Bauten und Anlagen der 1960er und 1970er Jahre - ein ungeliebtes Ende?

 
9783837506792: Bauten und Anlagen der 1960er und 1970er Jahre - ein ungeliebtes Ende?
Reseña del editor:

Die 1960er und 1970er Jahre können im Rückblick als große Jahrzehnte des öffentlichen wie des privaten Wohnungsbaus, des Sakralbaus und des öffentlichen Verwaltungs- und Kulturbaus in Deutschland bezeichnet werden. Dieser Zeitraum markiert für beide deutsche Staaten eine entscheidende Umbruch- und Neuorientierungsphase, gekennzeichnet durch ein intensives Beziehungsgeflecht von Mensch und Technik, gravierender politischer und gesellschaftlicher Veränderungen, sowie technischer und wissenschaftlicher Neuerungen. Die zeitgenössische Architekturproduktion blieb von diesen Entwicklungen nicht unberührt.
Es entstanden an vielen Orten herausragende bauliche Zeugnisse einer auch international an Bedeutung gewinnenden neuen Architektengeneration. Sie prägen bis heute das jeweilige Stadtbild entscheidend mit und erhielten zum Teil sogar internationale Anerkennung.
Mittlerweile sind die Bauten der zweiten Nachkriegsmoderne in die Jahre gekommen: Mangelnde Baupflege, konstruktive Mängel, veränderte energetische Standards, aber auch demographische und sozioökonomische Entwicklungen setzen dem baukulturellen Erbe erheblich zu. Bei den sogenannten Großstrukturen wie den zahlreichen Siedlungen und Trabantenstädten fehlt heute oft die Akzeptanz in der breiten Öffentlichkeit, die oftmals noch überlagert wird von sozialen Problemstellungen. In Zeiten leerer Kassen besteht die Gefahr der Entstellung durch stark verändernde Sanierungen der Bausubstanz bis hin zu gänzlichem Verlust durch Abbruch und Ersatz.
Gerade auch die demographischen Veränderungen der letzten Jahrzehnte bedeuten für die zahlreichen, oft herausragenden Kultur-, Sakral- und Schul/Hochschulbauten jener Epoche eine existenzielle Gefahr. Aber auch private Bauträger sind beispielsweise durch veränderte energetische Standards mit notwendigen und kostspieligen Sanierungsanforderungen an ihren Immobilien konfrontiert.
Wie stark ist der historische Quellenwert eines Denkmals mit seiner Orginalsubstanz verbunden, und wie lebendig , d.h. wie veränderungsfähig darf ein Denkmal letztendlich sein?
Gibt es gar ein Recht auf Veränderung - oder haben für die Zeugnisse der hier interessierenden Epoche die gleichen Regeln denkmalpflegerischen Umgangs mit ihrer Substanz zu gelten wie für die baulichen Zeugnisse aus früheren Epochen?
Welche Auswahl-Kriterien gibt es angesichts der Fülle des seinerzeit Produzierten ?
Wo sollten die Schwerpunkte der Forschung liegen?

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