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Verlorene Spiele. Journal eines Doping-Prozesses - Hardcover

 
9783887471606: Verlorene Spiele. Journal eines Doping-Prozesses

Inhaltsangabe


Journal eines Doping Prozesses
Ein aufsehenerregender Prozeß um Doping im DDR -Sport und die Folgen für die Sportlerinnen; aufgezeichnet und ergänzt mit biographischen Erzählungen, Dokumenten und jetzt erst gefundenen Akten von der Schriftstellerin Ines Geipel, die - früher Weltklassesprinterin in der Nationalstaffel - im Prozeß als Nebenklägerin direkt beteiligt war.Ehemalige Spitzensportlerinnen der DDR treffen sich Anfang Mai 2000 und berichten von den Folgen der Doping-Maßnahmen, die an ihnen zu ihrer aktiven Zeit ohne ihr Einverständnis vorgenommen wurden. Die eine erzählt von jahrelangen Depressionen, die andere von latenter Magersucht, eine ehemalige Kugelstoßerin ist nach dem Ende ihrer Karriere Jahr für Jahr um einen Zentimeter gewachsen, eine Speerwerferin bringt ein mißgebildetes Kind zur Welt, eine andere kann keine Kinder bekommen. Allein im Jahr 1988 wurden laut Protokoll der Stasi-Kreisdienststelle Jena 60.000 Tabletten von der Anabolika-Substanz »STS 646« vom Sportmedizinischen Dienst der DDR bestellt.Das reichte für etwa 30.000 Behandlungs-tage an Leistungssportlern. Diese jetzt bekannt gewordenen Zahlen belegen den unglaublichen Umfang von Doping-Maßnahmen im DDR-Sport.Kurz vor Ablauf der Verjährungsfrist wurde in Berlin am 3. Mai 2000 ein Prozeß wegen »Beihilfe zur Körperverletzung in 142 Fällen« gegen zwei prominente Spitzenfunktionäre des DDR-Sports eröffnet. Angeklagt: Sport-Chef und ZK-Mitglied Manfred Ewald (»Ich bin der Sport«) und sein oberster Mediziner Manfred Höppner. Es ging darum, ob die beiden von dem massiven Doping nicht nur gewußt, sondern es auch angeordnet hatten. Die Opfer, in erster Linie Frauen in medaillenintensiven Sportarten wie Leichtathletik oder Schwimmen, sollten auf Beschluß des ZK der SED als »Diplomaten im Trainingsanzug« sportliche Erfolge in politisches Renommee ummünzen. Aufsehen erregte dieser Prozeß nicht nur wegen des brisanten Themas, sondern weil erstmals eine Reihe ehemaliger Spitzensportlerinnen als Opfer und Nebenklägerinnen das Wort ergriff.Eine von ihnen war die Sprinterin Ines Geipel, die (damals Ines Schmidt) Anfang der achtziger Jahre zur 4x100m-Nationalstaffel der DDR gehörte.Sie begann, den Prozeß zu protokollieren, die Angeklagten zu beobachten, in Archiven zu recherchieren und vor allem mit den anderen Frauen über sportliche Karrieren, körperliche Veränderungen, ihre Schmerzen, ihr Leben nach der Karriere zu sprechen. So entstand das persönliche Szenario eines Prozesses, in dem es um mehr ging als den skandalösen Einsatz von »Substanzen«. Es ging um einen Machtapparat und Funktionäre, die es wegen politischer Vorteile in Kauf nahmen, Sportler gesundheitlich zu ruinieren.Ines Geipel, 1960 in Dresden geboren, aufgewachsen in Thüringen, Leistungssport in Jena, danach Studium der Philosophie und Literatur. Flucht 1989. Seither in Darmstadt und Berlin lebend.

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Über die Autorin bzw. den Autor

Ines Geipel, 1960 in Dresden geboren, aufgewachsen in Thüringen, Leistungssport in Jena, danach Studium der Philosophie und Literatur. Flucht 1989. Seither in Darmstadt und Berlin lebend.

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