Seitdem der Stabilitäts- und Wachstumspakt faktisch zusammengebrochen ist, gerät der neoliberale Kurs der europäischen Wirtschafts- und Sozialpolitik zunehmend unter Kritik. Die Geldpolitik würgt die Produktion ab, die Finanzpolitik der Mitgliedsländer steht unter dem Diktat des Haushaltsausgleichs, eine eigenständige europäische Beschäftigungspolitik gibt es nicht, und die "Modernisierung" der sozialen Sicherungssysteme läuft auf eine Privatisierung hinaus, die den Versicherten vor allem Unsicherheit bringt und nur den großen Akteuren auf den Finanzmärkten nutzt.
Das Memorandum orientiert auf den Erhalt bzw. den Ausbau eines eigenständigen demokratischen Sozialmodells für Europa. Im Zentrum stehen dabei neben einer ausführlichen Kritik an den Rentenreformen in der EU, Vorschläge zur Verteidigung und für den demokratischen Ausbau des öffentlichen Sektors, für eine fortschrittliche Finanzpolitik und die Herstellung eines europäischen Finanzmarktes, der spekulative Turbulenzen vermeidet und in eine gesamtwirtschaftliche Entwicklungsstrategie eingebunden wird.
Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
In der Europäischen Memorandumsgruppe arbeiten u.a. mit: Miren Etxezarreta (Barcelona), John Grahl (London), Jörg Huffschmid (Bremen), Jacques Mazier (Paris)
Autorenreferenz
Die "Arbeitsgruppe europäischer WirtschaftswissenschaftlerInnen und Wirtschaftswissenschaftler für eine alternative Wirtschaftspolitik in Europa" (Euromemorandum-Gruppe) ist ein seit 1995 bestehendes Netzwerk von WirtschaftswissenschaftlerInnen, die sich kritisch mit der vorherrschenden Wirtschaftspolitik in Europa und mit den dieser Politik zugrunde liegenden theoretischen und gesellschaftlichen Konzepten auseinandersetzen. Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe besteht darin, Alternativen zu dieser neoliberalen Politik auszuarbeiten und zu verbreiten. Derartige Alternativen beziehen sich sowohl auf die unmittelbare kurzfristige Politik als auch auf die längerfristige Verbesserung der Instrumente europäischer Wirtschaftspolitik und grundlegende Reformen in den wirtschafts- und sozialpolitischen Institutionen der Europäischen Union. Die Orientierungspunkte der Alternativen sind Vollbeschäftigung, soziale Sicherheit, ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit. Die Arbeitsgruppe hat seit 1997 vier Memoranden vorgelegt, deren Kurzfassungen jeweils von mehreren Hundert ÖkonomInnen durch Unterschrift unterstützt worden sind.
Das vorliegende Memorandum 2002 ist auf der achten Konferenz der Arbeitsgruppe vom 27.-29. September 2002 in Brüssel in seinen Grundaussagen diskutiert und verabschiedet worden und wird von über 300 WirtschaftswissenschaftlerInnen aus allen EU-Mitgliedsländern und aus osteuropäischen Beitrittsländern unterstützt.
Homepage der Arbeitsgruppe: www.memo-europe.uni-bremen.de
Prof. Miren Etxezarreta, Universitat Autònoma de Barcelona,
Prof. John Grahl, University of North London Business School,
Prof. Jörg Huffschmid, Universität Bremen,
Prof. Jacques Mazier, Université de Paris Nord,
„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Anbieter: Antiquariat Seitenwechsel, Hildesheim, NI, Deutschland
166 S. , 21 cm Literaturangaben. Zustand: Strich auf dem Fußschnitt, sonst neuwertig 3899650204 Mit offener Rechnung beliefern wir gerne Buchhandlungen, Bibliotheken, Antiquariate, Schulen, Galerien und Institutionen. Bei neuen uns noch unbekannten privaten Kunden erlauben wir uns die Bitte um Vorauskasse. Wir bitten um Ihr Verständnis. Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 300. Artikel-Nr. 2288
Anzahl: 1 verfügbar