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Generation.com (Books on Demand) - Softcover

Röhrs, Lukas; Schikora, Claudius; Röhrs, Birte

 
9783833400018: Generation.com (Books on Demand)

Inhaltsangabe

"...Wir schaffen eine Momentaufnahme der so genannten >New Economy<, der Zeit zwischen 1998 und 2000 in Deutschland: Aus einer Flut an Einzelaussagen und Eindrücken der Akteure jener Zeit setzt sich ein Bild zusammen, dass auch uns zwei Jahre lang prägte. Denn wir geben das Wort an die Menschen, die damals das Geschehen bestimmten - damals erfolgreiche und heute weniger erfolgreiche, damals erfolglose und heutige Top Performer. Unternehmen, deren Namen für diese Zeit stehen, wie Boo.com, Ricardo oder Orlando aber auch kleine unbekannte Geschichten, wie Alafoli.de werden von den Machern und Mitarbeitern vorgestellt und noch ein Mal >erlebt<. Diese Zeit half uns Möglichkeiten zu erschließen, die uns bis dahin nicht bekannt waren. Unsere intellektuellen Kräfte waren entfesselt wie besessen von der Idee eine eigene Geschäftsidee zu realisieren und dabei reich zu werden..."

Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.

Über die Autorinnen und Autoren

Freier Unternehmensberater und Autor absolvierte ein Studium der Wirtschaftsinformatik in Bamberg und Barcelona. Danach war er im Rahmen der Top 5 Unternehmensberatungen der Welt für internationale Kunden tätig in den Bereichen Prozessoptimierung, Strategie und E-Business. Ein eigens Start-up folgte, dass allerdings auch drei erfolgreichen Finanzierungsrunden Ende 2001 aufgeben musste. Aufbau der eBusiness Service Line bei Perot Systems. Bis Dezember 2002 im Rahmen der Cell Consulting AG als Berater tätig für die Branchen IT und Chemie. Herr Röhrs ist außerdem mit der wissenschaftlich Forschung im Zusammenhang mit den Problematiken des Zusammenwachsens und Zerlegens von diversifizierten Unternehmen beschäftigt und ist Autor zahlreicher Publikationen zu aktuellen Themen der Wirtschaft. Heute ist Herr Röhrs freier Unternehmenberater für Strategie- und IT-Themen. Kontakt: Lukas Röhrs, Maxhofstrasse 35, 81475 München, Tel.: 0049 172 265 38 44, Fax: 0049 89 745 007 39

Unternehmensberater & Dozent Claudius Schikora startete seine Karriere bei Procter&Gamble Deutschland als Customer Business Development Manager. 1999 wechselte er in die „New Economy“ und war Business Development Manager Central Europe in London und München bei dem wohl bekanntesten oder wohl besser berüchtigstem Start-up der damaligen Zeit: die boo.com Group. Nach deren medienwirksamen Insolvenz, welche auch das „Ende“ des Spekulationshypes in USA und Europa einläutete, und einer weiteren Tätigkeit als Leiter E-Commerce & Vertrieb bei einen Start-up Unternehmen ging Claudius Schikora zur Bavaria Film Gruppe und war dort als Geschäftsführer deren New Media Tochter tätig. Im Jahre 2001 wechselte er dann zu Siemens Business Services und ging hier in die Unternehmensberatung (Management Consulting). In der Beratung ist er nun als Principal verantwortlich für das Thema „Mobile Business“ und „Strategie“. Des weiteren arbeitet Herr Schikora „nebenberuflich“ seit über 6 Jahren als freier Unternehmensberater und ist Lehrbeauftragter für die Fächer „International Management“ und „Vertrieb“ an den Hochschulen Rosenheim und Weihenstephan. Claudius Schikora verfügt über ein abgeschlossenes Studium der Betriebswirtschaftslehre an der LMU in München und einen PhDr. der Comenius University Preßburg.

Freie PR Beraterin, Unternehmensgründerin studierte Literaturwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre in Bamberg und Bilbao. Nach dem Studium arbeitete Frau Röhrs bei F&H Public Relations (Top 5 der PR-Agenturen) in München. Schwerpunkt Ihrer Beratungstätigkeit waren vor allem internationale Unternehmen aus der Lifestyle Branche in den Bereichen Werbung, Klassische PR, Sponsoring. Im Jahr 2000 wechselte Frau Röhrs als Marketing- und PR Managerin zu dem Internet Start-up alafolie.de. Das in Paris gegründete Unternehmen, mit Niederlassungen in München und Mailand, stellte als „Hochzeitsportal“ Heiratswilligen Informationen und Services zur Organisation ihrer Hochzeit zur Verfügung. Nach dem Zusammenbruch der New Economy leitete Frau Röhrs die deutsche Pressestelle des internationalen Premium-Modeunternehmens Wolford. Anfang diesen Jahres machte sich Frau Röhrs mit ihrer eigenen Presse-Agentur selbständig und betreut internationale Klienten aus den Bereichen Mode und Lifestyle.

