die braune Schokolade symbolisierte fu¿r ihn die Erde, die farbigen Zuckerfiguren die Blumen und die hellblauen Zuckerfiguren zuoberst den Himmel. Seither arbeitet das organische Material in Komplizenschaft mit dem Ku¿nstler stetig weiter: Es zersetzt sich, bro¿selt, verändert Form und Farbe. Wie das Leben, so Roths U¿berzeugung, muss auch die Kunst sein und sich, dem Rhythmus der Zeit ausgesetzt, fortwährend wandeln.

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