Den Schmerz überwinden, der zwischen uns steht: Wie Heilung und Versöhnung gelingen. GFK: Die Ideen & ihre Anwendung - Softcover

Rosenberg, Marshall B.

 
9783873875760: Den Schmerz überwinden, der zwischen uns steht: Wie Heilung und Versöhnung gelingen. GFK: Die Ideen & ihre Anwendung

Über die Autorin bzw. den Autor

Dr. Marshall B. Rosenberg (1934-2015) war international bekannt als Konfliktmediator und Gründer des internationalen Center for Nonviolent Communication in den USA. Die von ihm entwickelte Methode der Gewaltfreien Kommunikation hat sich als machtvolles Werkzeug herausgestellt, um Differenzen auf persönlichem, beruflichem und politischem Gebiet friedlich zu lösen. Dr. Rosenberg hat die Gewaltfreie Kommunikation in mehr als zwei Dutzend Ländern an Ausbilder, Schüler, Studenten, Eltern, Manager, medizinisches und psychologisches Fachpersonal, Militärs, Friedensaktivisten, Anwälte, Gefangene, Polizisten und Geistliche weitergegeben.

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Sympathie, Empathie - lasst uns über den Unterschied klarwerden. Nehmen wir an, ich empfinde ein starkes Gefühl in mir: Wenn ich mir nur einfach dieses Gefühls bewusst bin, dann ist das Sympathie, nicht Empathie. Wenn ich also in der Rolle des Bruders einfach gesagt hätte: "Junge, Junge, ich fühle mich verdammt traurig, wenn ich höre, was du sagst", dann wäre das Sympathie gewesen und nicht Empathie. Versucht euch an eine Situation zu erinnern, in der ihr unter einem körperlichen Schmerz gelitten habt - vielleicht Kopfschmerzen oder Zahnschmerzen. Dann habt ihr euch möglicherweise in ein gutes Buch vertieft. Was geschah mit dem Schmerz? Ihr habt ihn gar nicht mehr bewusst wahrgenommen. Er war aber natürlich immer noch vorhanden. Was ich damit meine ist, dass sich die äußeren physischen Bedingungen nicht verändert haben, aber ihr wart gewissermaßen gerade nicht zu Hause. Ihr wart auf Besuch: das ist Empathie. Ihr wart gerade zu Besuch bei diesem Buch. Empathisch zu reagieren bedeutet, ganz bei der anderen Person zu sein. Das bedeutet nicht, dass wir ihre Gefühle fühlen. Wir sind aber bei ihr, während sie ihre Gefühle fühlt. Nun, wenn ich meine Aufmerksamkeit für eine Sekunde von der anderen Person abwende, kann ich vielleicht bemerken, dass ich selbst starke Gefühle habe. Wenn das so ist, dann versuche ich nicht, meine Gefühle zu unterdrücken. Ich sage mir: "Geh zurück zu der anderen Person." Meine eigenen Gefühle sagen mir, dass ich nicht bei der anderen Person bin. Ich bin wieder zu Hause. Also sage ich mir: "Geh zurück zu der anderen Person." Wenn mein eigener Schmerz zu groß ist, kann ich in diesem Moment keine Empathie geben. Dann kann ich mir sagen: "Wenn ich einige der Dinge höre, die du mir gesagt hast, verspüre ich im Augenblick einen so großen Schmerz, dass ich nicht in der Lage bin, weiter zuzuhören. Könnten wir mir ein wenig Zeit geben, damit ich mich damit auseinandersetzen kann? Anschließend werde ich zurückkehren. Dann kann ich dir auch wieder zuhören." Es ist wichtig, Empathie und Sympathie nicht zu vermischen. Wenn die Person mir gegenüber starke Schmerzen empfindet und ich dann sage: "Oh ja, ich verstehe gut, wie du dich fühlst, und ich fühle mich deswegen auch sehr traurig", dann ziehe ich die Energie des Gesprächs von der Person ab und lenke ihre Aufmerksamkeit zu mir herüber.

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ISBN 10:  3955714837 ISBN 13:  9783955714833
Verlag: Junfermann Verlag, 2015
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