Aus dem Klappentext

...Wir schaffen eine Momentaufnahme der so genannten >New Economy<, der Zeit zwischen 1998 und 2000 in Deutschland: Aus einer Flut an Einzelaussagen und Eindrücken der Akteure jener Zeit setzt sich ein Bild zusammen, dass auch uns zwei Jahre lang prägte. Denn wir geben das Wort an die Menschen, die damals das Geschehen bestimmten - damals erfolgreiche und heute weniger erfolgreiche, damals erfolglose und heutige Top Performer. Unternehmen, deren Namen für diese Zeit stehen, wie Boo.com, Ricardo oder Orlando aber auch kleine unbekannte Geschichten, wie Alafoli.de werden von den Machern und Mitarbeitern vorgestellt und noch ein Mal >erlebt<.

Diese Zeit half uns Möglichkeiten zu erschließen, die uns bis dahin nicht bekannt waren. Unsere intellektuellen Kräfte waren entfesselt wie besessen von

Birthe Röhrs
Lukas Röhrs
Dr. Claudius Schikora

Auszug. © Genehmigter Nachdruck. Alle Rechte vorbehalten.

Ausschnitt aus: Generation.com
...
Der Hype - das Lebensgefühl der Generation dot.com

Jede Generation verkörpert ein bestimmtes Lebensgefühl. Denken wir an die 50er Jahre, dann denken wir an Rock n Roll, Petticoat und Wirtschaftswunder, denken wir an die 70er sind es Woodstock, Blumenkinder und Kreativität, die ausgelebt werden will - und unsere Generation wird geboren! Wir, d.h. die Jahrgänge 65 bis 75 tragen in den 80er Jahren tonnenweise Haarlack, sind extrem cool und hören Madonna und Depeche Mode. In den 90er Jahren sind wir erwachsen. Neben der Musik und Kleidung werden weitere Dinge für uns wichtig: die Karriere und der Beruf. Und genau da prägt unsere Generation ein ganz neues noch nie da gewesenes Lebensgefühl: den Spirit der New Economy : den Hype . Wir sind die Gründergeneration. Es ist plötzlich möglich, direkt nach der Uni, mit Mitte 20 Vorstandsvorsitzender eines börsennotierten Unternehmens zu sein.

Doch was allgemein als Hype definiert wird, ist nur eine Ausprägung des Lebensgefühls der New Economy kurz vor dem Börsencrash im Jahr 2000.
Dieses Lebensgefühl wandelte sich im Laufe der Zeit - genauso wie sich seine Akteure verändern. Ein wichtiger Faktor sind daher die Medien, die das Abbild des Hypes wie er in der Gesellschaft wahrgenommen wird, maßgeblich prägen.

Aber beginnen wir von vorne: Als Anfang der 90er Jahre in den USA die ersten Vorreiter und Technikbegeisterten auf den Spuren des Militärs und der Wissenschaft & Forschung beginnen das Internet zu nutzen, ist noch lange nichts von einem Hype zu spüren. Es ist vielmehr die Auflehnung gegen die bekannte und etablierte Medienwelt und ihre von Politik und Wirtschaft gesteuerte Berichterstattung. Das Internet steht damals für Anarchie, frei verfügbare Informationen und ihren freien Austausch. Das Gut Information ist jetzt nicht mehr Monopol weniger Medien, sondern ungefiltertes, direkt und frei verfügbares Allgemeingut. Die ersten Freaks und Nurts surfen der Freiheit entgegen.
Da das Internet zu dieser Zeit noch ein brandneues und damit noch sehr technisches Medium ist, sind es meist junge Leute, die aus ihrer beruflichen Tätigkeit heraus, wie z.B. beim Militär (insb. in den USA), in der Wissenschaft oder Computerindustrie mit dem Internet in Verbindung treten. Die Handhabung des Internets und der notwendigen Werkzeuge wie z.B. Gopher oder Mosaic Browser sind im Vergleich zu heute - umständlich und nur mit ausgeprägtem technischen Know-How zu bewältigen. Es sind nicht die bunten Sites von heute, sondern Informationen in puristischer Form als Textdateien und Listen. Doch gerade diese Hürden schaffen diesen ausgeprägten Gemeinschaftssinn, eine Community der ersten User entsteht.

