Eigenleben oder wie schreibt man eine Novelle?

 
9783902719904: Eigenleben oder wie schreibt man eine Novelle?
Rezension:

Die Collagen sind so zauberisch wie beängstigend. Abgründe scheinen sich auch dort aufzutun, wo sie nicht sichtbar werden. Das verstärkt sich zum Teil durch den Text, der die Bilder in die grauen Alltagsabläufe des Winteraufenthalts montiert. Der einsame Strand belebt sich mit grotesken Fundstücken zu denen auch Selbstporträts gehören, mit Müllhut oder struwwelpeterartig zugekritzelt als "Relitto di mare" wie der Plastikfisch oder der liegen gebliebene verrostete Tourist. Es ist das Verdienst der jungen Edition Laurin, dass diese poetischen Trouvaillen des österreichischen Staatspreisträgers von 2007 nun vorliegen. (Evelyne Polt-Heinzl, Die Presse, Spektrum)

Christoph Wilhelm Aigners Prosatext "Eigenleben oder wie schreibt man eine Novelle" kreist um die Sinne, das Wahrnehmen, das Drehen und Wenden des Aufgenommenen im Kopf, um das Grübeln, das Sprache oder Bild werden Lassen dessen, was der Kopf so freigibt oder auch dessen, was die Polaroid-Kamera festgehalten hat. Und das ist nicht immer das, was der Ich-Erzähler gesehen zu haben glaubt. Die Bilder entfalten ihr Eigenleben: "Merkwürdige Ereignisse in Italien". (Sabine Dengscherz, Literaturhaus Wien)

Jetzt ist er wieder da, Christoph Wilhelm Aigner, und er steht in neuem Gewand vor uns. Es passt ihm gut, etwas ungewohnt am Anfang, aber bei Licht besehen wirkt er recht elegant in ihm. Jetzt legt er eine Erzählung vor, in der er uns unerwartet den Boden der Wirklichkeit entzieht. Die Welt, die wir kennen, malt er aus, so nimmt er uns ein für sich. Dass in dieser Wirklichkeit schon immer eine Gegenwirklichkeit schlummert, knallt er uns abrupt auf den Tisch. So wie Aigner die Sprache wichtig nimmt, kann er nicht verbergen, dass er aus den Tiefen der österreichischen Literatur kommt. Sie ist ihm nie nur Werkzeug, sie wird ihm zum Zauberstab, mit dem er, wenn es sein muss, die ganze Welt und sich gleich mit verändert. (Anton Thuswalder, Salzburger Nachrichten)

Vom Verlag:

Christoph Wilhelm Aigner, bisher vor allem als Lyriker und Prosaist bekannt, arbeitet seit zwanzig Jahren mit dem Medium Polaroid. Die Serie von 41 Polaroid Collagen (PolColls) unter dem Titel ''Merkwürdige Ereignisse in Italien'' ist in den Wintermonaten 1992/93 in Marina di Cecina und Rieti entstanden. ''Die Kamera erkannte zuweilen mehr als ich'', meint Aigner in seiner Novelle, in der er die Genese der PolColls beschreibt. Jede einzelne Arbeit erzählt eine Geschichte, bringt durch das formale Prinzip der Collage Ungewohntes, Überraschendes, Merkwürdiges zusammen. Novellen eben.

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