1., Aufl. 2004 205 Seiten Taschenbuch Haag + Herchen,
Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Die Autorin Stephanie Toepler ist Jahrgang 1969. Geboren und aufgewachsen in Hessen, hat sie ihren eigentlichen nach dem Abitur erlernten Beruf als Fremdsprachensekretärin nie ausgeübt. Stattdessen ist sie seit mehr als einem Jahrzehnt erfolgreiche Unternehmerin. Heute lebt und arbeitet sie in Mainz.
Auszug aus dem Roman
Aus einem ganz normalen Leben. Aber was ist schon normal ?
Kurz vor neun Uhr bin ich dann also auf dieses gigantische Glasgebäude zumarschiert. Vor dem Eingang (ich müsste eigentlich sagen Vor der Eingangshalle oder Vor dem Eingangsportal ) standen blankpolierte Fahrzeuge einer Preisklasse, von der sich Normal- sterbliche fast schon ein Eigenheim leisten können. Man traute sich kaum, die Glastür überhaupt zu öffnen - aus Angst, eventuell Fingerabdrücke zu hinterlassen, die den perfekten Gesamteindruck zerstören könnten, oder aber durch eine falsche Bewegung eine Alarmanlage auszulösen, die wahrscheinlich das gesamte nächstliegende Polizeipräsidium samt privatem Sicherheitsdienst und scharfen Hunden in Bewegung gesetzt hätte.
Durch die Glastür schreitend (in solchen Gebäuden GEHT man nicht, man SCHREITET!), kam ich in eine Empfangshalle, die dem Empfangsbereich eines Fünf-Sterne-Hotels ähnelte. Überall blankpolierte Spiegel- und Glasflächen, silberglänzendes Chrom und goldfarbenes Messing, schwarzes Leder und dunkler Marmor. Nach dem Durchqueren (bzw. Durchschreiten) der Halle landete ich bei einer Empfangsdame, bei der ich eigentlich nur darauf gewartet habe, dass sie mir die Zimmerschlüssel aushändigt und den Pagen mit meiner Aktentasche zum Lift schickt. Aber - sie hat mich stattdessen bei Mr. Important , dem englisch-europäischen Wichtig-Chef des Marketings telefonisch angekündigt. Dann wurde mir ein Aufzug zugewiesen, den ich benutzen durfte, um in die Wichtig-Etage zum Wichtig-Gespräch zu gelangen.
Da war ich nun in der Wichtig-Etage angelangt und war gespannt, was mich nun wohl erwarten würde und wie ich das folgende Gespräch wohl managen würde.
Leider fand ich meinen Gesprächspartner Mr. Important - den Marketingmanager Europe - vom ersten Augenblick an unglaublich unsympathisch, unbeschreiblich unangenehm, unvorstellbar unförmig, unattraktiv, ungepflegt, unhöflich, ungehobelt, unmotiviert, unnahbar und unnachahmlich unfreundlich. Na prima, dachte ich, das sind ja beste Voraussetzungen, um ein so wichtiges Gespräch zu führen, auf das ich mich tage- und nächtelang intensiv und ausgiebig vorbereitet hatte und in welches ich letztendlich auch ziemlich hohe Erwartungen und große Hoffnungen für meine berufliche Zukunft gesetzt hatte.
Diese blasse, schwitzende und fettleibige Verkörperung von Arroganz und Selbstherrlichkeit führte mich zunächst in sein Besprechungszimmer, bat mich, Platz zu nehmen, und verschwand wieder. Da er kaum den Mund auseinander brachte, habe ich nicht verstanden, wohin er verschwunden ist.
Da saß ich also im Zimmer von Mr. Important - in einem riesigen schwarzen Ledersofa versinkend, auf dem locker vier Leute Platz gehabt hätten. Mir gegenüber stand noch so ein Exemplar, für etwa zwei Leute ( seiner Körperfülle). Rechts und links stand jeweils ein entsprechender Ledersessel genauso imposanter Ausmaße. Nirgends sah man auch nur ein einziges Staubkorn oder den Hauch von Abnutzung. Alles schien fast unbenutzt und völlig unpersönlich.
Zwischen diesen vielen exklusiven Sitzplätzen stand ein viereckiger, niedriger Glastisch. Die blankpolierte Glasplatte und das blitzende Chromgestell mit messingblinkenden Füßen wiesen keinerlei Gebrauchsspuren auf und waren so steril wie die Untersuchungsgeräte bei meinem Gynäkologen. Mitten im Raum war einsam und verlassen eine ziemlich künstlich aussehende riesige Grünpflanze drapiert. Die Wände in diesem Raum waren kahl, bis auf den Manager-Motivations-Spruch des Jahres , der mir gegenüber im Format zwei auf einen Meter an der blendend weißen und makellosen Wand prangte. Leider habe ich aber vergessen, wie der Spruch lautete. Ich schließe daraus, dass er mich weder sonderlich beeindruckt noch überzeugt hat.
Nach mir endlos erscheinenden Minuten kam mein Gesprächspartner dann zurück, setzte sich auf das Sofa mir gegenüber,
„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Anbieter: books4less (Versandantiquariat Petra Gros GmbH & Co. KG), Welling, Deutschland
Broschiert. Zustand: Gut. k.A. Das Buch befindet sich in einem neuwertig erhaltenen Zustand. Orignal verschweißt. Sprache: Deutsch Gewicht in Gramm: 320. Artikel-Nr. 2056867
Anzahl: 1 verfügbar