Das diffuse Licht der Splitter - Softcover

Lang, Hans

 
9783867854542: Das diffuse Licht der Splitter

Inhaltsangabe

Nach Jahren täglicher Auseinandersetzung mit seiner Morbus Parkinson-Erkrankung ver-sucht der Autor, diese durch sachliche und doch emotionale Verhaltensweisen an-zunehmen und sie gleichzeitig in die Schranken zu weisen. Bis hierher und nicht weiter, auch wenn die Krankheit letzten Endes siegen wird.

Er will sich seiner Familie und seiner Umgebung erklären. Das Annehmen heißt aber nicht kapitulieren. Sein Lebensraum wird kontinuierlich kleiner, die körperlichen Fähigkeiten werden mehr und mehr eingeschränkt. Jeder Tag erfordert unendlich viel Kraft. Trotzdem. Bis hierher und nicht weiter! Er reflektiert aktuelle Geschehnisse, reale Ereignisse der Vergangenheit, Erkenntnisse, Ge-winne und Verluste, spielt mit der Fiktion, mit fiktiven Gestalten. Nicht zum Selbstzweck, er möchte damit etwas sagen. Scheinen die Splitter auch ein diffuses Licht verbreiten zu wollen, werden sie doch gebündelt zu der Antwort auf die Frage „War es das?“ Der Autor streift den Niedergang der DDR, die wilden Jahre der deutschen Wiedervereinigung und das Heute. Ostdeutsch, ein wenig besserwisserisch und mit Humor stürmen die Splitter in wirrer Folge ein auf den Betrachter. Scheinen die Zeiten, Personen und Handlungen auch chaotisch, so stehen sie doch in Beziehung zueinander, sind verlinkt zu einem Bild des Autors auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

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Über die Autorin bzw. den Autor

Hans Lang, Jahrgang 1952, geboren in Waren-Müritz. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder, zwei Enkelkinder und wohnt seit Jahren in Neubrandenburg. 2015 veröffentlichte der Diplom-Mathematiker, Programmierer und langjährige IT-Leiter sein erstes Buch unter dem Titel „Der Elefant und die Butterblume“, ein Kinderbuch mit empfindsamen Erzählungen und schönen Illustrationen von Eva Thiele. In den Geschichten zum Lesen und Reden mit Vorschul-Kindern ist der pädagogische Zeigefinger verwoben mit Humor und kindgemäßer Sprache. Dann folgten: 2015 Jan A. und die Momente des Glücks – In einer Sammlung von Erlebtem und Erdachtem erinnert er sich an die Jahre des Studiums in Odessa, der Schwarzmeer-Hafenstadt, an den gesellschaftlichen Umbruch und das Ende der DDR. 2016 Ich träumte, ich wäre Oma Erna – Mit Humor und kritischem Geist betrachtet er die heutige Zeit, Probleme des Alltags in einer ungewöhnlichen Konstellation; in leidenschaftlichen Streitgesprächen mit seiner verstorbenen Großmutter, an deren Grab unter der großen Weide. 2017 Das Versagen – Hier berichtet er über den größten Medizinskandal in der DDR. 2018 Arschbombe sagt man nicht – Lesebuch für Kinder der unteren Klassen.

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

ARBEITSLOS
Die Wirtschaft brummt, die Politik verteilt Geschenke und die Arbeitslosigkeit ist niedriger denn je. Die Jungen denken, das ist immer so – das muss immer so sein. So ist es ganz bestimmt nicht.
Die 90-er Jahre hatten es in sich. Wiedervereinigung, Baukrise, EU-Sorgen ... Unser Haus war gebaut und gerade bezogen, als die große Baufirma von einem noch größeren Bau-Multi gekauft wurde.
Ich war Mitte 40 und wir hatten jede Menge Schulden. Der Multi war hoffnungslos ahnungslos, wie der Rezession zu begegnen sei. Im Gegenteil, unbeholfen, schwerfällig ... Es dauerte nicht lange und wir machten dicht.
Es kam eine Einladung nach Hamburg in die Zentrale. Irgend so ein wichtiger Mensch machte mir ein Angebot. Ich könne in der Firma bleiben, müsste aber nach Hamburg ziehen. Er thronte hinter einem riesigen Schreibtisch und sein hässlicher Köter wollte mich unbedingt abknutschen. Der Mensch beobachtete das mit offensichtlichem Vergnügen. Ich wehrte das Vieh ab und sagte danke, ich würde lieber die Abfindung nehmen. Das Gespräch war zu Ende und ich das erste Mal im Leben arbeitslos.
Marie und ich hatten gemeinsam beschlossen; wir bleiben hier. Hier, in unserem Nord-Osten. Es können ja nicht alle weggehen. Es hatte Jahre gedauert, bis mein Diplom anerkannt war. Es war eben kommunistische Mathematik, die ich studiert hatte. Jura, Ökonomie u. ä. – das wäre kein Problem. Nein, wir wollten nicht gehen, jetzt erst recht nicht. Es wurde sehr schwer. Ich hatte ein paar Dinge zu lernen, ich habe sie gelernt.
Mit Anfang Vierzig bist du nicht mehr erste Wahl. Für viele Jobs bist du überqualifiziert mit deinem Diplom. Das Arbeitsamt ist nicht nur das oft in den Medien dargestellte Monster, es bietet auch viele Möglichkeiten. Man muss sie nutzen. Man darf sich und sollte sich nicht unter Wert verkaufen.
Qualifizierung ist ebenso wichtig wie gute Beziehungen zu haben. Man muss seinen Hintern bewegen, das hat aber auch Grenzen. On the border war sicherlich mein Praktikum bei einem der Marktführer des CAFM nahe Frankfurt am Main. Samstagmittags war ich zu Hause, sonntagmittags musste ich wieder los. Ich hatte nur die Wahl zwischen Pistole oder Aufhängen.
Das Problem löste sich von selber, mein Praktikum wurde nach 10 Tagen abgebrochen wegen der vielen Fehler, die ich gfunden hatte und welche erst beim Kunden das Tageslicht erblicken sollten, um dann gegen Aufpreis im Rahmen des so genannten Customizing berichtigt zu werden.

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Verlag: epubli, 2020
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