Das Ende des Kaiserreiches in der Weimarer Republik. Polarisierte Wahrnehmungen und intentio­nalisierte Deutungen der Kriegs­niederlage in Erinnerungs­schriften während der Zeit der ersten deutschen Demokratie

 
9783830060000: Das Ende des Kaiserreiches in der Weimarer Republik. Polarisierte Wahrnehmungen und intentio­nalisierte Deutungen der Kriegs­niederlage in Erinnerungs­schriften während der Zeit der ersten deutschen Demokratie

Das Buch analysiert mit dem methodisch neuen Ansatz der vergleichenden Betrachtung von Erinnerungsschriften die Aufarbeitung, Intentionalität und Manipulation der Endphase des Ersten Weltkrieges zur Zeit der ersten deutschen Demokratie. Den Verfassern der Erinnerungs­schriften gelingt durch die Materialisierung der Vergangenheit Einfluss­nahme auf die Gegenwart und Beeinflussung der Zukunft. Es geht ihnen um die Erlangung einer Deutungshoheit über die Referenzzeit mit Fragen nach der Verantwortung für die Niederlage, dem Zusammenbruch der Staatsform, der Revolution und dem >Schmachfrieden< von Versailles. Anhand der Komparation wird deutlich, wie weit das Wahrgenommene bzw. die Begründung dafür, auseinander­liegen und wie sehr die publizierte Erinnerung intentionalisiert und instrumentalisiert war. Völlig richtig verstanden es die Autoren der Schriften, dass Erinnerung v.a. demjenigen dient, der sich ihrer bedient und nicht den Fakten. Die beschriebene Materialisierung der Erinnerung in den Schriften der Vertreter des >Parallelogramms der Kräfte< zeigt sich als Fortsetzung des Kampfes der deutschen innenpolitischen Fraktionen nach dem Krieg. Die hier vorliegenden Untersuchungen haben gezeigt, dass die Erinnerung der damalig Verantwortlichen an die letzten Monate des Ersten Weltkrieges in Deutschland höchst unterschiedlich ausfällt und eine massive Wirkung auf die Zeit, in der sie geschrieben und publiziert wurden, entfalten. Das bedeutet, dass die Kenntnis der hier herangezogenen Erinnerungs­schriften einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis der innen­politischen Debatten der Weimarer Republik leistet. Es existierten mehrere Erinnerungskulturen nebeneinander, die sich bekämpften, um Erinnerungshegemonie zu erlangen. Ihre Erinnerungs­paradigmen offenbaren neben der Schilderung der Ereignisse der Objektzeit immer auch ihre eigenen Weltanschauungen und kollektiv identitätsstiftenden Deutungen. ...

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