Artikelzustand: Sehr gut
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Format: Taschenbuch
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EAN: 9783821858241
Die Inhaltsangabe kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
»Party hier, Party da - richtig geil!«
(Icke & Er)
Mittwoch, 20. Juni 2007, 21:04 Uhr, bevor die Sonne untergeht. Würde ich mich selbst beobachten, schaute es so aus: Oberstufenschüler Dennis Riem, 18 Jahre, Billy-Talent-Hörer, Energy-Drink-Fan und Poetry-Slam-Poet, sitzt Reichsgold-Dosenbier trinkend auf einer Stadtparkbank in Wuppertal, nahe des Bismarckturmes, schreibt mit Bleistift wie manisch in sein kleines Notizbuch, beachtet die tollenden Hunde nicht, sieht keine Blumen, keine Kinder, die Cliquen nirgendwo, und es ist Sommerferienanfang, die anderen sind längst im Schwimmbad, ohne ihn.
Dennis fühlt sich frei, ist euphorisch, angeheitert, haikuschwanger, verrückt irgendwie, möchte endlich das Ding beenden, an dem er schon seit Monaten hängt, selbst in Vorklausurnächten: den Staring at the sun -Roman. Natürlich wird Dennis niemals Haikus schreiben, das überlässt er Tassilo, dem dichtenden Hund aus den FAZ-Comics, und lüsternen Japanologieprofessoren aus Ostdeutschland, die ihre Kit-Kat-Klub-Fantasien beim Rotwein in der Toskana-Sommerfrische runterpinnen. Dennis schreibt seinen ersten Roman.
In diesem Roman soll es, konventionell verfasst, vielleicht zwei, drei Wochen beschreibend, um Popmusik gehen (ein bisschen), um MTV und Horrorvideos, um Markenkleidung, Clubbesuche, Drogen. Die Perspektive kippt: Ich möchte über glückliche und unglückliche Liebe schreiben, über Computerspiele, Sexrekorde, Pädagogenspießer, Spielplätze, Tankstellenalkohol, über ganz viel Literatur, über Autoren, die ich wirklich liebe.
Das Ganze »aber natürlich völlig eigenständig«, um den Wahlhamburger Liedermacher Bernd Begemann zu zitieren, aus seinem tollen Song »Unsere Band ist am Ende«. - Einmal spielte Begemann im Wuppertaler Kleinkunsthaus LCB, im Live Club Barmen, und behauptete, die blinde Sängerin Corinna May hätte beim Chansonwettbewerb der Eurovision erst dann Chancen, »wenn sie ihre Klamotten nicht mehr selbst aussucht«. Eigentlich war der Spruch asozial, aber weil alle gelacht haben ...
Zeitschriften sollen im Roman vorkommen, Buttonsprüche, Biostunden, ein paar Träume, dieses Surreale eben, irgendwie mit Überraschungen, wie bei »Fight Club«, wo zum Schluss rauskommt, dass Tyler Durden und dieser Versicherungstyp, der von Edward Norton gespielt wird, ein und dieselbe Person sind, und irgendwie möchte ich Realität und Fiktion, Kosmos und Wurzelchakra, die Sterne und den Staub verknüpfen. - Das Bier knallt ganz schön rein.
Worum geht es denn die ganze Zeit? Um einen aus Chaos wachsenden Wahnsinn, den wir nicht begreifen können und den wir inzwischen für selbstverständlich halten, weil wir uns ablenken können, wunderbar. Ich spiele an den Tagen, an denen ich nicht schreiben kann, bis tief in die Nacht irgendwelche Computergames im Internet und gehe immer später ins Bett, und in der Zeit passieren, während ich im Dunkeln bin, eine Menge anderer Dinge, die für mich immer im Dunkeln bleiben werden, und obwohl ich weiß, dass wir uns mit enormer Geschwindigkeit entwickeln und weitergehen, wache ich nur mit einem unguten Gefühl auf und spüre, verstehe lediglich nicht, dass in den letzten Stunden eine Menge Zeug hinzugekommen sein muss, das mich wahnsinnig machen wird, weil es dazu beiträgt, immer weniger von den anderen zu kapieren. Sodass sie ALLE, einfach ALLE unberechenbar werden. Ich habe keine Zeit, um mich auszuruhen, stillzustehen, aufzuhören, aufzugeben. Dafür bin ich zu jung. Viele Nächte sind schlaflos, durchwacht, als warte ich auf etwas Gigantisches, das nach dem Abitur vor mir liegen wird - oder im Schreiben, bereits jetzt, verborgen ist. Konfuse Tage fließen dahin, an mir vorbei, kannesnichtbeschreiben, und zeitweilig sehe ich sogar in den Werbeanzeigen der Stadtwerke Botschaften, Warnungen. Aufrufe! Schnitt.
„Über diesen Titel“ kann sich auf eine andere Ausgabe dieses Titels beziehen.
Anbieter: Bookbot, Prague, Tschechien
Softcover. Zustand: Fine. Leichte Kratzer / Abnutzungen / Druckstellen; Vergilbt / ausgeblichen. Im Sommer 2007 schreibt Oberstufenschüler Dennis seinen ersten Roman "Staring at the sun". Der Text behandelt Themen wie Jugendkultur, Drogennächte und Beziehungsprobleme. Dennis' Suche nach Wahrheit und Wahnsinn führt ihn in eine verwirrende Parallelwelt zwischen Realität und Illusion. Artikel-Nr. 7f78eb2b-7a4b-44bf-907e-b3f1689b8a0d
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