In seinen meisterlichen Erzählungen spürt Joseph Conrad ebenso wie in seinen Romanen, die in die Weltliteratur eingegangen sind, den großen Themen des Menschseins nach: Bewährung und Versagen sowie Be- hauptung und Verlust der Menschlichkeit unter extremen Bedingungen. In seinem Roman „Sieg”, der kurz vor dem Ersten Weltkrieg entstanden ist, beschreibt Conrad den schwedischen Sonderling Axel Heyst, der sich aus Europa auf eine Südseeinsel zurückzieht – in der Hoffnung, dort unabhängig und bindungslos bleiben zu können. Seine natürliche Hilfsbereitschaft lässt dies jedoch nicht zu: Axel Heyst rettet eine misshandelte junge Frau, Lena, Mitglied einer Damenkapelle in einem Hotel in Surabaja, und nimmt sie mit in seine Einsamkeit. Die „gute Tat” bleibt nicht ohne Folgen. Einmal bekannt geworden, führt sie zu immer neuen Auseinandersetzungen mit der Außenwelt. Schließlich finden zwei Falschspieler die Frau und ihn auf ihrer paradiesischen Insel und verlangen die Herausgabe eines Schatzes, den Heyst aber gar nicht besitzt. Ein Kampf auf Leben und Tod entbrennt. Die Welt, vor der er flüchten wollte ist, hat den Protagonisten wieder eingeholt. Józef Teodor Konrad Naleçz Korzeniowski (1857–1924) wurde als Sohn polnischer Landedelleute im heute ukrainischen Berdyczew geboren. Siebzehnjährig ging Joseph Conrad, wie er sich später nannte, zur See; 1878 zum ersten Mal auf einem englischen Schiff, 1886 als britischer Bürger und Kapitän. Von 1894 an freier Schriftsteller. 1895 der erste Roman, „Almayers Wahn”. Joseph Conrad schrieb u. a. 15 Romane, 30 Erzählungen, zahlreiche Essays sowie Theaterstücke.
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Einmal bekannt geworden, führt sie zu immer neuen Auseinandersetzungen mit der Außenwelt. Schließlich finden zwei Falschspieler die Frau und ihn auf ihrer paradiesischen Insel und verlangen die Herausgabe eines Schatzes, den Heyst aber gar nicht besitzt. Ein Kampf auf Leben und Tod entbrennt. Die Welt, vor der er flüchten wollte ist, hat den Protagonisten wieder eingeholt. »Das letzte Wort dieses Romans wurde am 29. Mai 1914 niedergeschrieben. Und jenes letzte Wort war der Titel. Damals war Friedenszeit. Da nun der Augenblick der Veröffentlichung herannaht, habe ich erwogen, ob es nicht an-gebracht sei, das Titelblatt zu ändern. Das Wort Sieg, jenes strahlende und tragische Ziel hohen Bemühens, schien zu groß, zu erhaben, um einem einfachen Roman voranstehen zu können. Was meine Entscheidung für diesen Titel vor allem beeinflußte, waren die dunklen Eingebungen jenes heidnischen Überbleibsels von Furcht und Wunder-glauben, das immer noch in der Tiefe unserer alten Humanität lauert. Sieg war das letzte Wort, das ich in Friedenszeiten geschrieben hatte. Es war mein letzter literarischer Einfall, bevor die Pforten des Janustempels tosend aufsprangen und überall auf der Welt Herz, Geist und Gewissen der Menschen erbeben ließen. Mit einer solchen Fügung durfte nicht leichtfertig umgegangen werden. Und so entschloß ich mich, das Wort stehenzulassen, in dergleichen Zuversicht, in der schlichte Bürger des alten Rom das Omen anzunehmen pflegten.