Das Internet gruppiert eine erste Gemeinschaft eingeschworener Technikinteressierter mit ausgeprägtem Freiheitsdrang um sich. Alles ist möglich und nichts ist mehr sicher so kann man das Lebensgefühl der ersten Nutzer beschreiben: Große etablierten Unternehmen und ganze Staaten in den USA werden aus der Reserve gelockt : Erste erfolgreiche Hackerangriffe auf etablierte Institutionen wie NASA, das US-amerikanische Verteidigungsministerium und CIA verstärkten das Gruppengefühl und sorgen für Publicity.

In diesen ersten Jahren entstehen auch nach und nach erste Visionen für das Internet: Eine freie vernetzte Welt! , jedem Menschen seinen persönlichen Internetanschluss , grenzenlose Kommunikation ohne Kontrolle . Die Stimmung ist eine Mischung aus Anarchie und optimistischer Vision für die Zukunft. Erst als erste kommerzielle Angebote im Internet angeboten werden (es sind Angebote im Bereich Erotik und Information), wird das Interesse weiterer Userschichten geweckt, d.h. die Internetgemeinschaft fängt an beträchtlich zu wachsen.

Gleichzeitig bedeuten aber diese kommerziellen Informationsangebote für die Internetuser der ersten Stunde einen Verrat der freiheitlichen und anarchistischen Ideale des Internets und die ersten versuchen sich von dem Medium zu distanzieren. Doch der Zuwachs der User in den folgenden Jahren ist so groß, dass die Gemeinschaft insgesamt stetig wächst, sich aber stark in ihrem Selbstverständnis wandelt: Internet wird Hipp und zeitgemäß. Berufe wie Web-Designer entstehen und der Traum vom Internet-Millionär wird gelebt. Verbesserte technische Möglichkeiten, wie das HTML-Protokoll, Ausbau der Bandbreiten und Übertragungsgeschwindigkeiten und ständig wachsende Prozessorkapazitäten erlauben es, verbesserte mediale Möglichkeiten zu nutzen: das Internet wird bunt, bewegt mit Film und Ton. Es wird einfach schick, eine E-mail Adresse zu besitzen und darüber zu kommunizieren, seine eigene Homepage zu gestalten ( Familie Güttler präsentiert ihr neugeborenes Kind ). Die eigene E-mail Adresse auf dem T-shirt wird zum Trend. Sind es anfangs vor allem die männlichen, besser verdienenden und ausgebildeten User, die das Internet nutzen und es bekannt machen, wird das Netz heute von allen Menschen unabhängig welcher sozialen Schicht oder Altersgruppe (Bsp. Silver Surfer ) genutzt. Während anarchistische Überlegungen im Bezug auf das Internet immer mehr verschwinden, wird Kommunikation und Business über das Internet zum treibenden Gedanken für die Nutzung. Erste Geschäftsmodelle entstehen und der Glaube setzt sich durch, dass es sehr einfach ist, Erfolg zu haben. Der Gedanke fängt langsam an eine ganze Gruppe von jungen Menschen zwischen 18 und Mitte 30 mit einer gehobenen Ausbildung in den westlichen Nationen zu beherrschen.

Die Träger der New Economy Kultur stammten aus bestimmten sozialen Schichten, oft aus dem universitären Umfeld, aus Unternehmensberatungen oder Venture Capital Gesellschaften.

Ch. Villaneck, boo.com: Die 2. Welle der Unternehmensgründer, nach den Visionären, bestand aus Leuten, die aus Investment Banken kamen oder aus großen Unternehmensberatungen. Diese Gründer haben sich an ihre ehemaligen Kollegen gewand bei der Suche nach Kapital oder Business Angels. Das Wichtigste ist dabei >das coole Chart<. Die Gründer und ihre Adressaten sprechen dabei die gleiche Sprache.

Die New Economy boomt und feiert ihre ersten Helden und sich selbst auf den First Tuesday -Parties. Gründungsveranstaltungen werden zu rauschenden Festen, an denen jeder als Gründer teilnehmen will.

B. Röhrs, alafoli.de: First-Tuesday-Parties, die als Ideen-Börsen und Underground-Veranstaltung zum Austausch zwischen ersten Gründern in London anfingen, werden schnell auch in Deutschland etabliert. Die erste Veranstaltung starten in München, Frankfurt und Hamburg. Doch was noch am Anfang echte Gründer und Investoren vereint, wird schnell zu einer reinen Party-Veranstaltung ...

Risiko zählt, niemand denkt an den Misserfolg. Eine ungehemmte Kraft treibt einen Teil der Menschen, ihre alten Berufe aufzugeben und ihre Arbeitsgeber zu verlassen, um die Herausforderung New Economy anzunehmen.
Die Stimmung ist geprägt von einem neuen Lebensgefühl.
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