Die Lead User Methode sowie 'Toolkits for User Innovation and Design' erzielen oft nicht die gewünschten Ergebnisse in Innovationsprojekten. Die aktuelle Forschung aus dem Bereich der Opensource-Software zeigt dagegen einen völlig neuen Ansatz auf: In sogenannten Innovation Communities treffen sich innovative User mit dem Ziel, Produkte zu verbessern oder neuartige Produktideen zu generieren. Die Teilnahme ist meist extrinsisch motiviert, z.B. durch einen persönlichen oder beruflichen Nutzen der Innovation. Unternehmen können gezielt Innovation Communities in ihre Produktentwicklung integrieren, etwa durch die passive Nutzung oder die aktive Gründung einer Community. Diese Studie erarbeitet die Grundprinzipien von Innovation Communities. Weitere Nutzungsmöglichkeiten für Unternehmen werden diskutiert, wie etwa die Integration der Community von der Produktentwicklung bis hin zur Vermarktung durch Buzz-Marketing. Ausgehend von den Grundelementen werden die Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Implementierung einer Innovation Community erläutert. Dies wird daraufhin am Projekt 'Opensourcing University' praxisnah dargestellt.
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Textprobe:
Kapitel 3.7, Nutzen für Organisationen:
3.7.1, Aktive Gründung oder passive Nutzung:
Für Produzenten gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die in Innovation Communities gesammelte Innovativität und Kreativität zu nutzen. Franke [2005] unterscheidet zwischen der rezeptiven, passiven Nutzung von bestehenden Communities sowie dem initiativen, aktiven Herbeiführen von Communities, mit dem Ziel der gewinnbringenden Nutzung durch das Unternehmen.
Aktive Gründung: Durch eine gezielte Initiierung einer Community ergeben sich deutlich mehr Möglichkeiten für das Unternehmen. Communities können sich etwa (unbeabsichtigt) um Wettbewerbe oder Innovation Toolkits bilden oder beabsichtigt vom Unternehmen gegründet werden. [vgl. Franke, 2005] Zwar ergeben sich durch eine vom Unternehmen gemanagte Community deutlich höhere Aufwände, die weitgehende Kontrolle über die Plattform, der persönliche Zugang zu den Innovatoren und die Möglichkeit Konkurrenten auszusperren , bringen aber deutliche Vorteile für das Unternehmen. Auch der Image- und Buzz-Effekt kann für ein Unternehmen ausschlaggebend sein um eine eigene Innovation Community zu betreiben.
Passive Nutzung: Durch Beobachtung und Analyse der bereits bestehenden Innovation Communities können relativ einfach wertvolle Informationen über Kundenbedürfnisse und aktuelle Produktprobleme erzielt werden. Vorteil dieser Methode sind die raschen und guten Ergebnisse, die zu einem Bruchteil der üblichen Marktforschungskosten möglich sind. Auch eine direkte Nutzung der Innovativität der Community ist möglich. Durch die hohe Transparenz der Diskussion können vielversprechende Ideen und Innovationen effizient weiterverarbeitet werden. Die Interaktion mit Usern ist nicht erforderlich.
3.7.2, Kombination mit anderen Methoden:
Die Community Based Innovation -Methode kann grundsätzlich auch mit anderen User Based Innovation -Methoden kombiniert werden.
Lead User Methode: Die Lead User Methode eignet sich aufgrund ihrer relativ geringen Anwendungsgröße eher für eine erste Kontaktaufnahme und um erste Erfahrungen und Innovationen aus der Branche kennenzulernen. In persönlichen Lead User Workshops kann der Kontakt aufgebaut werden und die Lead User können für die Teilnahme an einer Online Community begeistert werden. Damit kann die neugründete Online Innovation Community bereits auf einer Grundlage aufbauen.
Innovation Toolkits: Ein Vorteil der Toolkits ist die problemlose quantitative Auswertung der Daten und die einfache, unkomplizierte Bedienung durch den User. Allerdings sollte gerade in der Anfangsphase der Projekte der Community die volle Freiheit gelassen werden. Innovation Toolkits schränken in dieser Phase des Entwicklungsprozesses durch ihren beschränkten Lösungsraum nur unnötig ein.
Stattdessen erscheint eine Integration von Toolkits in die Innovation Community erst zu einem späteren Zeitpunkt sinnvoll. Quantitative Auswertung von Toolkits ermöglicht eine einfache und effektive Dokumentation von Projektergebnissen. Idealerweise sollte das Toolkit durch die User selbst weiterentwickelbar sein.
3.7.3, Nutzung von Innovation Communities:
Unternehmen haben vielfältige Möglichkeiten Innovation Communities in ihre Prozesse zu integrieren. Grundsätzlich können Innovation Communities entlang des gesamten Produktentwicklungsprozesses bis zur Marktkommunikation und zum Vertrieb genutzt werden [vgl. Füller et al., 2006].
Ideen- und Konzeptentwicklung: In dieser Phase werden in der Community bestehende Konzepte diskutiert und verbessert sowie neue Konzepte und Produktideen entwickelt. Auch die Ideenselektion kann durch die Community erfolgen. Der Großteil der vorhandenen Ideen und Verbesserungsvorschläge wird in dieser Phase weniger vom Unternehmen, dafür mehr von der Community kommen.
Testen von Produktkonzepten: Für gewöhnliche User ist die ex-ante-Bewertung von neuen Konzepten und Produkten schwierig. Innovation Communities glauben bereits
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