« Joseph Conrad schrieb diese Sätze in seinen Bemerkungen zur ersten Ausgabe des Romans. - Joseph Conrad, eigentlich Józef Teodor Nalecz Konrad Korzeniowski (* 3. Dezember 1857 in Berditschew, Gouvernement Kiew, Russisches Reich, heute Berdytschiw, Ukraine; 3. August 1924 in Bishopsbourne nahe Canterbury, England) war ein britischer Schriftsteller polnischer Herkunft. Leben: Conrad wurde als Sohn adeliger polnischer Eltern in Berditschew geboren, das damals zum russischen Zarenreich gehörte. Conrads Vater, Apollo Korzeniowski war als patriotischer Schriftsteller bekannt, darüber hinaus auch als Übersetzer von Shakespeare und Victor Hugo ins Polnische. Er regte seinen Sohn an, polnische und französische Literatur zu lesen. Aufgrund seiner polnisch-patriotischen Aktivitäten wurde der Vater 1861 verhaftet und neun Monate später nach Wologda in Nordrussland verbannt, wohin ihn Ehefrau Ewelina (geb. Bobrowska) und Sohn begleiteten. Joseph Conrads Mutter starb 1865. Der Vater wurde aus der Verbannung schließlich entlassen, wohnte noch kurze Zeit in Krakau, wo Joseph das Gymnasium besuchte, und starb 1869. Das Sorgerecht für das damals elfjährige Kind erhielt der Onkel Tadeusz Bobrowski. Er erlaubte dem sechzehnjährigen Jugendlichen, 1874 nach Marseille zu gehen, um Seemann zu werden. 1878 betrat er erstmals englischen Boden. 1886 erhielt Joseph Conrad die britische Staatsbürgerschaft. 1888 wurde er Kapitän der Otago; es sollte seine einzige Position als Kapitän sein. Diese Seeerlebnisse, insbesondere im Kongo und auf den malaiischen Inseln bilden den Hintergrund seines Werkes. Conrad begann etwa 1890 seine Laufbahn als Schriftsteller. Als Kapitän eines Flussdampfers an den Stanley-Fällen (Kongo) hatte er schweres Fieber bekommen und musste in einem Kanu an Land gebracht werden. Das Kanu kenterte, aber Conrad wurde gerettet. Damals hatte er die Anfangskapitel seines ersten Romans bei sich. Das Fieber verließ ihn nie mehr, ein letzter Versuch 1893, auf See wieder zu gesunden, misslang. Bis zu seinem Tod schuf er, ohne große finanzielle Mittel, ein umfangreiches literarisches Werk. Conrad schrieb in englischer Sprache, die er erst mit 21 Jahren zu erlernen begonnen hatte. 1895 veröffentlichte er seinen ersten Roman Almayers Wahn. Lange Zeit war er auf Gönner angewiesen. Erst 1914 hatte er seinen literarischen Durchbruch mit Spiel des Zufalls. Seine Romane und Erzählungen zählen zu den berühmtesten Werken der britischen Literatur des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Am 3. August 1924 starb Conrad an Herzversagen in seinem Haus Oswalds. Er liegt mit seiner Frau auf dem Canterbury Cemetery begraben. Auf seinem Grabstein der Spruch von Edmund Spenser, der auch Conrads vorletztem Roman Der Freibeuter vorangestellt ist: Sleep after toyle, port after stormie seas, Ease after warre, death after life, does greatly please. Die Manuskripte der Mehrzahl von Conrads literarischen Werken, darunter Lord Jim, Nostromo und The Secret Agent, befinden sich im Besitz des Rosenbach Museum & Library in Philadelphia. Joseph Conrad hatte zwei Söhne: Borys Conrad (18981978), der 1970 ein Erinnerungsbuch an seinen Vater veröffentlichte (My Father Joseph Conrad. Calder & Boyars, London 1970), und John Conrad (19061982). Die Romane Lord Jim, Nostromo und die Erzählung Herz der Finsternis (engl.: Heart of Darkness) sind heute seine bekanntesten Texte. Besonders Herz der Finsternis, an das sich der Film Apocalypse Now anlehnt, ist im Rahmen der literatur- und kulturwissenschaftlichen Diskurse zu den Themen Postmoderne und Postkolonialismus häufig diskutiert und neuart. Artikel-Nr. 78732
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Hardcover. Zustand: Sehr gut. 1. Alterbedingte Gebrauchsspuren !---. nein. Artikel-Nr. 186284
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